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Sanierung der Börnicker Kirche geht voran

Fehlende Holzteile am Altar werden ersetzt Sanierung der Börnicker Kirche geht voran

Die Rekonstruktion des Altars der Börnicker Dorfkirche soll im Frühherbst dieses Jahres beendet sein. Holzbildhauerinnen haben jetzt fehlende Teile ersetzt, darunter Steinböcke, die als Wappenzier dienen. Demnächst erhalten sie noch den originalen Farbton.

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Christin Dahmen (l.) und Luise Harfmann mit einem neuen und einem ergänzten Steinbock über den Bredowschen Wappen.

Quelle: Foto: Andreas Kaatz

Börnicke. Vorsichtig hält Christin Dahmen dem hölzernen Steinbock in ihrer Hand. Mit einem Schnitzeisen gibt sie ihm den letzten Schliff, das weiche Lindenholz lässt sich gut bearbeiten. Dann kann das neu geschaffene Tier seinen Platz am Altar in der Börnicker Kirche einnehmen. Es kommt über ein Bredowsches Wappen am Wappenfries. Helmzier nennt der Fachmann das. An einem anderen Steinbock daneben müssen lediglich die Beine ergänzt werden.

Christin Dahmen ist Holzbildhauerin, genauso wie ihre Kollegin Luise Harfmann. Die beiden Frau haben ihren Arbeitsplatz mehrere Tage lang in dem Börnicker Gotteshaus. Ihre Aufgabe ist es, fehlende Holzteile am Altar, der derzeit umfangreich restauriert wird, zu ergänzen. 25 Positionen enthält die Liste. Erst wird ein Modell aus Plastilin geschaffen, bevor es dann ans Schnitzen geht, um die Teile originalgetreu wiederherzustellen. Auf diese Weise erhält auch der heilige Matthäus’ seine Hand zurück. Und schon während der Arbeiten schauen auch die Denkmalpfleger genau hin.

Der Altar

Der Altar der Börnicker Dorfkirche stammt ursprünglich aus der katholischen Zeit vor 1539. 1604 wurde er evangelisch umgearbeitet.

Seit ein paar Jahren wird die Kirche saniert. Um den Holzwurm zu bekämpfen, war das Gotteshaus im Herbst 2013 eingehüllt und ein Spezialgas eingeleitet worden.

Der Dachstuhl wurde schon repariert und man hat schadhafte Bretter am Turm gewechselt. Auch die Orgel funktioniert mittlerweise wieder.

Grundlage für die Schnitzholzarbeiten bilden noch vorhandene Originalteile am Altar sowie ein Foto von 1932. „Es wird nur das ergänzt, was man eindeutig belegen kann“, nennt Luise Harfmann die Maxime. So sind auf dem Foto – im oberen Bereich des Altars - auch der heilige Georg und der Drache zu erkennen, von beiden fehlt heute jede Spur. Eine Kopie der Figuren anzufertigen, wäre allerdings zum einen zu teuer für die kleine Kirchengemeinde, zum anderen jedoch - und das ist der Hauptgrund für den Verzicht – ist auf dem Foto nicht mehr im Detail zu erkennen, wie Georg und der Drache einmal ausgesehen haben. Weil es auch in anderen Kirchen im Havelland keine vergleichbaren Figuren gibt, hat man von einer Rekonstruktion abgesehen.

Doch mit der Ergänzung der Teile allein ist es nicht getan. Sie müssen auch noch ihre originale Farbigkeit erhalten, wie es Annett Schulz bezeichnet. Die Restauratorin, die mit traditionellen Farben arbeitet, ist schon seit mehreren Monaten am Altar tätig. „Bis Anfang Oktober wollen wir fertig sein“, sagt sie. Nächste Woche fällt das Gerüst, damit das Kirchenschiff zu einer Ende Juni geplanten Hochzeit nicht mehr nach Baustelle aussieht. Danach erfolgen nur noch Arbeiten im unteren Bereich des Altars. Und im September kommen auch die Holzbildhauerinnen noch einmal nach Börnicke, um die letzten fehlenden Teile zu liefern. Diese werden sie bis dahin in ihrer heimischen Werkstatt angefertigt haben.

„Sie haben das wirklich toll gemacht“, lobt Jörg Schütt, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Börnicke-Kienberg, die Arbeit der beiden Holzbildhauerinnen. Er sieht die 20 000 Euro für die Altarsanierung schon jetzt gut angelegt und ist auch sonst zufrieden mit dem Fortschritt der Arbeiten an der Kirche. „Wir sind dieses Jahr schon ganz schön weit gekommen“, sagt er. Das hätten ihm auch viele Börnicker bestätigt.

So machen beide Eingangstüren wieder etwas her – eine wurde repariert, eine ganz erneuert. Der Anbau an der Südseite ist stabilisiert und neu verputzt worden, auch eine neue Dachrinne gibt es. Am liebsten wäre es Schütt, wenn nach dem Altar auch die Kanzel restauriert werden könnte. Doch das kostet noch einmal 15 000 bis 20 000 Euro. Geld, das die Gemeinde bisher noch nicht zur Verfügung hat.

Von Andreas Kaatz

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