Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Kita-Streik: Erzieher fordern mehr Geld
Lokales Havelland Kita-Streik: Erzieher fordern mehr Geld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:34 20.03.2018
Kerstin van Raemdonck und Silke Liebel sprachen stellvertretend für viele Falkensee Erzieher. Knapp 100 davon beteiligten sich am Streik.
Falkensee

In der Kita Spatzenhaus in Falkensee blieben am Montag die Lichter aus und die Türen verschlossen, so wie auch in vielen weiteren kommunalen Einrichtungen in Falkensee und Rathenow aber auch in Velten und Hohen Neuendorf. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes am Montag zu einem Warnstreik aufgerufen.

In vielen kommunalen Einrichtungen in Falkensee und Rathenow, aber auch in Velten und Hohen Neuendorf blieben am Montag die Türen stundenweise oder ganz verschlossen. Die Gewerkschaft verdi hatte die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu einem Warnstreik aufgerufen. Die MAZ hat bei der zentralen Kundgebung in Falkensee Eindrücke gesammelt.

Zur zentralen Kundgebung vor dem Falkenseer Rathaus kamen etwa 200 Beschäftigte. Gemeinsam zogen sie vom Bahnhof Richtung Stadtverwaltung. Allein aus Falkensee beteiligten sich acht Kitas und drei Horte am Warnstreik. Rund 100 Erzieher legten hier ihre Arbeit nieder.

Für die Beschäftigten fordert Verdi in der bundesweiten Tarifrunde eine Entgelterhöhung um sechs Prozent, mindestens jedoch 200 Euro monatlich. Für die Auszubildenden und Praktikanten wird eine Erhöhung um 100 Euro monatlich gefordert.

„Wir wollen mehr Geld – und das nicht nur für die Erzieher“, sagte Sabine Nagel. Die Falkenseerin arbeitet seit 34 Jahren als technische Mitarbeiterin in einer Kita und schloss sich dem Streik mit dem gesamten Kitapersonal an.

Warnstreik ist Folge der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde

Das Spatzenhaus bleib am Montag daher geschlossen. Sabine Nagel und ihre Kolleginnen fordern, dass auch Auszubildende und Praktikanten ordentlich entlohnt werden. „Der Beruf muss auch für junge Menschen attraktiv bleiben, die heute darüber nachdenken, was sie einmal beruflich machen möchten“, so Nagel.

Daraus geworden ist bisher nichts. Der Warnstreik ist die Folge der ergebnislos verlaufenen zweiten Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften. „Wir alle brauchen den öffentlichen Dienst und müssen diesen auch fit machen für den Wettbewerb um Auszubildende“, betonte auch Erich Mendroch, Landesbezirksfachbereichsleiter bei Verdi. In den kommenden fünf bis zehn Jahren würden etwa die Hälfte der Beschäftigten in den kommunalen Einrichtungen altersbedingt ausscheiden.

„Wir brauchen dringend Auszubildende und Fachkräfte, die auch bei uns bleiben“, sagte Kerstin van Raemdock, Kitaleiterin aus Falkensee.

Nächste Verhandlungsrunde ab 15. April

Auch aus Rathenow kamen etwa 40 Erzieher sowie Mitarbeiter des Landkreises und der Kreisverwaltung nach Falkensee. Von den neun Vorschuleinrichtungen blieb dort eine gänzlich geschlossen, in den anderen lief ein Notbetrieb.

„Wir wollten unseren Berufstätigen nicht ganz vor den Kopf stoßen, dennoch müssen wir unsere Forderungen deutlich machen“, sagte Edda Stettin, die seit 1979 als Erzieherin arbeitet. In vielen Branchen habe es in den vergangenen Jahren Lohnerhöhungen gegeben, nur nicht bei den Erziehern, bemängelt sie. „Jetzt sind wir auch mal dran“, sagte Edda Stettin und mischt sich wieder unter die Streikenden.

Am 15. April geht die Verhandlung in die nächste Runde, dann erwarten Gewerkschaften und Beschäftigte ein akzeptables Angebot. Dabei geht es nicht nur um die Erzieher, sondern auch Pflegehelfer, Straßenwärter und Beschäftigte in weiteren kommunalen Bereichen.

Das Forderungspaket enthält zudem eine Angleichung der Jahressonderzahlung im Osten an die im Westen. Betroffen sind etwa 2,3 Millionen Beschäftigte in Deutschland.

Von Danilo Hafer

Gleich mehrere Probleme gab es am Sonntag bei einem Brand nahe Falkensee. Als die Feuerwehr nach einer umständlichen Anfahrt den brennenden Wald erreicht hatte, erschwerten Windböen und fehlendes Löschwasser die Arbeit – obwohl das nächste Wasserwerk ganz nah war.

19.03.2018

Am 22. März soll die Belegschaft des BSH-Hausgerätewerks Nauen ihren neuen Betriebsrat wählen. Ausgerechnet die IG Metall wollte diese Wahl verhindern. Doch das Arbeitsgericht Brandenburg/Havel überzeugt die Gewerkschaft und 26 Kläger, dass sie mit ihrem Ziel „Abbruch der Wahl“ scheitern würden. Daher ziehen sie ihre Klagen zurück.

19.03.2018

Der Rhinower Horst Dahlmann kehrt erfolgreich von der 66. Deutschen Taubenschau zurück. Auch in Polen und Erfurt heimste er mit seinen Pommerschen Kröpfern Preise ein. Der Nachwuchs für die kommende Saison ist bereits Ende Januar geschlüpft. Der Züchter plant Großes mit den jungen Tieren.

18.03.2018