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Havelland Kindheit zwischen Glück und Abschied
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00:36 22.04.2018
Regisseur Dirk Kummer stellte in Falkensee seinen neuen Film „Zuckersand“ vor. An seiner Seite die beiden Schauspielerinnen Rosa Enskat (l.) und Deborah Kaufmann. Quelle: Danilo Hafer
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Falkensee

Es ist 1979. Fred und Jonas, zwei zehnjährige Jungs, streifen durch ihren Wohnwort Falkenwerder, nahe der Berliner Mauer. Sie spielen auf alten Bahnwaggons, entdecken verlassene Industrieanlagen und scheinen einfach nur den Sommer in der DDR zu genießen. Doch dann stellte Jonas Mutter (gespielt von Deborah Kaufmann) einen Ausreiseantrag. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich für die beiden Freunde alles.

Die Szenen stammen aus „Zuckersand“, dem neuesten Film des in Falkensee aufgewachsenen Regisseurs Dirk Kummer, der sein filmisches Werk Mittwoch im Falkenseer Ala-Kino vorstellte. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Denn spannend war nicht nur, dass der Film in der DDR spielt. Falkenwerder ist eigentlich Falkensee. Und die Einstiegsszene könnte Dirk Kummer und jeder andere Falkenseer, so oder so ähnlich, selbst in Falkensee erlebt haben. „Ich bin in der Seegefelder Straße aufgewachsen und habe dort immer auf den alten Bahnanlagen gespielt“, erzählte Dirk Kummer dem Publikum.

So wie Jonas und Fred (wunderbar gespielt von Valentin Wessely und Tilman Döbler) im Film damit zurechtkommen müssen, dass die Freundschaft durch die Ausreise des besten Freundes auf eine harte Probe gestellt wird, musste auch der Regisseur häufig Abschied nehmen. „Ich erinnere mich gut daran, wie oft wir selbst nach unserem Umzug nach Berlin im Tränenpalast gestanden haben“, so Kummer.

Gedreht wurde der Film allerdings nicht in Falkensee und auch nicht in Berlin.„Wir sind für die Dreharbeiten nach Tschechien gegangen, dort haben wir perfekte Bedingungen vorgefunden“, so Kummer. In Prag würden auch heute noch Trabbis und Wartburgs durch die Straßen fahren, und es sei deutlich mehr DDR-Charme zu spüren, als in Falkensee.

Bis der Film jedoch wirklich realisiert werden konnte, vergingen viele Jahre. „Ich habe bereits 2003 einen Preis für das Drehbuch gewonnen, danach hat aber erst einmal das Geld gefehlt“, erzählte er. Immer wieder sei er auch auf Skepsis gestoßen. „Die meisten haben gedacht, dass es ein Kinderfilm ist und konnten nicht glauben, dass die Geschichte solch eine Kraft entwickeln kann.“ Ganz nebenbei hätten viele Fernsehanstalten für solche Produktionen meist auch kein Budget. Denn historische Filme sind teuer. Letztlich hat es aber doch geklappt. Kummer ist froh, die Geschichte der beiden Jungs nun endlich erzählen zu können.

Die beiden Kinderschauspieler Tilman Döbler und Valentin Wessely seien für den Regisseur indes ein Glücksfall gewesen. „Wir hatten erst etwas Angst, dass irgendwann ihre Spiellust nachlässt, aber für die beiden war es wie ein großes Abenteuer“, so der Regisseur. Dazu gehörte auch, dass die Crew längere Zeit in dem Haus in Tschechien gelebt hat, mit allem was dazu gehört, wie etwa einem Badeofen. „Das hat mir im Nachhinein auch noch einmal gezeigt, welche Poesie diese Einfachheit doch hatte“, so Kummer. Einen zweiten Teil werde es wohl nicht geben. Genügend DDR-Geschichten, die es Wert sind, erzählt zu werden, hingegen schon.

Im Fernsehen wird der Film am 11. Oktober, um 20.15 Uhr in der ARD, sowie am 15. Oktober auf One gezeigt.

Von Danilo Hafer

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