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Ketziner SVV ändert die Friedhofssatzung

Havelland Ketziner SVV ändert die Friedhofssatzung

Auf den kommunalen Friedhöfen in Ketzin, Zachow und Tremmen (Havelland) treten mit der jetzt beschlossenen Friedhofssatzung Änderungen in Kraft. Weitere Bestattungsformen werden künftig zugelassen, außerdem sind die Ruhezeiten von nun an flexibel gestaltbar. Zuvor hatte es wegen steigender Kosten Ärger in der SVV gegeben.

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Wie auf dem Ketziner Friedhof sind auch in Tremmen und Zachow jetzt neue Bestattungsformen möglich.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Ketzin/Havel. Der Aufschrei in der Bürgerschaft, aber auch bei einigen Stadtverordneten, war groß, als die Stadt Ketzin/Havel im Vorjahr die Gebühren auf den kommunalen Friedhöfen Tremmen, Zachow und Ketzin in diversen Positionen erhöht hat. Gestiegene Betriebs- und Bewirtschaftungskosten waren dafür ausschlaggebend.

Genau diese Kosten wieder zu senken und damit auch die Gebühren vielleicht schon ab 2018 reduzieren zu können, haben die Stadtverordneten jetzt einige Änderungen der Friedhofssatzung einstimmig beschlossen. „Wir müssen die Gebühren 2017 neu kalkulieren, dafür ist die Friedhofsatzung die Grundlage“, hatte Hauptamtsleiterin Ramona Stier in den Fachausschüssen erklärt.

Die Änderungen auf den Friedhöfen betreffen im Wesentlichen die Bestattungsformen sowie die Liege- und Ruhezeiten. Dazu hatte sich im Vorfeld eine extra gebildete „Arbeitsgruppe Friedhöfe“ aus Verwaltungsmitarbeitern und Stadtverordneten Gedanken gemacht, auch vor Ort die Anlagen besichtigt.

So wird jetzt auf den Friedhöfen Eltern die Möglichkeit eingeräumt, während oder kurz nach der Geburt verstorbene Babys – sogenannte Sternenkinder – in einer Gemeinschaftsanlage als Urne bestatten zu lassen. Ebenfalls neu sind teilanonyme Urnen-Partnergrabestätten mit Grabplatten, wo zusätzlich zur ersten eine zweite Urne beigesetzt werden darf, wie Ramona Stier sagt.

Dabei weist sie auf ein Problem hin, das die Betriebskosten erhöht: „Im Bereich der teilanonymen Bestattungen wird besonders in Ketzin immer wieder Grabschmuck direkt auf die Platten gestellt. Das erhöht den Pflegeaufwand, weil vor der Mahd die Fläche freigeräumt werden muss.“ Man wolle die Bürger mit Schreiben noch mal darauf hinweisen, weil sonst der Grabschmuck als Abfall entsorgt werden würde. Auf den kommunalen Friedhöfen können künftig auch ortsfremde Personen beerdigt werden (Obdachlose).

Flexibler geht man nun mit den Liegezeiten um. Die Ruhezeit für Erd- und Urnenbestattungen beträgt 25 Jahre. „Wenn Nutzungsberechtigte einen schriftlichen Antrag auf vorzeitige Einebnung der Grabstätte stellen, kann das nach Ablauf der Mindestlaufzeit von 20 Jahren erfolgen“, so die Amtsleiterin. Im Gegenzug ist es möglich, auf Antrag mit einem kostenpflichtigen Nachkauf von Grabstellen die Liegezeit um maximal fünf Jahre zu verlängern.

In der Diskussion steht derzeit auch die Variante eines Friedwaldes, also Bestattungen in der Natur oder im Wald. So wie es im Nauener Stadtwald seit einigen Jahren praktiziert wird. Die räumlichen Voraussetzungen dazu wären im Ortsteil Zachow gegeben, so hieß es. Noch aber ist diese Bestattungsform in der Stadt Ketzin/Havel und den Ortsteilen nicht möglich.

Von Jens Wegener

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