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Büffet-Führerschein für Dachsbergschüler

Luckehof Premnitz Büffet-Führerschein für Dachsbergschüler

Die Mädchen und Jungen der Klasse 2b von der Premnitzer Dachsberggrundschule haben ihren Ernährungsführerschein gemacht. Zuerst haben sie in vier Veranstaltungen auf dem Luckehof viel über gesunde Ernährung gelernt. Dann haben sie als Abschlussprüfung für die Klasse 2a ihrer Schule ein Frühstücks-Büffet hergestellt.

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Der Höhepunkt des Ganzen: Allgemeines Aussuchen am selbst zubereiteten gesunden Büffet.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. So ein Gruppen-Schnurpsen hat man lange nicht vernommen. Die Mädchen und Jungen der Klasse 2b von der Dachsberggrundschule in Premnitz haben in dieser Woche ihren Ernährungsführerschein gemacht. Zunächst hatten sie seit Anfang November in vier Zwei-Stunden-Veranstaltungen auf dem Luckehof der Stadt viel über gesunde Ernährung gelernt. Als praktische Abschlussprüfung haben sie dann eigenhändig ein gesundes Frühstücksbüffet hergestellt und ihre Parallelklasse 2a damit bewirtet. So kam es, dass 36 muntere Kinder gleichzeitig reichlich knackiges Obst und Gemüse verputzten.

Zum Frühstück in der Schule hatten viel Kinder ungesunde Dinge dabei

„Beim Frühstücken in der Schule habe ich immer wieder festgestellt“, hat Klassenlehrerin Christina Wedding erklärt, „dass die Kinder sehr viel Ungesundes dabei haben.“ Viel zu viele Süßigkeiten. Als dann Ute Lucke-Polz in die Schule gekommen sei und ihr Ernährungsführerschein-Projekt für Kinder vorgestellt habe, sei ihr sofort klar gewesen, dass das etwas für Klasse ist. Bei dem Projekt lernen die Kinder zunächst einfache theoretische Grundlagen über gesunde Ernährung und Hygiene. Dann üben sie einige wichtige Handwerkstechniken, die sie in der Küche brauchen. Sie bekommen beigebracht, wie man mit Teller, Glas, Besteck und Serviette korrekt den Tisch deckt. Und als Krönung des Ganzen zaubern sie selbst ein gesundes Büffet.

Die fachliche Leitung übernahm Johanna Pätzig vom Landfrauenverein, die dazu mehrfach aus Paulinenaue nach Premnitz kam. In früheren Jahren sei der Ernährungsführerschein für die 2. bis 4. Klassen ein bundesweites Projekt der Landfrauen gewesen, hat sie erklärt, und die Regierung habe es finanziell gefördert. Es gebe Arbeitshefte für die Kinder, Material für die Lehrer und Info-Blätter für die Eltern. Die Landfrauen, die beim Projekt mitmachen, seien extra dafür geschult worden. „Die Kinder sollen wissen, dass sie auch naschen können“, hat Johanna Pätzig gesagt, „aber sie müssen dazu wissen, dass sie das sparsam machen sollen.“ Die Mädchen und Jungen sollten vieles selbst machen und dabei Spaß haben.

Der Ernährungsführerschein

Der Ernährungsführerschein ist eingeführt worden, um bei den Kindern Schluss zu machen mit dem rein theoretischen Ernährungswissen.

Im Mittelpunkt steht der praktische Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten.

Die Kinder lernen unter anderem, den Arbeitsplatz einzurichten, schneiden, schälen und pürieren.

Eltern sind zur Mitwirkung aufgerufen, sie bekommen Info-Blätter. Die Kinder bekommen einfache Hausaufgaben für die Küche zu Hause.

„Der Ernährungsführerschein war früher ein Projekt der Bundesregierung und ist dann gestrichen worden“, sagt Ute Lucke-Polz, „das halte ich für schlecht.“ Zusammen mit ihren Mitstreiterinnen versuche sie nun, das Projekt wieder aufleben zu lassen. Die Kosten von insgesamt 400 Euro für die 2b hatten sich Eltern, Schule und Ute Lucke-Polz geteilt. Wie sie berichtet, haben die Stadtverordneten von Bernau gerade beschlossen, allen Kita- und Schulkindern ihrer Stadt täglich ein Glas Milch und ein Stück Obst zu bezahlen. „Das ist ganz, ganz wichtig“, hat sie gelobt, „aus meiner Sicht kann sich die Stadt Premnitz das auch leisten.“

Die wichtigsten Elemente des 2b-Prüfungsbüffets waren von den Kindern selbst gefertigte Brotgesichter, bunter Nudelsalat und Schlemmerquark. Nicht nur die siebenjährige Marlene Otto hat von der Küchenarbeit mächtig geschwärmt. Um vollständig zu sein, muss auch mitgeteilt werden, dass einige Kinder der Klasse 2a das Büffet leicht befremdet betrachteten – weil sie gar manches davon nicht kannten. Als Lehrerin Christina Wedding sie zum Abschluss dann aber fragte, ob sie fänden, dass die 2b ihre Prüfung bestanden habe, hörte sie trotzdem ein vielstimmiges „Ja!“.

Von Bernd Geske

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