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Kleiner Geldbeutel und großes Unwetter

Bilanz der Rathenower Schwedentage Kleiner Geldbeutel und großes Unwetter

Die zweiten Rathenower Schwedentage sollten größer und vielfältiger werden als die Premiere vor einem Jahr. Die Arbeitsgruppe, die das historische Fest am 13. und 14. Juni organisierte, hat jetzt Bilanz gezogen. Sie fiel aus zwei Gründen weniger erfreulich aus: Die Finanzen waren knapp bemessen und dann kam auch noch ein großes Unwetter.

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Das Nachstellen der Befreiung Rathenows durch die Truppen des Großen Kurfürsten von den Schweden war auch in diesem Jahr wieder der Höhepunkt.Foto

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Der erste Rathenower Schwedentag vor einem Jahr hatte viel Publikum angezogen, deshalb haben die Veranstalter das Historienspektakel in diesem Jahr auf zwei Tage verlängert und sind vom Alten Hafen zum größeren Kirchberg umgezogen. Die Organisatoren rund um den Förderverein Heimatmuseum Rathenow und Vertreter der Stadtverwaltung haben jetzt erstmals Bilanz gezogen und festgestellt, dass zwei Probleme prägend waren: Wegen knapper Finanzen musste das Programm auf Sparflamme gefahren werden und durch das schwere Unwetter am Sonnabend hatten viele Händler und Schausteller größere Schäden zu erleiden.

Unermüdlich Spenden eingeworben

Wie Peter Dietze, Vorsitzender des Fördervereins Heimatmuseum, berichtet, waren im Vorfeld der Veranstaltung 29 größere Betriebe der Region angeschrieben und um finanzielle Unterstützung der Schwedentage gebeten worden. Lediglich ein Unternehmen habe positiv reagiert und mit einer größeren Summe geholfen. Vereinsmitglied Gerd Dieckmann habe unermüdlich von kleineren Firmen und Privatpersonen Spenden von 20 bis 50 Euro eingeworben, so dass ein geringes Budget aufgebracht werden konnte. Allein das Ausleihen von 30 historischen Kostümen habe 1500 Euro gekostet.

Förderverein Heimatmuseum Rathenow

Der Förderverein Heimatmuseum Rathenow ist immer interessiert an weiteren Mitwirkenden und auch Sponsoren für die Schwedentage.

Er wurde 2009 gegründet, zählt derzeit 35 Mitglieder und hat sein Büro in der Steinstraße 1 von Rathenow.

Büroleiter ist Olaf Schwaß. Telefon 0162/62 86 547, E-Mail buero-heimatmuseum-rathenow@gmx.de

Jens Hubald von der Stadtverwaltung hat daran erinnert, dass die Schaffung eines Historienspektakels von Bürgern als Schwerpunkt beim „Innenstadtforum Rathenow 2020“ genannt wurde. Diesem Wunsch, der im Leitbild der Stadt festgeschrieben wurde, folge man nun. Die Finanzen hätten für die Schwedentage „mit Hängen und Würgen“ gerade so gereicht, bilanzierte Jens Hubald. Hätte mehr Geld zur Verfügung gestanden, wäre das Programm viel umfangreicher ausgefallen. Einem Gaukler und einem Puppenspieler, die auftreten wollten, habe man aus Geldmangel absagen müssen. Weil Waren und Ausrüstung von Händlern und Schaustellern durch das schwere Unwetter am Sonnabend zerstört wurden, seien von den Veranstaltern durch eine spontane Sammlung am Sonntag bei den Besuchern fast 400 Euro eingeholt und an die am meisten Geschädigten weiter gegeben worden.

Ordentlicher Besucherzulauf

2016, zur 800-Jahr-Feier Rathenows, wird es im Juni auf dem Kirchberg auch wieder Schwedentage geben. Die Organisatoren wollen dann möglichst noch mehr Darsteller auf die Beine bringen und die Moderation der Veranstaltung verbessern, um dem Publikum die historischen Ereignisse aus dem Jahr 1675 besser zu vermitteln. Mit dem Besucherzulauf waren die Organisatoren zufrieden. Vor einem Jahr am Alten Hafen seien an die 3000 Gäste gekommen, teilt Jens Hubald mit. Diesmal wären es viel mehr gewesen, sagt er, doch bevor am Sonnabend das Zählen so richtig beginnen konnte, seien alle Anwesenden nur noch vor dem Unwetter geflohen.

Von Bernd Geske

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