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Neue Medizintechnik für Nauener Urologie

Harnsteine können noch besser zertrümmert werden Neue Medizintechnik für Nauener Urologie

Die Havelland Kliniken haben in Nauen für rund 200 000 Euro ein neues Gerät zur Zertrümmerung von Harnsteinen in Dienst gestellt. Es soll deutlich wirksamer sein als das bisherige, das von 2002 stammt. Allein im vergangenen Jahr mussten 412 Patienten mit der Diagnose Harnstein behandelt werden.

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Urologie-Chefarzt Mike Lehsnau (l.) und Oberarzt Salah Al-Dumaini an der neuen Errungenschaft.

Quelle: Andreas Kaatz

Nauen. Ein plötzlicher stechender Schmerz an der Niere – ohne Vorwarnung. Auch danach gibt es keine Linderung, halten die Schmerzen an. So beginnt es bei vielen Patienten, die zum Chefurologen der Havelland-Kliniken in Nauen kommen. Eine der häufigsten Diagnosen, die Mike Lehsnau dann stellt: ein Nierenstein, der in den Harnleiter gelangt ist.

„Wir haben festgestellt, dass die Zahl der Patienten, die mit der Diagnose Harnstein zu uns kommen, immer mehr zunimmt“, sagt Lehsnau. Waren es 2007 noch 256 Männer und Frauen, sind es im vergangenen Jahr schon 412 gewesen. Rund 100 davon konnten mit der schonenden Behandlungsmethode der Harnsteinzertrümmerung von ihren Schmerzen befreit werden, ohne dass das Skalpell angesetzt werden musste.

Damit dies jetzt noch besser als bisher klappt, haben sich die Havelland Kliniken ein neues so genanntes ESWL-Gerät angeschafft. Rund 200 000 Euro wurden dafür ausgegeben, Fördergelder des Landes Brandenburg. „Wir sind froh, dass wir dieses Gerät kaufen konnten“, sagt die stellvertretende Verwaltungsdirektorin der Unternehmensgruppe Monika Rutsch. Und auch Lehsnau begrüßt den Neuerwerb, denn das bisherige Gerät von 2002 musste häufig repariert werden. „Sonst hätten wir noch mehr Patienten mit dem ESWL-Gerät behandeln können“, ist sich der Chefarzt sicher.

Er hofft nun, dass künftig noch mehr Patienten die Urologie in Nauen aufsuchen. Schon jetzt kommen sie nicht nur aus dem Havelland, sondern auch aus Spandau, Kyritz oder Wittstock. Und wegen der Kooperationsvereinbarung, die die Havelland Kliniken mit den Oberhavel Kliniken GmbH hat, suchen auch immer mehr Patienten aus den Bereichen Oranienburg und Hennigsdorf die Nauener Fachabteilung auf.

Mit dem neuen Gerät, das Lehsnau als „das Neueste vom Neuen“ preist, können Harnsteine in Niere, Harnleiter und -blase jetzt noch zielgerichteter und wirkungsvoller zertrümmert werden, wie er sagt. Dies erfolgt mit Hilfe elektromagnetischer Impulse, die eine Stoßwelle erzeugen. Eine Narkose ist dabei nur in den seltensten Fällen erforderlich. Je nachdem wie groß und wie der Harnstein zusammengesetzt ist – sprich wie hart er ist – sind im Durchschnitt ein bis zwei solcher Behandlungen nötig, damit der Patient die Klinik geheilt verlassen kann. Bisher musste die Behandlung noch öfter erfolgen. Fünf Männer und Frauen wurden bereits mit dem neuen Gerät von ihrem Steinleiden befreit.

Doch auch künftig werden nicht alle Patienten in den Genuss dieser Methode kommen können, wird es nötig sein, dass das Endoskop zum Einsatz kommt. Dies betrifft beispielsweise die Fälle, bei denen der Harnstein zu groß ist. Dann entfernt der Urologe den Stein über den Harnleiter oder die Niere. Eine Narkose ist unumgänglich.

Mike Lehsnau bezeichnet das Steinleiden als Zivilisationskrankheit. Als Grund für die zunehmenden Fallzahlen nennt er das „gute Essen“ heutzutage. So können etwa kalziumhaltige Kost wie beispielsweise Milchprodukte die Harnsteinbildung fördern. Und auch wer zu wenig trinkt, sei gefährdet.

Von Andreas Kaatz

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