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Havelland Klingelbeutel gibt Rätsel auf
Lokales Havelland Klingelbeutel gibt Rätsel auf
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00:17 01.06.2017
Der Ketziner Klingelbeutel an sich war schon eine Pracht mit Seide und Goldfäden. Quelle: Helmut Augustiniak
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Ketzin/Havel

Die Ausstellung „500 Jahre Reformation in Deutschland – 477 Jahre Reformation in Ketzin/Havel und den Ortsteilen“ ist wenige Tage nach ihrer Eröffnung durch weitere wertvolle Exponate ergänzt worden.

Aus dem Depot des Nauener Heimatmuseums wurde dem Heimatverein Ketzin/Havel eine Prachtausgabe der Heiligen Schrift der russisch-orthodoxen Kirche als Leihgabe überreicht. Sie ist in rotem Samt gebunden, mit Silberbeschlägen versehen und enthält Evangelien in kyrillischer Schrift. Jedes Evangelium ist durch ein Gemälde, auf dem ein Evangelist zu sehen ist, getrennt.

Unklar ist, in welchem Jahr die Schrift gedruckt wurde und welche Evangelien sie enthält. Ebenso konnte noch nicht geklärt werden, wie diese Heilige Schrift in die Sammlung des Nauener Museums gelangte. Sachkundige Personen, die dazu Auskunft geben könnten, werden vom Heimatverein gesucht.

Zwei weitere wertvolle Exponate sind ein roter Seidensamtbehang mit dem Ketziner Stadtwappen und ein seidener Klingelbeutel. Das aus Goldfäden gestickte Wappen zeigt in der Mitte einen Schlüssel Petri und zwei Werkzeuge, die mit dem heutigen Ketziner Wappen in Verbindung stehen. Auf dem Behang ist die Jahreszahl 1761 eingestickt und auf dem Beutel die Jahreszahl 1762. Rechts vom Wappen sind die Initialen K.W.K.A., links die Initialen T.K.K.S. unter Verwendung von Pailletten und Kantillen eingearbeitet. Welche Bedeutung die Initialen haben ist noch nicht ermittelt. Der rote Behang wurde zusammen mit drei weiteren Textilien, einem Behang aus blauem Samt, dem mit Metallfäden besticktem aus rotem Samt hergestellten Klingelbeutel und einem gepolsterten Kissen aus rotem gemusterten Samt in der Evangelischen St. Petri Kirche von Ketzin aufgefunden. Die Objekte wurden in zwei mit Glasdeckeln versehenen Holzkisten aufbewahrt, in denen der rote und der blaue Behang auf einem Holzgestell montiert worden waren. Zum Klingelbeutel fand sich ein gekürzter Holzstiel mit passendem Metallteil.

Der Behang aus rotem Samt und der Klingelbeutel sind zeitgleich mit dem Neubau des Kirchenschiffs entstanden. Der Behang aus blauem Samt trägt die Jahreszahl 1838. Beim Auffinden der Behänge befand sich das Stadtwappen auf dem blauen Behang. Untersuchungen durch Restauratoren ergaben, dass die Metallfäden des Wappens inzwischen so verschwärzt sind wie die des roten Behanges. Die Metallfäden des blauen Behanges sind goldglänzend. Also wurde das Wappen auf den roten Behang zurückgeführt.

In der Stadtchronik wird von vier großen Bränden in den Jahren 1726, 1840, 1847 und 1849 berichtet. 1726 wurden die Kirche und 17 Häuser durch ein Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Kirchenschiff wurde von 1758 bis 1763 neu gebaut. Dieser Zeit sind der rote Samtbehang und der Klingelbeutel als Zeugnisse der Neueinrichtung der Kirche zuzurechnen.

Der rote Samtbehang wurde mit Fördermitteln der Mittelbrandenburgischen Sparkasse restauriert. Alle Exponate werden im historischen Stadtarchiv in einem extra für diesen Zweck vom Heimatverein angeschafften Stahlschrank aufbewahrt.

Von Helmut Augustiniak

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