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Havelland Kinderheim-Gruppe darf auf verwildertem Grundstück einmal die Woche werkeln
Lokales Havelland Kinderheim-Gruppe darf auf verwildertem Grundstück einmal die Woche werkeln
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19:00 19.09.2018
Leonie, Ryan, Enrico und Max (im Uhrzeigersinn) kommen regelmäßig zum Hämmern und Sägen in die Rathenaustraße. Quelle: Ralf Stork
Falkensee

Die Rathenaustraße in Falkensee liegt in einer ziemlich ruhigen Wohngegend. Einfamilienhäuser auf meist schönen großen Grundstücken, auf denen die Bewohner die spätsommerliche Sonne genießen. Wie durch ein Wunder ist ein Grundstück trotz galoppierender Immobilienpreise noch unbebaut geblieben.

Ein verwildertes Grundstück im Wohngebiet

Büsche und junge Bäume erobern das Grundstück langsam zurück. Sie wirken wie eine fast undurchdringliche grüne Wand, die den Blick auf den hinteren Teil des Grundstücks versperren. Der vordere Teil sieht dagegen deutlich zivilisierter aus: Gleich hinter dem Zaun steht rechts eins grünes Öko-Klohäuschen. Und auf der Anhöhe ein paar Meter weiter ein blauer Bauwagen. Ein paar Kinder sitzen auf der Deichsel. Sie haben Stöcker und eine Säge in der Hand und beratschlagen, was sie als nächstes machen wollen. Aus dem geöffneten Bauwagenfenster dringt lautes Hämmern nach draußen.

Der ehrenamtliche Helfer hat das Projekt initiiert

Steffen Walter geht über den Platz, spricht mit einen Kind, korrigiert die Haltung der Säge bei einem anderen, bis er für ein paar Minuten Zeit hat: „Das ist toll, dass uns der Eigentümer erlaubt, das Grundstück zu nutzen“, sagt er. Walter arbeitet eigentlich als Übersetzer in Falkensee. Aber als ehrenamtlicher Helfer kümmert er sich regelmäßig um die um die Kinder, die im Kinderheim des ASB betreut werden.

Mit eigenen Händen etwas schaffen

„Ich hab mit einem Sportangebot angefangen. Hier auf dem Grundstück sollen die Kinder die Natur erleben können und sehen, was sie mit ihren eigenen Händen alles schaffen können“, sagt Walter. Seit August treffen sich die Kinder jeden Dienstagnachmittag auf dem Grundstück in der Rathenaustraße.

Am Anfang wollten die Kinder an zwei verschiedenen Stellen Baumhäuser bauen. Das sind die Stellen auf dem Grundstück, wo noch größere Holzstapel herumliegen. Verwirklicht wurde das Projekt also noch nicht. Aber darum geht es auch gar nicht. „Es ist für die Kinder auch mal wichtig, einfach so vor sich hin zu basteln und die Werkzeuge auszuprobieren“, sagt Walter. Vorgegebene Rahmen gibt es in der Schule und auch im Kinderheim ja ohnehin schon genug.

Keine vorgegebenen Pläne

Enrico (10) und Max (11) sitzen immer noch auf der Deichsel des Bauwagens. Sie wollen gemeinsam das Modell eines Fantasie-Hauses bauen und überlegen, wie das wohl aussehen könnte.

Im Bauwagen schraubt und hämmert Ryan (9) an einer gewagten Holzkonstruktion herum, die später mal ein ziemlich abgefahrener Rahmen für Fotos werden soll. Die Idee für den Rahmen stammt irgendwie auch von Leonie (10) , die im Bauwagen am Tisch sitzt und gerade vier Stöcke unter eine Holzplatte schraubt.

Gemeinsam eine Idee entwickeln

Ursprünglich sollte der Rahmen ein Gemeinschaftsprojekt sein, dann wollte Ryan lieber alleine eine Strickleiter bauen. Jetzt will er den Rahmen wieder mit und für Leonie zu Ende bauen. Neben all den handwerklichen Fähigkeiten geht es vor allem auch um das: Sich zusammen tun, gemeinsam eine Idee entwickeln, darüber streiten, sich irgendwie wieder zu arrangieren und vertragen.

Von Ralf Stork

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