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Kommunalwahl 2014 Verluste für die LWN in Nauen
Lokales Havelland Kommunalwahl 2014 Verluste für die LWN in Nauen
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16:42 27.05.2014
Im Wahllokal in Nauen. Quelle: Peter-Paul Weiler
Nauen

Zwar ist die Ländliche Wählergemeinschaft Nauen (LWN) auch künftig zweitstärkste Kraft im Stadtparlament, musste aber Federn lassen beziehungsweise zwei Sitze abgeben, womit ihr jetzt nur noch sechs zur Verfügung stehen. Die Linken verloren ebenfalls, während die CDU Gewinne verbuchen konnte, ebenso wie die Bauern. Neu in der Stadtverordnetenversammlung ist ab sofort die Wählerinitiative „Frischer Wind für Nauen und Ortsteile“, die aus dem Stand auf 8,7 Prozent kam. Die NPD verlor zwar Stimmen, behält aber ihren einen Sitz.

Oliver Kratzsch (SPD) hatte am Sonntag mit 972 Stimmen das beste Ergebnis aller Nauener Kandidaten. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagte er. Und auch nicht damit, dass die SPD erneut so gut abschneidet, wiederum die stärkste Fraktion stellt. „Ich dachte eigentlich, dass wir wegen des Bundestrends ein oder zwei Mandate verlieren“, gab er zu. „Es freut mich, dass die Nauener uns wieder ihr Vertrauen ausgesprochen haben.“

Ein wenig enttäuscht ist indes Manuel Meger. „Für die LWN ist es kein gutes Ergebnis“, schätzt er den Verlust der zwei Sitze ein. Meger vermutet, dass manche Wähler diesmal lieber der neuen Wählerinitiative „Frischer Wind“ ihre Stimme gegeben haben. Zudem glaubt er, dass manche unpopulären Entscheidungen in den von der LWN dominierten Ortsbeiräten zu dem Negativergebnis geführt haben könnten. Doch letztlich hält sich der Verlust für die LWN dank einer speziellen Taktik in Grenzen. „Unterm Strich haben wir nur einen Sitz verloren, da die Bauern diesmal zwei geholt haben“. Werden doch LWN und Bauern erneut eine Fraktion bilden. Und dass die Bauern diesmal so gut abgeschnitten haben, ist insbesondere dem bekannten Landwirt Peter Kaim aus Ribbeck zu verdanken, der bei den Wahlen 2008 noch auf der LWN-Liste stand.

Freude herrscht indes bei der Wählerinitiative „Frischer Wind für Nauen und Ortsteile“ über die zwei errungenen Mandate. So sagte Spitzenkandidatin Anke Bienwald am Montag: „Wir sind sehr zufrieden, wie es gelaufen ist. Das ist ein guter Start für uns.“ Sie hatte allerdings gehofft, dass die Wahlbeteiligung höher als nur bei 34,9 Prozent liegen wird. „Wir freuen uns schon sehr auf die Zusammenarbeit in der Stadtverordnetenversammlung. Wir werden jetzt sehen, welche Themen wir in die Arbeit einbringen können.“

Die einzige Fraktion in Nauen, die am Sonntag Gewinne verbuchen konnte, ist die der CDU. „Sie hören einen zufriedenen Stadtverbandsvorsitzenden“, sagte gestern Wolfgang Gall am Telefon. „Wir freuen uns über den vierten Sitz und waren auch davon ausgegangen, dass wir zulegen.“ Als Grund dafür nennt er die Arbeit der vergangen fünf Jahre. „Es hat sich dort gezeigt, dass wir seriöse Politik machen können“, sagte er. Und diesmal sei man auch mit einer sehr fachkundigen Mannschaft angetreten.

Keinen Grund zur Freude hatte indes die Linkspartei. Diese muss jetzt zwei Sitze hergeben, kann in Zukunft nur noch vier Volksvertreter ins Stadtparlament entsenden. Unter denen ist auch wieder Susanne Schwanke-Lück, die sich angesichts dieses Ergebnisses gar nicht so recht freuen konnte, dass sie mit 788 Stimmen immerhin das zweitbeste Ergebnis aller Nauener Kandidaten eingefahren hat. „Wir sind traurig und müssen das erst einmal verdauen“, sagte sie. Allerdings werde man keinesfalls den Kopf in den Sand stecken, sondern auch weiter konstruktiv mitarbeiten. Die nächsten Tage werden allerdings dazu dienen, um Ursachenforschung zu betreiben.

Deutlich weniger Stimmen als noch vor fünf Jahren holte auch die NPD, obwohl sie diesmal sogar mit zwei Kandidaten angetreten war. Immerhin reichte es aber wieder für einen Sitz.

In fast jedem Dorf gibt es einen Beirat

Dreizehn Nauener Ortsteile haben gewählt

Bei den Kommunalwahlen am vergangenen Sonntag wurden in Nauen zusammen mit der Stadtverordnetenversammlung auch wieder die Ortsbeiräte gewählt. 13 der 14 Ortsteile haben jetzt solch ein Gremium. Dies gilt auch wieder für Bergerdamm, wo es in der vergangenen Wahlperiode keinen Beirat gab. Einzig Neukammer verfügt auch diesmal über keine solche Interessenvertretung. In fünf Dörfern gab es jeweils vier Bewerber, in einem sogar fünf. Zwei Einzelbewerber haben auch später keine Chance, in den Ortsbeirat einzuziehen.

Folgende Kandidaten haben den Einzug in die Ortsbeiräte geschafft:

BergePeter Kaim (Ländliche Wählergemeinschaft Nauen LWN, 257Stimmen), Manuel Meger (LWN, 233), Tino Adamski (LWN, 92).

BergerdammTorsten Strebel (LWN, 151), Enrico Halt (LWN, 125), Erhard Halt (SPD, 83). Ersatzperson: Siegfried Link (LWN, 60).

BörnickeMarkus Arndt (LWN, 344), Heidrun Held (Einzelwahlvorschlag, 252), Rudi Grau (Einzelwahlvorschlag,161).

Groß BehnitzWolfgang Jung (LWN, 302), Eduard Dawid (LWN, 118), Angelika Zöllner (Einzelwahlvorschlag, 210). Ersatzperson: Karola Labitzke (LWN, 110); Nicht gewählt: Hans-Jörg Guhla (Frischer Wind für Nauen und Ortsteile/Piratenpartei, 64 Stimmen).

KienbergAlexander Schmunk (LWN, 234), Christof Urbik (LWN, 135), Steffen Schmunk (LWN,120).

Klein BehnitzVerena Müller (LWN,158), Joachim Richard (LWN, 99), Bärbel Stahl (LWN, 31).

LietzowLars Schmidt (Wählergruppe Bauern, 65), Stefan Wensche (LWN, 130), Christian Herfurth (LWN, 85). Ersatzperson: Uwe Cichocki (WG Bauern, 34).

MarkeeManfred Sauerbaum (SPD, 169), Ralph Bluhm (LWN, 351), Rainer Gericke (LWN, 274).

RibbeckHardi Holz (LWN, 140), Jürgen Gaschler (LWN, 129), Sonja Hermann (Einzelwahlvorschlag, 70). Ersatzperson: Manfred Schönefeldt (LWN, 76).

SchwanebeckMonika Hartmann (LWN, 88), Matthias Hruby (LWN, 45), Marco Urban (LWN, 36). Nicht gewählt: Mario Litzki (Einzelwahlvorschlag, 23).

TietzowMike Schönburg (LWN, 144), Christoph Paschen LWN, 115), Uwe Gregorszewski (LWN, 105).

WachowUwe Bublitz (LWN, 513), Marc Simeth (LWN, 355), Olaf Kirmis (LWN, 92).

WaldsiedlungDietmar Kratzsch (SPD, 148), Jörg Schüler (SPD, 104), Jörg Pelzer (LWN, 163). Ersatzperson: Peter Spors (SPD, 39Stimmen).

In den konstituierenden Sitzungen werden die Ortsvorsteher und deren Stellvertreter gewählt. Die Termine für die Sitzungen stehen aber noch nicht fest. Hingegen wird die Nauener Stadtverordnetenversammlung am 23.Juni das erste Mal tagen und dabei unter anderem die Mitglieder der Fachausschüsse und des Hauptausschusses bestimmen.

Von Andreas Kaatz

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