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Berliner Verein bringt Kunst nach Kietz

Havelland Berliner Verein bringt Kunst nach Kietz

Der Berliner Verein „LebenSmittel“ hat das Pferdedorf Kietz bei Rhinow entdeckt. Die Vorsitzende Marina Prüfer hat 2017 interessante Kunstprojekte angeschoben und setzt das 2018 fort. Nach erster Skepsis kommen Dorfbewohner und Künstler nun gut miteinander aus.

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Kunst in Kietz beim Workshop im vergangenen Sommer.
 

Quelle: Norbert Stein

Kietz.  Da hat sich Gutes angebahnt. Sie haben zueinander gefunden. Der Kunst- und Kulturverein „LebenSmittel“ aus Berlin und Heike Welling mit ihrem Pferdehof im kleinen beschaulichen Kietz bei Rhinow. Der Verein „LebenSmittel“ versteht sich als Förderer soziokultureller Aktivitäten.

Erstmals vor zwei Jahren

2016 kam Marina Prüfer, die Vereinsvorsitzende aus Berlin, das erste Mal nach Kietz und ist seither regelmäßig zu Besuch. Näher an der Natur könne man nicht sein, sagt sie. Kietz biete Natur pur. Sie schätzt das Dorf und seine Einwohner. Letztere mussten sich erst einmal an den neuen Wind gewöhnen, der da durch das Dorf pfiff. Inzwischen sind die Kietzer bereit, sich auf Kunst und Kultur einzulassen.

Das Pferdedorf

Marina Prüfer hat bei ihrem Besuch im Dorf Heike Willing kennen gelernt. Sie findet, dass der Willing’sche Pferdehof neben der Pferdezucht auch Raum bietet für künstlerische Entfaltung. „Der Einklang von Landwirtschaft, Natur und dörflichem Leben inspiriert Maler und Musiker gleichermaßen“, meint Marina Prüfer. Einwohner, Kinder und kunstinteressierte Havelländer sollen diesen Einklang gemeinsam mit Künstlern entdecken und finden. Das ist der Vereinsvorsitzenden wichtig.

Projekttage auf dem Hof

Dafür organisiert der Verein auf dem Pferdehof von Heike Willing Workshops und Projekttage. Im letzten Jahr zum Beispiel auch mit Kindern aus der Kita Knirpsenstadt aus Rhinow oder Havelländern bei abendlichen Malkursen unter den alten Eichen auf dem Kietzer Dorfplatz. Hier saßen Künstler mit Zeichenblöcken und malten das gegenüber der Dorfstraße stehende rund 400 Jahre alte Fachwerkhaus. „Das ehrwürdige Anwesen hat einen besonderen Reiz“, erklärt Marina Prüfer. Die Zeichenstunden unter den Eichen waren 2017 der Auftakt für das Kunstprojekt „Wendezeit - zähmen und zügeln“ mit Teilnehmern aus Berlin und interessierten Einwohnern aus Kietz und den Nachbardörfern.

Marina Prüfer, Vorsitzende des Vereins „LebenSmitel“ zeigt kreative Arbeiten, die sie gemeinsam mit Kindern aus Ton angefertigt hat

Marina Prüfer, Vorsitzende des Vereins „LebenSmitel“ zeigt kreative Arbeiten, die sie gemeinsam mit Kindern aus Ton angefertigt hat.

Quelle: Norbert Stein

Verein und Dorf werden auch 2018 die Zusammenarbeit fortsetzen und möglichst noch weiter vertiefen. „Wir umschmeicheln den Internationalen Frauentag“, beschreibt Marina Prüfer einen für die Zeit vom 2. bis 6. März geplante Workshop in Kietz. Diesmal stehe die Malerei genauso im Fokus, wie das dazu kommende Theaterspiel zum großen Leitgedanken „Zähmen und Zügeln“. Der Schauspieler Teo Vanderson wird die Teilnehmer zum Theaterspiel inspirieren. Der Verein möchte die Tage aber auch nutzen für erste Vorbereitungen einer Ausstellung „30 Jahre Mauerfall in der Kunst“, die 2019 im Kulturzentrum Rathenow gezeigt wird.

Begeisterte Gäste

Die Berliner Gäste sind begeistert. Birgit Schultz aus Berlin sprach bei ihrem ersten Besuch in Kietz von einer „berauschenden Natur“, die den Ort umgebe. „In dieser Umgebung können Künstler sehr gut arbeiten.“ Im vergangenen Jahr wirkten zahlreiche weitere Künstler an dem Projekt mit: Der Soundkünstler Martin Dolter war dabei und führte die Teilnehmer mit einem Kurs „Klang- Raum“ in die Welt der elektronischen Musik ein. Alphorn, Akkordeon, Gitarre und weitere Instrumente vereinten sich zum „Kietz- Orchester“. Der künstlerische Raumausstatter Ronald Prüfer lud zur Gestaltung eines Hasenstalles ein.

Von Norbert Stein

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