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Kleine, feine Stadt im Grünen

Rathenow Kleine, feine Stadt im Grünen

Wenn die Kommunalpolitiker, die der Rathenower Stadtverordnetenversammlung angehören, demnächst mit der Diskussion über das Integrierte Stadtentwicklungskonzept beginnen, dann müssen sie Visionen haben. Jens Hubald, der das Projekt in der Stadtverwaltung betreut, beschreibt die kleine, feine Stadt im Grünen.

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Rathenow aus Licht – solche Events sollen Gäste anziehen.
 

Quelle: Thorsten Lemke

Rathenow.  Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen, hat Altbundeskanzler Helmut Schmidt einmal gesagt. Gemessen an dieser Aussage benötigt Jens Hubald vom Rathenower Citymanagement nicht nur einen Mediziner sondern gleich mehrere. Rathenow könnte die kleine, feine Stadt im Grünen werden, erklärte Hubald auf einer Bürgerversammlung, zu der die Rathenower Stadtverwaltung eingeladen hatte.

Zuschüsse von vielen Seiten

Hubald sitzt im Bauamt der Stadt und betreut das Integrierte Stadtentwicklungskonzept – kurz Insek genannt. Das beschreibt, wie sich Rathenow entwickeln soll. Und mit ein wenig Glück kann man dafür auch viele Zuschüsse der EU, des Bundes und des Landes bekommen. Zuschüsse aber gibt es nie ohne Eigenanteil – und die finanzielle Lage der Stadt ist nach wie vor schwierig.

Viele Projekte auf der Liste

80 Einzelprojekte will sich Hubald in den kommenden Jahren vornehmen, wenn aus dem Insek Politik werden sollte. Beispiel Straßen: „Es gibt in der Stadt eine ganze Reihe von Straßen, die wir aufwerten müssen“, sagt Hubald. Damit meint er weniger die Straßen am Rand sondern die Fahrwege und Plätze in der Innenstadt.

Eine kleine, feine Stadt

Eine kleine, feine Stadt?

Quelle: G. Arnold

Überhaupt die Innenstadt: sie soll weiter gestärkt werden. Hier soll der Einzelhandel blühen, hier sollen die Menschen, die in Rathenow leben, alles finden, was sie zum täglichen Leben benötigen. Aber Rathenow ist nicht Berlin und auch nicht Stendal, wo immerhin 45 000 Einwohner zuhause sind. Große Modeketten haben an Rathenow kein Interesse, die Einwohnerzahl ist zu gering. Und dennoch soll das Warenangebot gut sortiert sein. „Ich bin überzeugt, es geht“, sagt Hubald.

Jedes Jahr neue Zuzügler

Jedes Jahr soll die Stadt 100 bis 150 neue Bürger begrüßen _ und zwar Menschen, die nach Rathenow ziehen. „Darauf setzen wir“, sagt Hubald. Er rechne damit, dass Berlin irgendwann nicht mehr weiterwachsen könne. „Die Menschen ziehen – auch wegen der Wohnungspreise – jetzt schon in die Städte der zweiten Reihe. Rathenow gehört hierzu.“

Man muss abwägen

Allerdings: Pendlern, die jeden Tag nach Berlin zur Arbeit fahren und am Abend zurück, muss man etwas bieten. Am Ende, so wurde bei der Bürgerversammlung deutlich, ist es auch eine Gewissensfrage. Bleibt man in Berlin, hat das Kultur- und Warenangebot vor der Nase und zahlt dafür einen bestimmten – höheren – Preis? Oder lebt man lieber in Rathenow, hat ein kleines Kultur- und Warenangebot und muss sich aber Zeit sowie Geld für die Fahrt von und nach Berlin nehmen.

Hartmut Fellenberg fordert  ein besseres Stadtmanagement

Hartmut Fellenberg fordert ein besseres Stadtmanagement.

Quelle: Kniebeler, Markus

„Dafür hat man in Rathenow die Ruhe, kann sich besser entspannen“, sagt Hubald und verweist auf touristische Angebote und auf – wie er es nennt – Mitmachkultur. as soll ausgebaut werden, wenn die Projekte des Insek stehen. „Dem Optikpark kommt in dem Zusammenhang eine ganz entscheidende Rolle zu“, sagt Hubald.

Mut zur Zukunft

So viel Mut zur Zukunft wird gelobt. Hartmut Fellenberg, Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow KWR sagt das auch. „Jetzt sind wir nicht attraktiv genug.“ Das Interesse von Zuzüglern aus Berlin sei aber da. „Wir geben inzwischen immer wieder Wohnraum an Menschen aus Berlin.“

Es beginnt mit dem ersten Schritt

Jens Hubald indes will beginnen. „Ob wir alle 80 Projekte umsetzen, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht ob für alle Ideen genug Geld da ist. Aber man muss den ersten Schritt machen, wenn man sich auf einen Weg begeben möchte.“

Von Joachim Wilisch

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