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Kita-Plätze: 140 Eltern erhielten Absage

Brieselang Kita-Plätze: 140 Eltern erhielten Absage

Zahlreiche Eltern machten in der Bürgerversammlung in Brieselang ihrem Unmut Luft. Denn vor ein paar Tagen erhielten 140 von ihnen ihren Ablehnungsbescheid für den beantragten Kita-Platz. Die Gemeinde ist dabei, den Engpass bei der Kinderbetreuung zu beseitigen, doch eine echte Entlastung wird es erst im nächsten Jahr geben.

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Die kommunale Kita Birkenwichtel in Brieselang: Weil in diesem Jahr zwölf Kinder zurückgestellt werden, kann die Einrichtung im Spätsommer nur 22 Kinder neu aufnehmen statt bisher 32. Zudem muss sie aus Bauordnungsgründen mit fünf Plätzen weniger starten. Jetzt sind dort 134 Kinder.

Quelle: Vivien Boche

Brieselang. Der Ärger ist groß bei vielen Eltern mit kleinen Kindern. Denn 140 von ihnen, die auf einen Kita-Platz hofften, haben jetzt eine Absage bekommen. „Wir haben Zwillinge, haben dadurch sowieso schon Mehrausgeben gegenüber Eltern, die nur ein Kind haben. Warum werden wir ausgegrenzt?“, fragte eine Mutter auf der Bürgerversammlung am Freitagabend. Von Existenzgefährdung sprach ein anderer. Weitere kritisierten, dass die Eltern nur eine Woche Zeit hatten, auf das Schreiben der Gemeinde zu antworten, die sich aber sechs Wochen Zeit mit der Antwort gelassen habe. Und schließlich: „Warum hat die Gemeinde nicht schon früher reagiert?“, merkte jemand an.
Ein Unmut, der schon in den Tagen zuvor deutlich geworden ist. Der bei der Gemeinde für Soziales zuständige Fachbereichsleiter Thomas Lessing wies darauf hin, dass bei der Vergabe der Plätze in der kommunalen Kita „Birkenwichtel“ ein Kriterienkatalog angewendet wird. Die Mehrbelastung wegen der Kinderzahl spiele dabei keine Rolle. Unter anderem werde geprüft, ob es einen besonderen Erziehungsbedarf gibt, ob die Kinder drei Jahre alt sind oder ob die Eltern am Tage zu Hause sind. „Die Kriterien werden für alle angewendet“, so Lessing. Dies mündete dann in eine Prioritätenliste. Die freien Kita-Träger würden ihre Plätze indes selbstständig vergeben, so Lessing.

„Uns ist bewusst, dass Schicksale dahinter stecken“, sagte Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU). „Wir sind aber optimistisch, dass wir in den nächsten Wochen noch den ein oder anderen Platz zur Verfügung stellen können.“ So würden zwei Tagesmütter sofort aufmachen, sie suchen aber derzeit noch ein Mietobjekt mit zwei bis drei Räumen und einem kleinen Garten, sagt er.

Sowohl in Brieselang als auch in Nachbargemeinden sei man auf der Suche nach Objekten, die sich für Kinderbetreuung eignen. „Da werden in Kürze Entscheidungen fallen“. So werde geprüft, ob man den großen Sportraum der Sportlerklause nutzen kann, aber auch mit dem freien Träger des Hortes und der Kita Zwergenburg in Zeestow spreche man wegen einer Lösung. „Da sind wir optimistisch, dass wir im Herbst Plätze zur Verfügung stellen können“, meint Garn. Bei anderen Objekten habe sich diese Hoffnungen aber zerschlagen. Zudem sei es schwierig, an Erzieher zu kommen.

Für größere Entlastung wird die Inbetriebnahme der neuen Kita am alten Rathaus mit 108 Plätzen sorgen, die aber erst im Herbst 2018 fertig wird. Noch liegt nicht mal die Baugenehmigung vor, die wird im Juli erwartet. Weitere 31 Plätze entstehen mit dem Erweiterungsbau der Zeestower Kita 2018. Angesichts der angespannten Lage werde man zudem die Kita Regenbogen mit ihren 75 Plätzen nach Fertigstellung der neuen Kita doch nicht schließen.

Dass es überhaupt zu dem Engpass gekommen ist, hänge laut Garn zum einen mit der rasanten Entwicklung der Gemeinde zusammen („Wir werden dieses Jahr die Zahl von 12 000 Einwohnern überschreiten.“), was in der Form nicht zu erwarten gewesen sei. Zum anderen habe der Landkreis bisher bei seinen Prognosen zur Kinderzahl immer von abnehmender Tendenz gesprochen. „Noch 2013, als über den Bau einer neuen Kita in Süd gesprochen wurde,war die Zahlenlage nicht klar“, so Garn. „Seit 2016 fliegen uns aber die Bauanträge um die Ohren.“ Dass man sich dem Elternwunsch gebeugt hatte und den Neubau der Kita Regenbogen von Süd an den Forstweg verlegt hat, habe darüber hinaus zwei Jahre gekostet.

Von Andreas Kaatz

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