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Havelland Kirchengemeinde will barrierefreie Wohnungen
Lokales Havelland Kirchengemeinde will barrierefreie Wohnungen
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00:17 18.03.2017
Nachdem es jahrzehntelang brach lag, soll das Kirchengelände an der Lange Straße in naher Zukunft bebaut werden. Quelle: Andreas Kaatz
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Brieselang

Seitdem die Traglufthalle für Flüchtlinge an der Lange Straße in Brieselang abgebaut ist, hat der Eigentümer, die Evangelische Kirchengemeinde Falkensee-Seegefeld, eine Planung für die Freifläche initiiert. Dabei handelt es um insgesamt rund sechs Hektar. „Wir stellen uns dort eine Bebauung vor, um Mehrgenerationen-Wohnen zu ermöglichen“, sagt Pfarrerin Gisela Dittmer.

Auf diese Weise wolle man älteren Menschen, die sich nicht mehr allein zu Hause versorgen können, ein neues Zuhause bieten, ohne dass sie gleich in Pflegeeinrichtungen ziehen müssten. Dort könnten sie auch gezielt gefördert werden. „Wir wollen Wohnraum schaffen, wo Jung und Alt zusammen leben und sich gegenseitig helfen können.“ Deshalb sollen auf der Fläche barrierefreie Wohnungen entstehen.

Es ist nicht der erste Anlauf, auf der Kirchenfläche an der Lange Straße etwas zu realisieren. Wie Pfarrerin Dittmer sagt, gab es vor etwa 15 Jahren schon mal den Versuch einer Planung. Das soll aber unter anderem auch von den Anwohnern damals abgelehnt worden sein. Geplant war eine lockere Bebauung mit Würfelhäusern, einem geschlängelten Weg in Richtung Wald und viel Grün. Auf dieser Basis soll jetzt erneut geplant werden, ein Büro ist beauftragt. „Wir wollen die Anlieger mit ihren Ideen und auch die Gemeinde Brieselang mit einbeziehen“, kündigt Gisela Dittmer an.

Hintergrund

Die Absicht des Landkreises, auf dem sechs Hektar großen Kirchengrundstück an der Langen Straße in Bries lang zeitlich befristet eine Notunterkunft für Flüchtlinge zu errichten, sorgte für viele Diskussionen unter den Anwohnern.

Die für 300 Menschen ausgelegte Halle war Mitte Februar vorigen Jahres bezugsfertig. Danach konnten die Anlieger sie vor dem Einzug der ersten Bewohner besichtigen.

Allerdings war die Halle nie voll ausgelastet, nur teilweise belegt. Nachdem die Flüchtlingszahlen generell zurückgegangen waren, wurde die Halle Mitte 2016 schon wieder abgebaut.

Die anderen beiden Traglufthallen in Nauen und Falkensee blieben völlig ungenutzt.

Sie hat zudem noch eine weitere Idee dazu, was auf der Fläche geschehen könnte. „Eventuell ist dort auch eine Art Demenzdorf denkbar“, sagt sie. Dort könnten dann demente und nichtdemente Menschen zusammen wohnen. Denkbar wäre auch ein eigener Einkaufsladen für das Gebiet, „so dass die Bewohner noch so viel wie möglich allein machen können. Es könnte ein eigenes Dorf im Dorf sein, wo es für die Menschen einen gewissen Schutzraum gibt und sie nicht gleich auf einer verkehrsreichen Straße stehen“, sagt die Pfarrerin.

Aber egal, für welche Nutzungsvariante man sich letztlich entscheidet, am Ende muss sie auch wirtschaftlich sein, damit nicht horrende Mieten zu zahlen sind. „Wir sind jetzt auf der Suche nach einem Träger, der das umsetzen kann.“ Und sie wäre auch froh, wenn die Gemeinde Brieselang mitzieht. Auf diese werde man unter anderem wegen der Einleitung eines Planverfahrens zugehen.

Laut Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) hatte die Kirchengemeinde vor ein paar Monaten angekündigt, dass sie eine Planung in Richtung barrierefreies und seniorengerechtes Wohnen beauftragt hat. Seither gebe es aber noch keine weiteren Informationen zu dem, was dort geplant ist.

Dass die Fläche für eine Flüchtlingsnotunterkunft zur Verfügung gestellt worden ist, hatte unter Anwohnern für Diskussionen gesorgt. Deshalb verteidigte die Pfarrerin noch einmal die damalige Entscheidung, dem Landkreis das Areal übergangsweise für die Traglufthalle zu überlassen. „Für uns war es eine Pflicht, die Fläche für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, wenn es keine anderen Quartiere gibt“, so Gisela Dittmer. Die Entscheidung im Gemeindekirchenrat sei einstimmig gefallen. „Dabei ging es uns nicht ums Geld.“ Die Verwendung der Einnahmen war festgelegt, sie dienten der Arbeit mit Flüchtlingen – unter anderem im ehemaligen Agon-Möbelhaus Falkensee.

Von Andreas Kaatz

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