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Havelland Kiefern gesund, Eschen krank
Lokales Havelland Kiefern gesund, Eschen krank
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11:28 21.01.2014
Mischwälder wie dieser sind am robustesten. Quelle: Jana Einecke
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Das sagen übereinstimmend die Leiterinnen der Oberförstereien Brieselang und Rathenow. „Die gesamte Situation ist entspannt“, sagt die Brieselanger Behördenchefin Ulrike Repkow. „Am stressigsten für die Bäume ist das relativ warme Wetter. Sie treiben schon aus – ihnen fehlt die Winterruhe“, sagt Christine Blanke, die Amtskollegin in Rathenow.

Für Schmunzeln sorgte in beiden Forsthäusern die Aussage des Agrarministers Jörg Vogelsänger, der kürzlich den Waldzustandsbericht für Brandenburg vorstellte und dabei die Kiefernnadelscheiden-Gallmücke für die merklichen Fraßschäden an den märkischen Kiefern verantwortlich gemacht hatte. Das stimme so nicht – das schuldige Tier sei ein Falter namens Nonne, so die Fachfrauen. Die Nonne habe im vergangenen Jahr vor allem im Süden des Landes gehaust. „Im Havelland ist keine Gefahr im Verzug“, sagt Ulrike Repkow. Insgesamt sei der Zenit des massenhaften Nonnen-Auftretens auch schon überschritten. Gerade das Osthavelland ist allerdings auch nicht gerade das Paradies für Nadelwaldschädlinge: Dort wachsen viel mehr Laubbäume als im brandenburgischen Schnitt. Während sie im Land nicht einmal ein Fünftel des Bestands ausmachen, sind es im Bereich der Oberförsterei Brieselang rund ein Drittel.

Gute Nachrichten gibt es auch für die Eichen – die Raupen des Prozessionsspinners konnten im Havelland offenbar vergleichsweise effektiv bekämpft werden. Im Ostteil des Kreises muss in diesem Frühling voraussichtlich nur noch eine Waldfläche von rund 360 Hektar aus der Luft entraupt werden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es noch 1800 Hektar. Gleichwohl werden auch diesmal wieder lange Schlangen von Raupen an den Stämmen entlangkriechen. „Die Eichenprozessionsspinner sind immer noch ein Problem“, sagt Ulrike Repkow. Vor allem im Amt Rhinow gebe es noch stark befallene Bäume, ergänzte Christine Blanke. Das wirkliche Problem hätten aber weniger die Eichen, sondern die Menschen: „Dreimal Kahlfraß bedeutet noch kein Todesurteil, Eichen sind sehr zäh. Aber die Haare der Raupen bleiben für Menschen und Tiere jahrelang toxisch.“ Die Oberförsterinnen bestätigten: Im Havelland sei bislang kein Fall bekannt geworden, in dem eine Eiche wegen des Prozessionsspinners eingegangen sei.
Wer eine sterbende Esche sehen will, muss dagegen nicht lange suchen. Ob Stängel oder Riesenbaum, jeder Altersstufe

Der Wald im Havelland

  • Das Havelland besteht zu etwa einem Viertel aus Wald, das sind 43 883 Hektar. Landwirtschaft wird auf einer mehr als doppelt so großen Fläche betrieben.
  • Im Vergleich zu den Nachbarkreisen ist das Havelland nicht besonders herausragend bewaldet: In Oberhavel breitet sich der Wald auf 40 Prozent der Landschaft aus, in Ostprignitz-Ruppin auf rund einem Drittel.

verkümmern derzeit die Triebe. Die Jungen vertrocknen daraufhin schnell – die Alten langsam. Wie viele Eschen im Havelland krank oder schon tot sind, ist nicht registriert. Als Ursache der europaweiten Seuche gilt das Falsche weiße Stengelbecherchen, ein Schlauchpilz. „Wie man ihm Einhalt gebieten kann, ist noch nicht erforscht“, sagt Ulrike Repkow. „Alles, was man im Moment machen kann, ist die kranken Bestände zu entfernen.“ Auf welchem Weg sich die Bäume infizieren, ist nicht ganz klar; Christine Blanke weiß auch von isoliert stehenden Bäumen, die befallen waren. Beide Leiterinnen sollten im Auftrag des Landes in ihren Wäldern noch gesunde – pilzresistente – Eschen auftreiben, die für die Forschung geeignet sein könnten. Gefunden haben sie keine.

Von Jana Einecke

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