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Kliniken übernehmen Pflegeausbildung im Kreis

Neue Tochtergesellschaft ab 2016 Kliniken übernehmen Pflegeausbildung im Kreis

Bislang war das Berufsausbildungszentrum (BAZ) in Selbelang für die Ausbildung von Pflegekräften im Havelland zuständig. Die übernimmt künftig die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe: Zum 1. Januar 2016 gründen die Kliniken zusammen mit dem Landkreis eine neue Tochtergesellschaft – die Ausbildungszentrum Gesundheit und Pflege Havelland GmbH.

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Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, ebenso der Fachkräftebedarf.

Quelle: epd

Nauen/Selbelang. Jürgen Buchbach hat eine Vision: Er will das Ansehen des Pflegeberufs stärken, denn in Zukunft werden in diesem Bereich noch deutlich mehr Fachkräfte benötigt werden als es schon jetzt der Fall ist. Allerdings, so der Geschäftsführer des Berufsausbildungszentrums (BAZ) in Selbelang, braucht es dazu auch hervorragende Ausbildungsbedingungen.

Die bietet bislang zwar auch das BAZ in seiner Altenpflegeschule, einer der ältesten in ganz Brandenburg, doch mit der geplanten Reform des Pflegeberufegesetzes käme die Einrichtung bald an ihre Grenzen. Im Zuge des Gesetzes verschmelzen Alten-, Kranken- und Kindergesundheitspflegerin zum neuen Berufsbild der Pflegefachfrau. „Der jetzige Standort bietet dafür nicht die Kapazitäten“, sagt Buchbach. „Für die Investitionen kann ein kleiner Träger allein nicht aufkommen.“

Buchbach ist deshalb an die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe herangetreten, ob sie in Zukunft die Ausbildung von Pflegekräften im Havelland übernehmen könnte. Mittlerweile steht der Plan kurz vor der Umsetzung: Zum 1. Januar 2016 gründen die Kliniken zusammen mit dem Landkreis eine neue Tochtergesellschaft – die Ausbildungszentrum Gesundheit und Pflege Havelland GmbH. Ziel ist es, den unterschiedlichen Trägern der Altenpflege mit der Fortführung des Berufsausbildungszentrums eine regionale Ausbildungsstätte zu erhalten.

„Die Sicherstellung des Fachkräftenachwuchses im Bereich der Pflege ist für den Landkreis Havelland und die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe von größter Bedeutung, auch über den eigenen Bedarf hinaus“, sagt Wirtschaftsdezernent Andreas Ernst (SPD). Der Erhalt der Altenpflegeschule sei „ein wesentlicher sozialpolitischer Standortfaktor“. Deshalb tritt der Kreis für die neue Tochter auch als Mitgesellschafter (40 Prozent) auf – andernfalls dürften dort nur Pflegekräfte für die Havelland Kliniken ausgebildet werden, nicht aber für andere Träger, erklärt Ernst. 2 Millionen Euro – 80 000 Euro davon als Stammeinlage, die restlichen 1,92 Millionen Euro als zweckgebundene Gesellschaftereinlage – lässt sich der Landkreis das Projekt kosten, das vom Wirtschaftsförderausschuss des Kreistags bereits abgesegnet wurde. Eine Zustimmung des Kreistags im Dezember gilt ebenfalls als Formsache.

Das Personal der bisherigen Altenpflegeschule wechselt geschlossen in die neue Tochtergesellschaft über, zur Freude von Matthias Rehder, stellvertretendem Geschäftsführer der Kliniken: „Der Wert der Schule liegt in ihrem Lehrkörper“, sagt er. „Wir sind sehr glücklich über diese Entscheidung“, meint Jürgen Buchbach. Die Ausbildung soll zunächst in Selbelang fortgeführt werden. Mittelfristig soll die Pflegeschule jedoch nach Nauen in die Ketziner Straße gegenüber dem Klinikum ziehen, wo sich bereits das Seniorenpflegezentrum befindet.

Von Philip Häfner

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