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Kinderstadt Rathenow wählt Ferienprogramm

Kids übernehmen das Kommando Kinderstadt Rathenow wählt Ferienprogramm

In der Rathenower Kinderstadt haben sich die Erwachsenen in vielen Dingen dem Willen des Nachwuchses zu beugen. Nun dürfen die Kinder aktiv an der Programmgestaltung mitwirken. Anfang April findet eine Art Vollversammlung statt: Erst werden Vorschläge gesammelt, dann wird demokratisch abgestimmt

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Auch beim Backen haben sich in der Kinderstadt die Großen nach den Kleinen zu richten.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Das demokratische Prinzip hat in der Stadt der Kinder großes Gewicht. Bei dem beliebten Freizeitprogramm, an dem sich in den Sommerferien schon hunderte Rathenower Kinder erfreut haben, gilt das Recht der Kleinen. Erwachsene werden auf dem Gelände in der Puschkinstraße zwar als Unterstützer geduldet, den Ton allerdings gibt der Nachwuchs an.

Das wird auch in diesem Sommer wieder so sein. Eröffnet wird die Kinderstadt am 1. August – und traditionell steht am Anfang die Bauwoche. Das heißt, die Kinder werden sich darum kümmern, die Miniatur-Holzhäuser, die in den vergangenen Jahren errichtet worden sind, auf Vordermann zu bringen. Reparaturen aller Art stehen nach Auskunft von Kerstin Braunschweig, der Vorsitzenden des Vereins Kinderstadt Rathenow, auf dem Programm. Ist ein Haus nicht mehr sanierungsfähig, wird es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Fast so, wie im richtigen Städtebau.

Auf die Bauwoche folgt das eigentliche Ferienprogramm – mit Freizeitangeboten unterschiedlichster Art. Bei der Zusammenstellung des Programms werden in diesem Jahr neue Wege beschritten. Erstmals können die Kinder eigene Vorschläge einbringen. Und zwar soll dies bereits am Freitag, den 1. April, geschehen. Von 9 bis 11 Uhr werden auf dem Gelände der Kinderstadt die Ideen für die Feriengestaltung gesammelt und zu Papier gebracht. Um 12 Uhr wird die Liste der Vorschläge zur Abstimmung gestellt. Die Ideen mit den meisten Stimmen sollen im Sommer umgesetzt werden.

Die Kinder sollen selbst entscheiden

Bislang hatten die erwachsenen Mitglieder des Kinderstadt-Vereins sich um das Ferienprogramm gekümmert. „Jetzt wollen wir die Kinder selber entscheiden lassen, was in den Ferien unternommen werden soll“, sagt Kerstin Braunschweig. Natürlich werde man nicht jeden Wunsche erfüllen können. Wenn jemand zum Beispiel einen Hubschrauberflug vorschlage, dann werde man daraus wohl nichts werden. Aber alles, was ohne immensen Aufwand umgesetzt werden könne, wolle man versuchen. Deshalb frage man die Kinder jetzt schon nach ihren Vorlieben. Denn dann habe man bis zu den Ferien ausreichend Zeit, die Dinge vorzubereiten, so Braunschweig.

Die Stadt der Kinder geht zurück auf eine Initiative von Diana Golze, der Vorsitzenden der Rathenower Stadtverordnetenversammlung. Die hatte ein ähnliches Ferienprojekt in Potsdam kennen gelernt und die Idee nach Rathenow gebracht: Seit 2011 treffen sich in den Sommerferien bis zu 120 Rathenower Kinder, um unter Aufsicht von Erwachsenen eine kleine Welt nach ihrem Geschmack zu errichten. Ein gutes Dutzend hölzerner Hütten ist seitdem entstanden, alle geplant und gebaut von Kinderhand. Außerdem wird den Kindern auf dem Gelände ein umfangreiches Ferienangebot gemacht.

Von Markus Kniebeler

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