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Havelland Knuspriges vom Stägehaus
Lokales Havelland Knuspriges vom Stägehaus
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00:16 18.07.2017
Frisches aus dem Backofen: Nicole Böttcher mit Brot und Sieglinde Bünger mit frischem Käsekuchen. Quelle: Astrid Wiebe
Paaren im Glien

Eine weiße Tischdecke und Bettwäsche mit kunstvoller Lochstickerei liegen sorgfältig gefaltet auf einem kleinen Tisch, das Nähgarn ist in der antiken Nähmaschine eingefädelt. An den Wänden hängen alte, verblichene Kleidungsstücke und eine Brille mit biegsamen Bügeln und runden Gläsern liegt auf einem geöffneten Auftragsbuch.

Museum und Café in einem: das Stägehaus am Dorfanger. Quelle: Astrid Wiebe

Wer das kleine Zimmer im „Stägehaus“ in Paaren betritt, fühlt sich in eine längst vergangene Zeit versetzt. Hier hat Ella Marie Anna Stäge gelebt und mit Fleiß und Geschick die Aussteuerwäsche für ihre heiratswilligen Kundinnen genäht und verziert. „Ella war Weißnäherin und eine Institution in unserem Dorf. Jeder kannte sie, obwohl sie zum Schluss sehr zurückgezogen lebte und ihre Eigenheiten hatte“, beschreibt die gute Seele im „Stägehaus“-Museumscafé Sieglinde Bünger die eigenwillige Eigentümerin des ältesten Hauses von Paaren, die 1992 im Alter von 92 Jahren in ihrem Bauernhaus verstarb.

Es war die Zeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, als das Dorf Paaren 1678 bei einer Feuersbrunst fast vollständig niederbrannte. Auch das Zuhause der Bauernfamilie Stäge blieb nicht verschont und musste unter großen Mühen neu aufgebaut werden. Wie zu dieser Zeit üblich, entstand ein Mittelganghaus aus Fachwerk und Lehmwänden, bei dem sich alle Räume an den von Giebelwand zu Giebelwand verlaufenden Flur reihten. Bis heute hat sich an der Ausrichtung der Räume nichts verändert, was das denkmalgeschützte und liebevoll restaurierte Gebäude mit seinem Bauernmuseum und der „schwarzen Küche“ besonders sehenswert macht.

Blick in die alte Nähstube. Quelle: Astrid Wiebe

„Der Pfarrer hatte nach dem Tod von Ella die Idee, das alte Haus, das eher einer Ruine glich, in seinen Ursprung zu versetzen und daraus ein Heimatmuseum zu machen“, erzählt Vorstandsmitglied des Fördervereins Freunde des MAFZ Paaren/Glien und damaliger Ortsbürgermeister Erwin Bathe von seiner anfänglichen Skepsis. „Wir hatten zu der Zeit ganz andere Sorgen im Dorf und ein Heimatmuseum ist nun wirklich nichts Neues. So beschlossen wir in der Gemeindevertretung, dem Bauernhaus mit einem gemütlichen Café, einem Holzbackofen im Freien und alten ländlichen Handwerkskünsten Leben einzuhauchen. Damit sich die ganze Sache auch rechnet.“ Heute ist Erwin Bathe heilfroh, dass die Gemeinde damals diesen finanziell nicht unerheblichen Schritt wagte. Denn das Stägehaus hat sich zu einem beliebten Ausflugsziel gemausert. Es muss sich herumgesprochen haben, dass der selbst gebackene Kuchen, das frische Brot aus dem Backofen oder die frisch gestampfte Butter aus dem Fass ganz besonders lecker schmecken. Auch die Veranstaltungen, die im Stägehaus gefeiert werden, erfreuen sich großer Beliebtheit. „In diesem Jahr gibt es zum zwanzigsten Mal unser Backofenfest und die Plätze für das Gänsekeulenessen vor Weihnachten sind jetzt schon fast ausverkauft“, freut sich Erwin Bathe. „Wenn Ella wüsste, was aus ihrem Haus geworden ist, sie wäre sprachlos“, schmunzelt Sieglinde Bünger, die gerade ein Kuchenblech mit warmem Käsekuchen aus dem Backofen holt. Wahrscheinlich wäre Ella Stäge angetan, dass ihr Wohnhaus nun mit viel Leben erfüllt ist.

Von Astrid Wiebe

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