Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Zwischen Windeln und Bildungsauftrag

Kathrin Großmann aus Falkensee ist Tagesmutter Zwischen Windeln und Bildungsauftrag

Vor sieben Jahren entschloss sich Kathrin Großmann aus Falkensee dazu, ihr Leben grundlegend zu verändern.Seitdem gestaltet sie bei sich Zuhause verlässlich den Alltag ihrer Tageskinder und fördert sie in ihrer Entwicklung. „Ich würde sagen, dass ich meinen Traumberuf gefunden habe.“

Voriger Artikel
Mehrere Hektar Waldboden in Brand
Nächster Artikel
AfD: Kein Rechtsruck befürchtet

Kathrin Großmann liebt ihren Beruf.

Quelle: Foto: Laura Sander

Falkensee. Eine vormittägliche Ruhe liegt über Falkensee. Auch das Haus von Kathrin Großmann in der Dallgower Straße macht da keine Ausnahme. Kein Ton, kein Schrei, nur das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Das Gartentor ist verschlossen. „Sonst entwischt mir noch jemand“, sagt die 46-Jährige mit einem Lächeln und schließt auf.

Oase der Ruhe

Der Garten der Großmanns ist gepflegt und aufgeräumt – eine Oase der Ruhe. Nur ein umzäunter Bereich im Schatten der Bäume passt nicht so ganz ins Bild. Sechs Kinder im Alter von ein bis drei Jahren beschäftigen sich ruhig im Sandkasten, auf der Nestschaukel und dem Trampolin. Jan, Minai, Luis, Madleen, Samantha und Oscar sind Kathrin Großmanns Tageskinder. Sie fühlen sich sichtlich wohl in ihrem Spieleparadies.„Die Kinder sollen so viel, wie möglich eigenständig spielen, dadurch lernen sie am meisten“, so die Falkenseerin.

Vor sieben Jahren entschloss sich die gelernte Altenpflegerin dazu, ihr Leben grundlegend zu verändern. „In der privaten Seniorenpflege ist der Tod immer präsent. Ich wollte etwas anderes.“Seitdem gestaltet sie bei sich Zuhause verlässlich den Alltag ihrer Tageskinder und fördert sie in ihrer Entwicklung. „Der Beruf ist zwar nicht gut bezahlt, aber ich arbeite gerne. Ich würde sagen, dass ich meinen Traumberuf gefunden habe.“

Potenzielle Gefahrenquellen sind gesichert

Rund 380 Stunden verbrachte Großmann bislang mit Lehrgängen. „Ich versuche immer mich weiterzubilden, vor allem im Bereich sprachliche Entwicklung. Darauf lege ich besonders großen Wert.“ Ein Erste-Hilfe-Kurs speziell für Säuglinge und Kleinkinder stand ebenfalls auf dem Stundenplan. „Die Sicherheit ist sehr wichtig. In meinem Haus habe ich alle potenziellen Gefahrenquellen, wie den Herd oder Treppenstufen, gesichert.“ Auch ein Planschbecken gibt es bei Kathrin Großmann nicht, denn selbst das flachste Wasser könnte schon eine Gefahr darstellen. Einmal im Jahr bekommt die Falkenseerin Besuch vom Jugendamt. „Ich hatte noch nie Probleme. Ich arbeite eng mit dem Jugend- und Gesundheitsamt zusammen.“ Pro Kind steht der Tagesmutter rund ein Euro an Fördermitteln im Monat zur Verfügung. Bastelmaterialien, Spielzeug und größere Anschaffungen muss die 46-Jährige davon bestreiten. „Oft bezahle ich die Sachen aus eigener Tasche oder die Eltern legen zusammen. Vieles baut mein Mann auch selber.“

Immer wieder wandert Großmanns Blick zu ihren Schützlingen. „Bitte nicht mit den Stühlen schmeißen! Ja, so ist es gut“, interveniert die Falkenseerin mit ruhiger Simme. Ganz im Gegenteil zum Alltag in einer Kita hat die 46-Jährige in ihren eigenen vier Wänden die Möglichkeit, gezielt auf jedes ihrer Tageskinder einzugehen. „In der Kita ist alles schneller. Wir haben hier eher einen entschleunigten Alltag.“

Schon an andere Kinder gewöhnt

Die meisten Kinder kommen mit einem Jahr zu Kathrin Großmann und bleiben bis sie etwa drei Jahre alt sind. „Sie haben im Kindergarten weniger Probleme, weil sie schon an andere Kinder gewöhnt sind. Ich habe bereits viel positives Feedback von Erzieherin bekommen.“ Neben dem Umgang mit Altersgenossen bekommen Großmanns Kinder außerdem Wissen mit auf ihren Weg. „Wir lernen sehr viel, vor allem anhand von Farben, die wir mit Gegenständen und Buchstaben in Verbindung bringen. Wir üben täglich ein Bisschen und ausschließlich in spielerischer Form.“ Keiner muss etwas machen oder essen, was er nicht will. Das ist das Motto der 46-Jährigen. Auch Ausflüge stehen regelmäßig auf dem Programm. „Gestern waren wir Bahnfahren. Einmal nach Spandau und zurück – ein riesiges Abenteuer.“ Der nahe gelegene Wald ist ebenfalls ein beliebtes Ziel. „Aber am liebsten singen wir gemeinsam. Derzeit steht das Lied „Atemlos“ von Helene Fischer bei den Kindern hoch im Kurs“, so die Falkenseerin. In einem Portfolio hält die 46-Jährige die Entwicklung der Kinder fest. Sie achtet vor allem auf Sprache, Körpersprache und Bewegung. „Die Fortschritte sind bei allen unterschiedlich. Das Portfolio funktioniert als eine Art Frühwarnsystem.“ Sollte ein Kind in seiner Entwicklung über längere Zeit stehen bleiben, sucht Großmann das Gespräch mit den Eltern. Diese können dann reagieren und nötigenfalls einen Spezialisten aufsuchen.

Freie Plätze sind schon lange vergeben

Bald steht für Großmann der Abschied von vier Kindern an. Sie kommen in den Kindergarten. Die frei gewordenen Plätze sind schon lange vergeben. „Meist kommen Eltern auf Empfehlung zu mir. Ich habe schon Kinder aus Schönwalde, Brieselang und Wustermark betreut.“ Besonders die langen Betreuungszeiten von Kathrin Großmann werden geschätzt. „Mein Arbeitsalltag beginnt gegen 6.30 Uhr und endet manchmal erst um 19 Uhr, wenn das letzte Kind gegangen ist.“ Die Eingewöhnung der neuen Kinder hat bereits im Mai begonnen. „Ich lade die Eltern einmal in der Woche für eine Stunde ein. Erwachsene und Kinder sind dann wesentlich entspannter, wenn es im September richtig losgeht.“

Von Laura Sander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg