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Havelland Kita-Plätze, Kultur und Bürgerfreundlichkeit
Lokales Havelland Kita-Plätze, Kultur und Bürgerfreundlichkeit
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00:20 23.09.2017
Der Bürgermeisterstuhl im Nauener Rathaus wird am Sonntag oder aber bei der Stichwahl am 15. Oktober neu vergeben. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Von den politischen Kräften mit einer Fraktion in der Stadtverordnenversammlung haben einzig die Linken und die Wählerinitiative „Frischer Wind für Nauen und Ortsteile/Piraten“ keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen geschickt. Die Linken erklärten jedoch frühzeitig, den SPD-Bewerber Oliver Kratzsch zu unterstützen. „Auch wenn es im Wahlkampf die eine oder andere Irritation gab, sehen wir unsere Prioritäten in seinem Wahlprogramm am besten vertreten“, erklärt Fraktionschefin Susanne Schwanke-Lück.

Beide Vereinigungen haben bestimmte Erwartungen an das neue Stadtoberhaupt – egal wer am Ende ganz vorn liegt. So erhofft sich die Partei Die Linke ab nächstem Jahr, „dass die über weite Strecken konstruktive Zusammenarbeit zwischen Stadtverordnetenversammlung und Verwaltung fortgesetzt wird. Vom neuen Bürgermeister erwarten wir aufgrund der komplizierten Mehrheitsverhältnisse in der Stadtverordnetenversammlung zunächst, dass er mit den Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung das Gespräch sucht.“

Zwar sei in den letzten Jahren viel erreicht worden, aber gleichzeitig lägen große Aufgaben vor der Stadt, die Rathaus und Stadtverordnetenversammlung angehen müssen. „Wir setzen hier als Linke klare Prioritäten“, sagt Susanne Schwanke-Lück. Bei der sozialen Infrastruktur fordert man eine zeitnahe Kita-Versorgung sowie eine konsequente Fortsetzung der Schul- und Kita-Sanierungen. Zudem soll auf ein bedarfsgerechtes und differenziertes Angebot an Wohnraum Einfluss genommen werden. Dazu gehöre auch der soziale Wohnungsbau. Ein Schwerpunkt solle auf der Wiederbelebung der Altstadt liegen, wozu die Wiederansiedlung eines Wochenmarktes gehört. Auch sei die Sauberkeit verbesserungswürdig. Nicht zuletzt müsse die Feuerwehr gut ausgestattet und die Arbeit der Kameraden generell besser anerkannt werden.

„Reserven sehen wir noch in der Bürgerfreundlichkeit der Verwaltung und leider noch im Zusammenwachsen der gesamten Stadt“, sagt die Fraktionschefin, die auch die Wahlprogramme der Kandidaten verglichen und teils eine große Ähnlichkeit festgestellt hat. „Jeder Kandidat setzt seine persönlichen Prioritäten, letztendlich wird es aber darauf ankommen, wie diese Ziele und Versprechen umgesetzt werden können. Nicht alle Vorstellungen sind aus unserer Sicht realistisch, da sie zum einen nicht im Verantwortungsbereich der Stadt liegen und zum anderen erst Fragen der Finanzierbarkeit zu klären sind.“

Die Wählerinitiative Frischer Wind fordert vom neuen Stadtoberhaupt, dass die Volksvertreter ernst genommen werden. „In der Vergangenheit hatten wir als Stadtverordnete häufig das Gefühl, dass wir für die Verwaltung ein lästiges Übel sind. Wir erwarten von dem neuen Bürgermeister eine Kultur der Einbeziehung aller Fraktionen in wichtige Entscheidungsprozesse und kein ’Regieren nach Gutsherrenart’“, sagt Fraktionschef Steffen Glagow. Er schätzt ein, dass sich Nauen gut entwickelt hat, aber fordert angesichts des Zuzuges ein zukunftssicheres Konzept für alle Bereiche des Lebens. Beispielsweise bei den Kitas.

„Die Verwaltung hat sich bei der Bemessung der notwendigen Kitaplätze massiv verschätzt und sich dann hinter Paragrafen versteckt. Es ist ein Unding, dass man einer Familie z.B. aus Hertefeld zumutet, ihr Kind in die Kita nach Groß Behnitz zu bringen. Eine derartige Politik ist extrem familienunfreundlich. Wir erwarten vom neuen Bürgermeister, dass er wohnortnahe Kitaplätze insbesondere in den Ortsteilen schafft“, so Glagow. Zudem sei die Aufnahmekapazität der Grundschulen zu gering. Ein Teil der Schulen sei alt, räumlich sehr begrenzt und teilweise sehr sanierungsbedürftig – speziell die Grundschule am Lindenplatz.

Zudem ist aus Sicht von Frischer Wind ein Kulturkonzept nötig. So sollten Stadtpark und Freilichtbühne aufgewertet werden, damit dort im Sommer regelmäßig Open Air-Kinovorstellungen oder Konzerte stattfinden können. Beides befinde sich derzeit in einem grauenhaften Zustand. Außerdem meint Glagow: „Wir wünschen uns vom neuen Bürgermeister die Umsetzung eines Grünflächenkonzeptes, welches die optische Attraktivität steigert.“ Momentan erblicke jeder, der nach Nauen kommt, als erstes einen zubetonierten Kreisverkehr. Vielfach sei das Straßenbegleitgrün in der Kernstadt und einigen Ortsteilen nicht gerade einladend.

Nachholebedarf sieht die Initiative zudem bei der Grabenpflege und man will, dass sich der neue Bürgermeister des Themas „Rückzahlung der Altanschließergebühren“ annimmt. Nicht zuletzt meint Glagow: „Wir erwarten vom neuen Bürgermeister einen Umbau der Verwaltung mit klaren fachlichen Zuständigkeiten und kurzen Hierarchien.“ Derzeit würden Anträge erst über zehn Tische gehen, bevor sie beim zuständigen Bearbeiter ankommen.

Von Andreas Kaatz

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