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Kokelei hält Feuerwehr auf Trab

Rathenow Kokelei hält Feuerwehr auf Trab

Die Rathenower Feuerwehrleute kamen am Wochenende kaum zur Ruhe. Vier Mal rückten sie aus, um Brände zu löschen. In einem leer stehenden Fabrikgebäude unweit des Körgrabens brannte es am Sonntag sogar zwei Mal. Vermutlich waren kokelnde Kinder für drei Brände verantwortlich.

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Zwei Mal rückten die Einsatzkräfte am Sonntag aus, um Feuer in einer leerstehenden Halle unweit des Körgrabens zu löschen.
 

Quelle: Kay Harzmann

Rathenow.  Die Rathenower Feuerwehr hatte am Wochenende jede Menge Arbeit. Das Ausstellungszelt eines Möbelhauses am Schwedendamm war in der Nacht zu Sonntag in Flammen aufgegangen (MAZ berichtete). Damit nicht genug. Drei weitere Brandeinsätze, höchstwahrscheinlich ausgelöst durch kokelnde Kinder, hielten die Einsatzkräfte auf Trab.

Zwei Mal rückten sie aus, um Brände in einer alten Schießhalle zu löschen, die auf der Brache hinter der Puschkinstraße steht. Nach Auskunft von Einsatzleiter Michael Schmidt war der erste Alarm am Sonntagvormittag gegen 10.35 Uhr erfolgt. In dem massiven Betonflachbau, der das Grundstück zum Körgraben hin abschließt, sei Unrat in Brand gesetzt worden. „Von selbst entzündet sich da nichts“, so Schmidt. Offenbar habe jemand brennbares Material in die Halle geschafft und dann angezündet. Die Vermutung, dass es sich um Kinder oder Jugendliche gehandelt hat, liegt nahe. Immer wieder hat es in der Vergangenheit Hinweise gegeben, dass das Gelände rund um die ehemalige ROW-Halle als eine Art Abenteuerspielplatz genutzt wird. Am Abend gegen 19.40 Uhr wurden die Rathenower Feuerwehrleute erneut zu der Halle gerufen, um einen „Unratbrand“ zu löschen. „Das waren keine schlimmen Feuer“, sagt Michael Schmidt. Aber es habe eben mächtig gequalmt. Deshalb hätten die Einsatzkräfte die Atemschutzausrüstung angelegt, um die Feuer zu löschen.

Ganz ähnlich gelagert war ein Einsatz am Samstagmittag im Inselweg. Unbekannte hatten in dem leer stehenden Fabrikgebäude am Kleinen Archenwehr ebenfalls Unrat angezündet. Auch dieses Feuer konnte schnell gelöscht werden.

Stellt sich die Frage, warum die Gebäude nicht besser gesichert sind? Otto-Friedrich Witzel, dem das Areal zwischen Puschkinstraße und Körgraben gehört, beteuert im MAZ-Interview, dass er alles in seiner Macht Stehende unternommen habe, um das Grundstück vor dem Zutritt Unbefugter zu schützen. So habe er schon vor Jahren am westlichen Grundstücksrand eine Blechwand errichten lassen. Leider werde diese immer wieder zerstört. Er werde sich darum kümmern, die aktuelle Lücke in der Wand noch in dieser Woche schließen zu lassen.

Unbeantwortet lässt Witzel die Frage, was grundsätzlich mit dem rund 2,5 Hektar großen Gelände geschehen soll. Erworben hatte der Immobilienkaufmann aus dem niederrheinischen Moers das Grundstück, um bis zu 25 Eigenheime zu errichten. Ein entsprechender B-Plan war bereits erstellt, aber dann tat sich zehn Jahre lang nichts. Im Herbst des vergangenen Jahres hoben die Stadtverordneten den B-Plan wieder auf. Gebaut werden darf dort also erst einmal nicht mehr.

Dass die Ruinen, die auf dem Grundstück stehen – neben der Schießhalle sind das die Reste eines alten Kohlelagers und eine alte Feuerwache – bald abgerissen werden, ist unwahrscheinlich. „Das sind alles massive Betonbauten“, so Witzel. Der Abriss wäre sehr aufwendig. Das könne er momentan nicht leisten.

Von Markus Kniebeler

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