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Ketziner haben viele Ideen für die Neue Mitte

Havelland Ketziner haben viele Ideen für die Neue Mitte

Sie ist schön, aber wird kaum von den Bürgern angenommen, deshalb soll das Ensemble mit Gutshof Ketzin (Havelland) und Edeka-Markt neu belebt werden. Dafür haben die Ketziner einige Vorschläge gemacht, eine Arbeitsgruppe soll nun über die Details beraten.

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Das Ensemble aus Gutshofgebäude inklusive Sparkasse (l.), der Cantina (r) sowie mit den Außenanlagen und dem Spielplatz.

Quelle: privat

Ketzin/Havel. Das Grün in der Mitte zur Liegewiese machen, Kegeln statt Boulen, einen öffentlichen W-Lan-Hotspot einrichten, mehr Sitzgelegenheiten schaffen oder gar einen Wochenmarkt etablieren – Ideen zur Belebung der Neuen Mitte in der Havelstadt haben die Ketziner einige.

Was selbst Bürgermeister Bernd Lück (FDP) überraschte: „Ich hätte nicht vermutet, dass sich so viele Leute darüber Gedanken gemacht haben und sich beteiligen wollen“, sagte er im Bürgersaal. Dorthin hatte die Stadtverwaltung Interessierte eingeladen, um sich ein Meinungsbild darüber einzuholen, was die Bürger von dem Areal zwischen Rathausstraße/Feldstraße und Nauener Straße halten.

Für rund sechs Millionen Euro (inklusive etwa eine Million Fördermittel) ließ Stifterin Helga Breuninger den früheren Späth’schen Gutshof, jetzt Gutshof Ketzin, sanieren und umbauen. Im September 2015 wurde das Ensemble mit Gästehaus, Cantina, dem Hauptgebäude (früher Stall) sowie einer Boulebahn, einem kleinen Spielplatz und einem Springbrunnen eröffnet. Im März 2016 kam der neue Edeka-Markt hinzu, der sich unmittelbar anschließt.

Es folgten Komplimente von allen Seiten für die gelungene Optik, nur so eine richtige Wohlfühloase, wie es sich nicht nur Helga Breuninger gewünscht hat, wurde es bisher nicht. „Es ist zu leer, es fehlt Action dort“, sagte der Bürgermeister.

Einen der hauptsächlichen Gründe sprach Geschäftsführer der Ketziner Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (GWV) Heinz Kreutzer an: „Mich lädt das Ensemble nicht ein, weil oft die Qualität des Essens der Cantina nicht stimmte.“ Auch die Qualität des Personals habe zu wünschen übrig gelassen. „Und wer dort mal enttäuscht wurde, der geht nicht wieder hin.“ Unregelmäßige und sich oft ändernde Öffnungszeiten der Cantina kamen hinzu.

„Es ist unwahrscheinlich schwierig, passendes Personal und einen guten Koch zu finden“, sagte Eigentümerin Helga Breuninger gegenüber der MAZ. Jetzt sei das Restaurant montags bis donnerstags von 7 bis 18 Uhr offen, dazu an den übrigen Tagen von 7 bis 11 Uhr.

Viele neue Ideen der Ketziner beziehen sich auf die Cantina, die vor allem in der warmen Jahreszeit der Anziehungspunkt sein müsse. Gemütliche Sitzgelegenheiten draußen, ein einfaches Versorgungskonzept, was es zulasse, in der Cantina gekaufte Produkte irgendwo auf dem Areal zu essen. Kochkurse mit Fachleuten könnten den Zulauf erhöhen, auch gemeinsames Kochen von Ketzinern für Ketziner.

Der Filialleiter des Edeka-Marktes Christian Dorfmann regte an, eine Werbegemeinschaft mit allen Beteiligten zu gründen, die bestimmte Veranstaltungen dort organisieren. Auch der Ketziner Weihnachtsmarkt, so einige Vorschläge, könnte dort abgehalten werden.

Eine spontan gebildete Arbeitsgruppe aus Vertretern der Eigentümer, der Stadtverwaltung, des Kinder- und Jugendheimes Ketzin, des Chores „Havelklänge“ und nicht zuletzt des Seniorenbeirates wird sich am 9. November ab 17 Uhr im Bürgersaal treffen und über Details und auch über Geld reden, damit eine Wohlfühloase entstehen kann.

Von Jens Wegener

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