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Havelland Kitakinder bespaßen die Premnitzer Frauen
Lokales Havelland Kitakinder bespaßen die Premnitzer Frauen
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02:15 12.03.2017
„Das bisschen Haushalt...“ Der Tanz zu diesem Lied kam bei den Frauen aus der Siedlung sehr gut an. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Als die gerade zweijährige Magdalena ihr Lied „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“ sang, hat ihr natürlich niemand im Saal abnehmen können, dass sie dann zu Hause bleibt, eine Schürze umbindet und die Stube ausfegt. Für solche Dinge wäre sie ganz offensichtlich noch zu klein – aber ein wunderbarer Beitrag ist es trotzdem gewesen.

Den Zuhörerinnen muss dabei einfach warm ums Herz geworden sein. Der Förderverein der Kita „Flax und Krümel“ hatte die Bewohnerinnen der Premnitzer Siedlung am Mittwochnachmittag zu einer Frauentagsfeier in den Saal der Oberschule eingeladen. 50 Zuhörerinnen kamen und erlebten zwei unvergessliche Stunden.

Mitglieder des Fördervereins hatten Kaffee gekocht, Kuchen gebacken, die Tische gestellt und sie gedeckt. Nachdem der stellvertretende Vereinsvorsitzende Mike Schendel zwei knackig kurze Sätze zur Begrüßung gesprochen hatte, durfte sich das Publikum aber nicht gleich den leiblichen Genüssen hingeben. Es folgte ein halbstündiges Kulturprogramm, bei dem viele Vorschulkinder und einige jüngere mitwirkten. Es war naturgemäß auf den Internationalen Frauentag und den beginnenden Frühling abgestimmt.

Lieder und Gedichte wie „Guten Morgen, Mamilein“, „März im Garten“, „Meine Mami hat’s nicht leicht mit mir“, „Ich wünsche dir, was man nicht kaufen kann“ wurden vorgetragen. Mädchen in Kittelschürzen tanzten mit Besen und Kopftuch zum Lied „Das bisschen Haushalt“. Eine Kindergruppe zeigte Leibesübungen zum Titel „Mami, jetzt mach’ ich dich fit“. Die Frauen aus der Siedlung klatschten sofort mit.

Es war die erste größere Veranstaltung überhaupt, die der im Februar 2016 gegründete Kita-Förderverein ausgerichtet hat. „Die Veranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen unserer Kita im November hatten sehr viel Anklang gefunden“, hat die Vereinsvorsitzende Sandy Worf berichtet. „Da haben wir uns gedacht, warum sollten wir nicht mal eine Veranstaltung für andere machen?“ Nun muss man wissen, dass die Kita-Leiterin Ines Börs in der Siedlung wohnt. Das ist ein weitläufiges Eigenheimgebiet im Osten der Stadt, dessen Bewohner seit Jahrzehnten von einem aktiven Siedlerverein zusammengehalten werden.

Bis kurz nach der Wende hatte es in der Siedlung auch eine Kita gegeben, deren Kinder für Bewohner bei runden Geburtstagen immer Lieder sangen. Ohne Kita schlief die Sitte ein. Der Siedlervereinsvorsitzende Manfred Thomas fragte letztes Jahr dann bei Ines Börs an, ob Kinder von „Flax und Krümel“ vielleicht künftig Geburtstagsständchen bringen würden. Die Kita nahm an, im Dezember letzten Jahres brachten sie das erste Ständchen dar und mittlerweile sind sie schon zu fünf Geburtstagen gewesen.

Förderverein der Kita „Flax und Krümel“

Gegründet wurde der Förderverein der Kita „Flax und Krümel“ in Premnitz am 25. Februar 2016.

Bei der Gründung hatte der Verein 27 Mitglieder.

Heute hat der Förderverein 38 Mitglieder.

Vorsitzende des Vereins ist Sandy Worf, Stellvertreter Mike Schendel, Schatzmeisterin Anja Führlich und Schriftführerin Andrea Frimel.

Noch in diesem Monat beginnen Bauarbeiten zur Erweiterung der Kita. Ihre Kapazität wird dadurch von derzeit 100 auf 130 Plätze wachsen.

Der Siedlerverein hat seit Jahrzehnten schon auch ein Frauenaktiv, dessen Chefin Jutta Schneider ist. Dorthin ging Sandy Worf vom Förderverein und machte das Angebot, eine Frauentagsfeier auszurichten. Das Frauenaktiv fand es gut. Die Kita hat die Einladungen gebastelt und Jutta Schneider hat sie in der Siedlung verteilt, weil sie dort halt alle Leute kennt. Bei der Feier selbst war sie angenehm erstaunt, dass so viele Frauen gekommen sind.

Der Förderverein ist mit Kaffee, Kuchen und Kultur komplett in Vorleistung gegangen. Die eingeladenen Frauen brauchten im Vorfeld nichts zu bezahlen. Am Ausgang ist allerdings um eine Spende für den Verein gebeten worden. Dessen Verantwortliche hatten dort vier ziemlich kleine Kita-Kinder platziert, die mit großen Augen ein paar Strohhüte aufhielten – und ordentlich Scheine hineingeworfen bekamen.

Am Ende der Feier hat die Vereinsvorsitzende Sandy Worf zufrieden resümiert: „So hatte ich es mir vorgestellt.“ – „Es war wunderschön“, hat Jutta Schneider vom Frauenaktiv gelobt, „wir sind begeistert.“ Sie habe deutlich gesehen, dass bei einigen Frauen auch ein paar Tränen rollten. Gar nicht wenige Männer hatten übrigens auch zur Feier kommen wollen, hat sie berichtet. Denen habe man absagen müssen, denn es sei nun einmal eine Frauentagsfeier gewesen.

Von Bernd Geske

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