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Havelland Kirchenkreis bietet Platz für Flüchtlinge
Lokales Havelland Kirchenkreis bietet Platz für Flüchtlinge
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13:29 18.10.2015
Letzte Vorbereitungen: Bernhard Schmidt mit Marco Fränkel (l.) und Ute Schwarz aus Spandau. Quelle: Andreas Kaatz
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Zeestow

Ein Auto voll mit Kisten steht vor dem Haus. Darin: Lebensmittel, Bettwäsche und auch Kleidung. Immer wieder kommen Helfer vom kirchlichen Haus Kreisau aus Spandau und tragen die Kartons in das Rüstzeitheim gleich neben der Zeestower Autobahnkirche. Es sind die letzten Vorbereitungen, bevor dort ab nächste Woche Asylbewerber einziehen werden. Denn der Kirchenkreis Falkensee stellt das Gebäude dem Landkreis vorübergehend als Notunterkunft zur Verfügung. „Wir haben davon gehört, dass hier Flüchtlinge einziehen werden und wollten helfen. Selber können wir keine aufnehmen, weil unser Haus, eine Jugendbildungsstätte, sehr gut ausgelastet ist“, begründet Marco Fränkel vom Haus Kreisau das Engagement.

Der Kirchenkreis Falkensee nutzt das Rüstzeitheim, das frühere Zeestower Pfarrhaus, seit rund 50 Jahren als Jugendherberge beziehungsweise Freizeitheim. 24 Betten stehen dort zur Verfügung. „Nach dem Brandanschlag auf die Turnhalle in Nauen wurde an uns die Frage herangetragen, ob wir das Gebäude nicht verübergehend als Notunterkunft zur Verfügung stellen könnten“, sagt Pfarrer Bernhard Schmidt, Vorsitzender der Kollegialen Leitung des Kirchenkreises Falkensee. „Schnell war klar, dass wir das Haus dem Landkreis anbieten werden.“ Der Kreiskirchenrat hatte darüber beraten und einstimmig dafür entschieden. Somit können dort 24 Menschen bis spätestens Ende Januar eine vorübergehende Bleibe erhalten. Dann benötigt der Kirchenkreis das Heim selbst wieder. „Wir wollen die obere Etage des Hauses nächstes Jahr ausbauen, so dass dort künftig mindestens 40 Kinder untergebracht werden können und das Gebäude auch für Klassenfahrten geeignet ist“, so Schmidt. Aber ohnehin sei mit dem Landkreis vereinbart, dass die Zeestower Asylbewerber dann nach Schönwalde oder Dallgow-Döberitz umziehen, wo es jetzt noch keine Unterkünfte gibt.

„Es ist das erste Mal, dass im Landkreis ein kirchliches Objekt für eine größere Personenzahl zur Verfügung gestellt wird“, sagt Schmidt. Zwar habe man deshalb auch angemeldete Gruppen ausladen müssen, „aber wir sind auf großes Verständnis gestoßen“, so der Pfarrer, der vom Landkreis erfahren hat, dass das Haus nächste Woche voll wird.

Er findet es zudem gut, wie die Zeestower mitgemacht haben. „Wir haben gleich im September die Bevölkerung informiert. Es gab auch Ängste und Befürchtungen, aber die muss man auch nennen können. Nicht jeder, der eine Sorge äußert, ist gleich ein Neonazi“, sagt der Pfarrer, der zudem bekräftigt, dass es keine Bannmeile um das Haus geben wird. Seiner Ansicht nach würde sich das Haus mit seinem großen Gelände drumherum, dem Spielplatz und der Kirche nebenan gerade auch für Familien anbieten und ihnen ein gewisses Maß an Lebensqualität bieten.

Mehrere Dorfbewohner erklärten sich bereit, den Asylbewerbern Deutschunterricht zu geben. Einer möchte ihnen mit dem Fahrrad zeigen, wo der Supermarkt ist oder der Brieselanger Bahnhof. Die Willkommensinitiative Dallgow stellt dazu mehrere Fahrräder zur Verfügung. Eine Bewohnerin will Zettel vorbereiten, auf denen alltägliche Dinge in Bildsprache erklärt werden, aber auch auf arabisch. „Und wir sind dabei, einen Fahrdienst zu organisieren“, sagt Pfarrer Schmidt.

Ortsvorsteherin Michaela Belter beschreibt die Stimmung im Ort als „verhalten positiv“. Viele würden sich einbringen, wenn sie das Gefühl haben, dass es auch gewünscht ist. „Wir werden auch trotzdem den Adventsmarkt durchführen. Entweder, die Asylbewerber machen mit oder nicht. Wir werden es ausprobieren", sagt sie und hofft, dass vor allem Familien mit Kindern nach Zeestow kommen. Vom Grundsatz her begrüßt sie Unterkünfte wie die in Zeestow für 20 bis 30 Menschen, die im Gegensatz zur geplanten Traglufthalle für 300 Leute in Brieselang menschenwürdig seien.

Von Andreas Kaatz

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