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Kreisverwaltung informiert Premnitzer über die geplante Asylbewerberunterkunft Klare Antworten

Landrat Burkhard Schröder (SPD) kam selbst nach Premnitz, um den Bürgern die Umgestaltung der ehemaligen Förderschule zur Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber zu erklären. Der Landkreis hatte am Donnerstag zu einem Informationsabend eingeladen und mehr als 100 Interessierte kamen. Es entwickelte sich eine muntere Debatte mit kritischen Fragen.

Premnitz. Landrat Schröder und Sozialdezernent Wolfgang Gall (CDU) gaben klare Antworten. Mehrfach wurde bemängelt, die Einwohner hätten zu spät von den Plänen erfahren. Schröder entgegnete, die Stadt sei rechtzeitig einbezogen worden. Er glaube nicht, dass eine Vordiskussion von einem halben Jahr die Sache erleichtert hätte. Jetzt gebe es die Entscheidung des Kreistages und die Baugenehmigung. Das sei der richtige Zeitpunkt, um die Bürger zu informieren: "Vor einem halben Jahr hätten wir noch in die Glaskugel geguckt."

Wiederholt kritisierten Premnitzer die Auswahl des Objektes. Einige fanden, die beiden Vorschläge der Stadt seien besser geeignet: das einstige Wohnheim für ausländische Arbeiter an der Bergstraße und eine leerstehende Kita. Gall antwortete, die Bauverwaltung des Kreises habe beide Objekte untersucht. Für das Wohnheim aus den 80er-Jahren sei der Finanzaufwand mit fünf Millionen Euro eingeschätzt worden. Die Bauzeit hätte bei eineinhalb Jahren gelegen. Ähnlich sei es bei der Kita gewesen. Bürgermeister Roy Wallenta fragte, woher die Asylbewerber kommen werden. Bezogen auf den jetzigen Stand, sprach Wolfgang Gall von einem "Strauß an Nationalitäten": 30 aus der russischen Föderation, 20 aus Kenia, 30 weitere aus Afrika, 20 aus Afghanistan, einzelne aus China, Vietnam, Pakistan und dem Libanon.

Es gebe großen Wohnungsleerstand in Premnitz. Warum bringe der Landkreis die Asylbewerber nicht in Wohnungen unter?, fragte ein Mann. Gall darauf: "Wenn wir Wohnungen haben, werden wir sie auch für Asylbewerber anmieten." Bei einem Interessenbekundungsverfahren habe nur eine Gesellschaft konkret Wohnungen angeboten ‒ aber keine aus Premnitz. Nach dem Sicherheitskonzept befragt, sagte Lutz Gündel, Chef der Polizeiinspektion Havelland, es werde enger Kontakt mit dem Wachschutz des Heimes gehalten: "Je nachdem, wie die Lage sich entwickelt, werden wir flexibel regieren", so der Polizeichef.

Niemand im Saal trat an diesem Abend offen fremdenfeindlich auf. Gegen Ende der Veranstaltung schlug ein Mann vor, die ersten Asylbewerber mit einem gemütlichen Beisammensein zu empfangen: "Bei 2,0Promille können wir alle Fremdsprachen." Viele im Saal lachten und spendeten Beifall. Das wertete Landrat Schröder als "gutes Zeichen" und entschied, auf ein eigenes Schlusswort zu verzichten.

Von Bernd Geske

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