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Havelland Kirchenkreis mit neuer Führung
Lokales Havelland Kirchenkreis mit neuer Führung
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00:26 11.11.2015
Ditmar Lümmen (2. v. l.) mit Eva Dittmann-Hachen, Jens Greulich (2. v. r.) und Bernhard Schmidt. Quelle: Philip Häfner
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Falkensee

Lümmen, der in Dallgow-Döberitz lebt, aber der Falkenseer Kirchengemeinde Heilig Geist angehört, ist Vorsitzender des dortigen Kirchbauvereins, war aber ansonsten im Kirchenkreis bislang kaum in Erscheinung getreten. „Für mich ist das alles noch relativ neu. Trotzdem traue ich mir diese Aufgabe zu“, sagte der 59-Jährige. „In meinem früheren Berufsleben musste ich immer wieder einen Konsens finden, wenn es widerstreitenden Meinungen gab. Ich habe mir sagen lassen, dass das auch in der Synode manchmal vorkommt.“ Lümmen tritt die Nachfolge von Olaf Schmidt (Kirchengemeinde Falkensee-Falkenhagen) an. Er will sich vor allem für Flüchtlinge stark machen, außerdem soll die Jugendarbeit intensiviert werden.

Das Thema Flüchtlinge wurde auch auf der Synode intensiv diskutiert. Das Kirchenparlament und der Kreiskirchenrat gaben eine gemeinsame Erklärung heraus, in der es unter anderem heißt: „Es gilt die Menschen, die auf der Suche nach Frieden und einem menschenwürdigen Leben nach Deutschland kommen, freundlich aufzunehmen und sie menschenwürdig zu behandeln. Nicht alle, die zu uns kommen, werden bei uns bleiben können. Doch so lange sie bei uns sind, haben sie eine menschenwürdige Behandlung verdient.“ Der Auftrag der Kirche müsse darin bestehen, nicht nur diakonisch und karikativ zu wirken, sondern auch die Gemeinden für zugereiste Menschen zu öffnen.

Kirchenparlament

Die Kreissynode ist das Kirchenparlament und kommt zweimal im Jahr zusammen. Mitglieder sind alle Gemeindepfarrer sowie die Kreisbeauftragten für Katechetik, Jugendarbeit und Kirchenmusik. Jede der 21 Gemeinden des Kirchenkreises stellt dazu je nach Größe einen bis vier Laienvertreter.

Der Kreiskirchenrat leitet den Kirchenkreis. Er wird von der Synode gewählt und tagt einmal im Monat. Die Kollegiale Leitung wird von der Kreissynode zusammen mit dem Kreiskirchenrat für sechs Jahre gewählt.

Schon jetzt engagieren sich viele Kirchengemeinden in den Willkommensinitiativen ehrenamtlich für Asylbewerber. Im nächsten Jahr soll für 25 000 Euro zusätzlich eine Projektstelle mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsarbeit eingerichtet werden – „ein spezifisch kirchlicher Beitrag“, wie Bernhard Schmidt, der Vorsitzende des Kreiskirchenrats, es nannte. Lange diskutierte die Synode darüber, ob diese Person auch die Seelsorge in Altersheimen übernehmen sollte, wie es einige Mitglieder forderten. Doch diese Idee wurde schließlich wieder verworfen.

Ein weiteres Thema, das den Kirchenkreis derzeit beschäftigt, ist die Zukunft des Rüstzeitenheims in Zeestow. Aktuell sind dort Flüchtlinge aus Syrien, Tschetschenien und Pakistan untergebracht, doch sie sollen bereits Ende Januar wieder ausziehen. Der Kreiskirchenrat würde das Gebäude, das bislang nur schwach ausgelastet war und sich in keinem guten Zustand befindet, danach gerne sanieren und ausbauen. „Wir haben dringenden Handlungsbedarf“, so Bernhard Schmidt. Mittelfristig könnten dann nicht nur Kirchengruppen, sondern auch Schulklassen übernachten. Auf der Frühjahrssynode soll nun zunächst ein Nutzungskonzept für das Rüstzeitenheim vorgelegt werden.

Von Philip Häfner

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