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Soldaten machen Platz für Flüchtlinge

Klietzer Bundeswehrkaserne Soldaten machen Platz für Flüchtlinge

In Klietz läuft der Umbau der Kaserne in eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber auf Hochtouren. Soldaten, die auf dem Übungsplatz trainieren wollen, müssen als Unterkunft mit dem Biwak-Platz in Großwudicke vorlieb nehmen. Die ersten haben die Zeltunterkünfte guter Dinge in Betrieb genommen.

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Soldaten rollen Stacheldraht entlang des Bauzaunes aus, der die Kaserne in Flüchtlingslager und militärischen Sicherheitsbereich trennt.

Quelle: Anke Schleusner-Reinfeldt

Klietz/Großwudicke. Bauzäune und Stacheldraht trennen seit Mittwoch die idyllisch am See gelegene Kaserne. So wird der militärische Sicherheitsbereich deutlich abgegrenzt von dem Areal mit sechs Wohnblöcken und elf kleineren Häusern – dem kurzzeitigen Zuhause der frisch in Deutschland eintreffenden Flüchtlinge, deren Ankunft für dieses Wochenende geplant ist. Dafür räumen die Soldaten das Feld: Sie werden im Biwak Großwudicke einquartiert, wo ebenfalls Platz für 700 Soldaten in Zelten ist.

Durchschnittlich drei Wochen bleiben die Asylbewerber in der Erstaufnahmestelle, bevor sie auf ihre dauerhaften Unterkünfte im Land verteilt werden. Die Bundeswehr hat dem Land Sachen-Anhalt kurzfristig Platz zur Verfügung gestellt, um die Zentrale Aufnahmestelle in Halberstadt zu entlasten, wo die Flüchtlinge auch in Zelten untergebracht sind. Bis die in Stendal geplante Zentrale Aufnahmestelle fertig ist, dient Klietz als Erstaufnahmestelle.

Kasernentor steht offen

Die Verantwortlichen rechnen damit, dass die Klietzer Kaserne bis zum übernächsten Winter als Aufnahmestelle genutzt wird. Es wird also ein Kommen und Gehen herrschen. Bei der Ankunft erfolgt die Registrierung, die Feststellung der Personalien, die ärztliche Erstuntersuchung und die Ausgabe des Taschengeldes. Das Kasernentor steht natürlich offen, bis 22 Uhr sollten die Bewohner zurück in der Unterkunft sein.

Der Klietzer Kommandantur ist sehr daran gelegen, den Übungsbetrieb aufrecht zu erhalten. Dass aber auch Truppen absagen, weil ihnen statt der festen Unterkünfte nur noch Zelte im Biwak zur Verfügung stehen, sei anzunehmen, erklärt der Standortälteste Oberstleutnant Michael Vormwald. Noch allerdings hat keiner der Angemeldeten abgesagt.

Im Biwak Großwudicke haben Soldaten aus Storkow als Erste in Zelten Quartier bezogen

Im Biwak Großwudicke haben Soldaten aus Storkow als Erste in Zelten Quartier bezogen.

Quelle: Anke Schleusner-Reinfeldt

Die 380 Soldaten des Führungsunterstützungsbataillons 381 aus Storkow bei Berlin sind die Ersten, die vor wenigen Tagen Zelte aufschlagen mussten. „Kein Problem für uns! Die Bedingungen hier sind gut. Das Zivilpersonal kümmert sich bestens um uns, wir fühlen uns willkommen“, so die Soldaten, die bis zu 40 Mann in großen, beheizbaren Zelten campieren. Lob gibt es auch für den Küchenchef Guido Philipowitz, der mit seinem Team die Verpflegung sicherstellt. Im Biwak gibt es fest installierte Sanitäranlagen und demnächst auch ein großes Zelt als Esseneinnahmestelle für die Soldaten.

Registrierung im ehemaligen Kinosaal

Dort, wo die Truppe in der Klietzer Kaserne bislang speiste, wird die Aufnahmestelle eingerichtet. Der große Kinosaal bietet genug Platz für die Feststellung der Personalien, der Erstuntersuchung und der Taschengeldausgabe. Ein noch aufzustellendes großes Zelt dient als Speiseraum und für kreative Angebote zum Zeitvertreib.

Die Verunsicherung in der Klietzer Bevölkerung ist groß. Das wurde auf einer Einwohnerversammlung deutlich. Gut 300 Bürger hatten sich eingefunden und ihre Sorgen geäußert, wie der Ort mit 1050 Einwohnern 700 Flüchtlinge verkraften solle. Die Sorge, dass es beim kleinen Bäcker und im Lebensmittelgeschäft zu Engpässen kommen könnte, entkräften die Gewerbetreibenden, die allerdings auch unsicher sich, was auf sie zukommt.

In einer Woche, so der offizielle Termin, sollen die Flüchtlinge eintreffen, vielleicht auch schon eher, wird gemunkelt. Dazu allerdings hält sich das Innenministerium bedeckt. Am Donnerstag waren Vertreter vom Landkreis und Land zu weiteren Absprachen vor Ort.

Neue Nutzung für Kaserne

In der Klietzer Bundeswehrkaserne am See sollen ab diesem Wochenende 700 Flüchtlinge untergebracht werden. Die Kaserne soll als Erstaufnahmeeinrichtung genutzt werden, bis entsprechende Unterkünfte in Stendal hergerichtet sind.

Der Übungsbetrieb auf dem 9000 Hektar großen Truppenübungsplatz wird uneingeschränkt weitergehen. Weil die Kasernen belegt sein werden, weichen die Soldaten auf den Biwak-Platz Großwudicke aus. Dort werden sie in Zelten untergebracht. Feste Sanitär- und Kücheneinrichtungen sind vorhanden.

Von Anke Schleusner-Reinfeldt

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