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Kita Kleine Philosophen feiert 60. Geburtstag

Rathenow Kita Kleine Philosophen feiert 60. Geburtstag

Die Rathenower Kita Die kleinen Philosophen hat am Dienstagnachmittag ihren 60. Geburtstag gefeiert. Am 7. Oktober 1957 war sie eröffnet worden als Kinderkrippe für Mütter, die im Chemiefaserwerk Premnitz im Schichtdienst arbeiteten. Sie war rund um die Uhr immer in Betrieb. Heute hat sie 80 Plätze und ist bis 2019 komplett ausgelastet.

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Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Es kommt nicht oft vor, dass Jubiläen auf Baustellen gefeiert werden. An der Kita Die kleinen Philosophen hat das am Dienstagabend aber niemandem die Laune verdorben, als deren 60-jähriges Bestehen gefeiert worden ist. Am Kita-Gebäude wird gerade außen die Fassade neu gemacht – weil das schon lange ersehnt worden ist, war es eher ein Grund zur Freude. Feste muss man schließlich feiern, wie sie fallen, und die Kita war am 7. Oktober 1957 eröffnet worden. Als Tag der Republik war das in der DDR ein großer Feiertag.

Die Einrichtung war damals als Krippe für Mütter im Schichtdienst des Chemiefaserwerks in Premnitz geschaffen worden, erinnerte Kita-Leiterin Carola Liedtke in ihrer Begrüßungsansprache. Rund um die Uhr, an allen Sonn- und Feiertagen sei sie in Betrieb gewesen. Hinter der Krippe habe der stets gut gefüllte Fahrradständer gestanden und gleich davor sei eine Bushaltestelle gewesen, um die jungen Mütter direkt zum Werk nach Premnitz zu bringen, wo sie in vier Schichten arbeiteten.

Als Höhepunkt ließen die Kinder bunte Ballons mit ihren Zukunftswünschen in den Himmel aufsteigen

Als Höhepunkt ließen die Kinder bunte Ballons mit ihren Zukunftswünschen in den Himmel aufsteigen.

Quelle: Bernd Geske

Zur Einstimmung auf die Geburtstagsfeier hat Bärbel Babetzki von den Rathenower Blasmusikanten auf der Trompete „Happy Birthday“ gespielt und viele Anwesende sangen mit. Zum Höhepunkt spielte sie die Brandenburghymne „Märkische Heide“ und alle Kinder ließen verbunden mit ihren Zukunftswünschen bunte Ballons in den Himmel aufsteigen. Für die Stadt Rathenow übergab der Erste Beigeordnete Hans-Jürgen Lemle Spielzeug und Süßigkeiten. Der Förderverein der Kita schenkte einen jungen Baum, weil beim Sturm wenige Tage zuvor ein größerer Baum umgefallen war. Neben Eltern und Großeltern waren auch ehemalige Erzieherinnen eingeladen, die sich viel zu erzählen hatten.

Eine Hopsburg war aufgeblasen, ein Karussell fuhr unentwegt, im Sportraum lief eine Kinder-Disko und im Eingangsbereich der Kita gab eine kleine Ausstellung einen Rückblick auf die Kita-Geschichte. 1973 hatte dort die praktische Ausbildung von jungen Krippenerzieherinnen begonnen. 1981 war Schluss mit dem ständigen Nachtdienst, die Einrichtung wurde in eine Tageskrippe umgewandelt. 1991 übernahm die Stadt Rathenow die Trägerschaft, der Altersbereich der betreuten Kinder – als Krippe nur bis drei Jahre – wurde auf bis sechs Jahre erweitert. Zum 50. Geburtstag der Kita 2007 wurde ein Förderverein gegründet. In den beiden Jahren danach konnte die wegen fehlenden Bedarfs beabsichtigte Schließung der Kita abgewendet werden.

Die Kita hat eine Kapazität von 80 Plätzen und ist bis 2019 voll ausgelastet. Wie Leiterin Carola Liedtke berichtet, sind derzeit elf Erzieherinnen tätig. Eine zwölfte wird im Dezember eingestellt. Es gibt einen Hausmeister und zwei Köchinnen bereiten das Essen in der Kita zu. Gebildet wurden sieben Gruppen. Die drei Gruppen des Unter-drei-Jahren-Bereiches (U 3) sind im Erdgeschoss und die vier Gruppen mit Kindern über drei Jahren im Obergeschoss untergebracht.

Die Kita ist seit 2009 Haus der kleinen Forscher

Seit 2009 ist die Kita ein Haus der kleinen Forscher. Die Erzieherinnen machen regelmäßig naturwissenschaftliche Experimente mit den Kindern, organisieren entsprechende Projekte, nehmen an Weiterbildungen teil und sind Mitglied eines entsprechenden Netzwerks. Es gibt eine Zusammenarbeit mit dem Optikindustriemuseum, dem Optikpark und dem Ökogarten am Ferchesarer Weg. Schon seit vielen Jahren gehen Erzieherinnen der Kita mit den Kindern der älteren Gruppen einmal pro Woche in die Rathenower Schwimmhalle.

„Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit unserer Elternvertretung und dem Förderverein“, lobt Carola Liedtke. Zum zweiten Mal habe eine Mannschaft des Fördervereins kürzlich an einem Wohltätigkeitslauf an der Müritz teilgenommen. Wer ein förderwürdiges Projekt benenne und entsprechende Laufergebnisse erreiche, erhalte eine Spende von 500 Euro. Vor einem Jahr habe der Verein vom Geld für die Kita fünf Bobby-Cars gekauft und in diesem Jahr seien Musikinstrumente angeschafft worden. Die Elternvertretung bringe viele eigene Gedanken ins Kita-Leben ein, arbeite sehr zuverlässig und habe bei der Jubiläumsfeier viele Aufgaben übernommen.

In den letzten Jahren hat die Stadt dort diverse Bauarbeiten ausführen lassen. 2015 wurde der Brandschutz innen verbessert, 2016 der Brandschutz außen, zwei Rettungstreppen wurden angesetzt. In diesem Jahr hat die Kita schon einen neuen Spielplatz bekommen und gegenwärtig wird die Fassade gemacht, so dass sie mit ihren 60 Jahren bald ganz neu aussehen wird.

Von Bernd Geske

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