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Havelland Kita-Kinder forderten Marathonläufer heraus
Lokales Havelland Kita-Kinder forderten Marathonläufer heraus
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23:00 26.07.2015
Laufbegeisterte Rathenower nahmen Peter Muthoni in ihre Mitte zum großen Wettlauf am Schwedendamm. Quelle: Christin Schmidt
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Rathenow

„Das Wir gewinnt““- so steht es auf dem großen Pokal, den die Kinder der Göttliner Kita Spatzennest mit ihren Freunden und Helfern nach einem anstrengenden Lauf stolz präsentierten. „Alle haben gewonnen“, lobte Elke Dartsch, Kita-Leiterin und Mitglied des Fördervereins Spatzennest, die knapp 80 Mitstreiter, die sich am Donnerstagnachmittag auf dem Sportplatz am Schwedendamm zu einem besonderen Wettlauf eingefunden hatten. Eine Stunde lange wollten sie mit Marathonläufer Peter Muthoni um den Sportplatz flitzen – nacheinander natürlich. Denn so viel Puste wie der 18-Jährige Kenianer haben die Kinder und auch ihre Unterstützer nicht. Während Peter eine Stunde am Stück laufen musste, sollten die Herausforderer so viele Menschen mobilisieren, dass die ganze Zeit über mindestens ein Läufer auf dem Sportplatz seine Runden dreht.

Natürlich stand dabei in erster Linie der Spaß im Vordergrund, aber Elke Dartsch wäre nicht Elke Dartsch hätten sie der Aktion nicht noch einen wohltätigen Zweck verpasst. Dieses Mal wurde Geld für eine Grillanlage oder einen Herd für das Asylbewerberheim am Birkenweg - in dem Peter lebt - gesammelt. Dafür zahlte jeder Läufer eine Startgebühr von einem Euro, viele packten dazu noch etwas Geld in den Spendentopf, so dass am Ende 210 Euro zusammenkamen.

Für Peter war es ein lockerer Spaziergang

32 Runden á 400 Meter lief Peter Muthoni in Begleitung seiner Lauffreunde des Rathenower Leichtathletik Vereins und mit jeder Runde lächelte der schüchterne junge Mann ein bisschen mehr. Von Anstrengung keine Spur.

Im Gegenteil, Peter lief so leichtfüßig als würde er nur flott spazieren. Niemand konnte ihn aufhalten, auch nicht Elke Dartsch, die versuchte ihn mit Kuchen von der Bahn zu locken. Die Herausforderer vom Spatzennest brachten es auf insgesamt 28 Runden. Die Rundenzahl war aber nicht entscheidend, was am Ende zählte war allein das Durchhalten.

Für so manchen war es der erste Lauf seit langer Zeit. „Ich bin seit gefühlten 50 Jahren nicht mehr gerannt“, prustete Margi Piontek, Sozialarbeiterin in der Asylunterkunft. Sie lief nicht nur mit, sie hatte auch bei der Organisation tatkräftig mitgeholfen. Katrin Rentmeister, Sachbearbeiterin für den Bereich Sport und Jugend vertrat die Stadtverwaltung und absolvierte mit Leichtigkeit einige Runde. Sogar ein Rettungssanitäter ließ sich von der guten Stimmung anstecken und lief in Arbeitskleidung mit den Kindern.

„Miteinander laufen, anstatt aneinander vorbei zu laufen“

„Miteinander laufen, anstatt aneinander vorbei zu laufen. Es kann so einfach sein“, lobte Elke Dartsch das Engagement aller Mitstreiter. Dazu gehörten auch Mitarbeiter des Kreissportbundes. Die hatten nicht nur eine Hopseburg zur Freude der zahlreichen Kinder aufgestellt. Geschäftsführer Karsten Leege lief sogar selbst mit. „Ihr habt ein Zeichen für Toleranz und Freundschaft gesetzt“, so Elke Dartsch.

Peter Muthoni wurde in Kenia geboren und kam Anfang 2014 nach Deutschland, mittlerweile lebt er im Asylbewerberheim am Birkenweg. Als er vor einigen Wochen half in der Göttliner Kita bei einem Arbeitseinsatz half, entstand die Idee zum Wettlauf. Seither haben die Kinder fast täglich geübt, zweimal hatten sie gemeinsam mit Peter trainiert und sich von ihm Tipps geholt.

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Der Asylbewerber Peter Muthoni aus Rathenow lief am Donnerstag gemeinsam mit Kita-Kindern um die Wette. Mit dem Startgeld soll das Asylbewerberheim in Rathenow ausgerüstet werden.

Von Christin Schmidt

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