Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Kleintierzüchter mit Nachwuchssorgen

Falkensee Kleintierzüchter mit Nachwuchssorgen

Der Kleintierzüchterverein D 89 Falkensee zeigte am Wochenende in einer Ausstellung Rassevögeln und Kaninchen. Dabei warben die Züchter für ihr Hobby, denn sie suchen dringend Nachwuchs. Viele Züchter sind bereits im Rentenalter.

Voriger Artikel
Die Suche nach dem Weiblichen
Nächster Artikel
Kirchlicher Start ins Schuljahr

Lutz Kempe züchtet Kaninchen.

Quelle: Carsten Scheibe

Falkensee. Vor dem Vereinsgebäude des Kleintierzüchtervereins D 89 Falkensee bogen sich am Wochenende die Tische unter den Kuchenblechen. Weiter hinten zeigten die Mitglieder ihre gezüchteten Rassekaninchen sowie ihr Rassegeflügel, zu denen viele Tauben und Hühner gehörten. Die sonst stets mit vor Ort präsenten Meerschweinchen waren nicht zu sehen - ihre Züchter gehören nicht mehr länger zum Verein.

Lutz Kempe (55) aus Falkensee ist Zuchtwart für die Kaninchen. Karnickel sagt man übrigens nicht. Wer es trotzdem tut, zahlt fünf Euro in die Vereinskasse. Kempe: „Wir nehmen unsere Zuchtaufgaben sehr ernst. Wir sind dafür da, bestimmte Rassemerkmale bei den Kaninchen zu erhalten und seltene Rassen am Leben zu erhalten, damit sie nicht aussterben. Als Zuchtwart lenke ich die Zucht, berate die Mitglieder, halte Vorträge und schaue mir die Nachzuchten an.“

In den aufgestellten Käfigen waren sie zu sehen, die großen, dicken Mümmler ebenso wie die ganz kleinen. Richtig rausgeputzt wurden sie für die große Schauausstellung. Bereits früh am ersten Tag waren die offiziell bestellten Preisrichter da. So manches Tier, das für den Laien perfekt geraten anmutet, hat hier noch ein kritisches Urteil einkassiert.

Zucht ist eine ernste Sache. „Die Kaninchenrasse Deutsche Großsilber etwa ist vom Aussterben bedroht“, erklärt Lutz Kempe. Er züchtet die Farbschläge Graubraun und Gelb. „Kaninchen werden bis zu zwölf Jahre alt. Da nicht jeder Nachwuchs für die weitere Zucht geeignet ist, geben wir bei der Schau auch immer wieder einzelne Tiere an interessierte Besucher ab“, erklärt er.

Karl-Heinz Arnholdt (71) ist seit mehr als 20 Jahren der Vorsitzende des Kleintierzüchtervereins D 89 Falkensee, den es bereits seit einhundert Jahren gibt. Arnholdt hat elf Volieren im eigenen Garten und züchtet Rassegeflügel. Dazu zählt man laut Vereinsstatuten das Wassergeflügel, die Tauben, die Zwerghühner und die großen Hühner. Arnholdt sieht große Probleme auf seinen Verein zukommen: „Wir sind komplett überaltert, es fehlt uns der Nachwuchs. Von unseren 34 Mitgliedern sind bereits sechs über 80 Jahre. Hinzu kommt, dass uns zunehmend die Lobby fehlt. Die Nachbarn beschweren sich, weil der Hahn morgens kräht, die Tauben aufs Dach machen oder der Mist stinkt.“

Trotzdem nutzten wieder viele Besucher die Gelegenheit, um am Wochenende mit den Züchtern zu sprechen. Für den 17. Und 18. September laden die Züchter ab 10 Uhr zur Vogelausstellung beim Tierheim Falkensee ein.

Von Carsten Scheibe

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg