Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kommunalwahl 2014 Das Dorf der Unzufriedenen
Lokales Havelland Kommunalwahl 2014 Das Dorf der Unzufriedenen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:24 27.05.2014
Im Wahllokal in Brieselang. Quelle: Vivien Boche
Anzeige
Zeestow

Zeestow, knapp 600 Einwohner, wirkt auf Besucher erst einmal unspektakulär. Eine Kirche, eine Kita, eine Bushaltestelle, Einfamilienhäuser, dazu die Hauptstraße, auf der Lkws durchs Dorf rumpeln – das ist es auf den ersten Blick. Eigentlich ein Fleckchen Havelland, so scheint es, an dem man in Ruhe sein Leben leben kann. Doch bei der Wahl am Sonntag haben auffallend viele Zeestower ihre Unzufriedenheit ausgedrückt. Sie haben Protest gewählt.

Nirgendwo sonst im Havelland hat die Alternative für Deutschland (AfD) prozentual gesehen so viele Stimmen bei der Europawahl bekommen wie in dem Ortsteil von Brieselang. 20 Prozent haben die Neupolitiker, die sich als europakritisch begreifen und von anderen als rechtspopulistisch bezeichnet werden, dort bekommen. Das ist mehr als die SPD – und nur ein bisschen weniger als die CDU, die stärkste Kraft in Zeestow. Bei der Kreistagswahl landete die AfD dort mit rund 14,4 Prozent auf dem dritten Platz. Auch das ist ein überdurchschnittliches Ergebnis. Ähnlich sieht es in Teilen Falkensees und im westhavelländischen Landin aus (siehe Kasten), neben Zeestow die Hochburgen der Havelländer, die laut AfD-Regionalchef Kai Giersch „die Nase voll haben von der SPD-Regierung“ und der „Allparteienkoalition“ im Kreistag.

Michaela Belter, gerade wieder frisch in den Ortsbeirat gewählt, ist eine derjenigen, die bei der AfD ihre Kreuze gemacht haben. „Notwehr“, sagt sie, fasst ihr Motiv dafür ganz gut zusammen. Das Konzept Europa, so wie es existiert, überzeugt sie nicht. Dafür laufe dort, aber auch in der Region, zu viel schief. Das Schulsystem, Sozialleistungen für Einwanderer, das ganze herausgeschmissene Geld – während man sich selbst ums Sparen und im Ort seit mehreren Jahren um einen Spielplatz bemühe – das findet Michaela Belter alles nicht in Ordnung. Sie glaubt, dass die etablierten Politiker den Sinn für die Realität verloren haben.

„Sie tun so, als ob alles schön wäre. Sie lügen sich in die eigene Tasche“, sagt sie. Die Mittvierzigerin ist selbst politisch kein unbeschriebenes Blatt. Sie hat einst gegen das Gaskraftwerk gekämpft und ist bei der Kommunalwahl für die Initiative für Bürgerinteresse und Bürgerbeteiligung (IBB) angetreten. So wie sie, sagt Michaela Belter, denken viele Zeestower: „Wir empfinden die Realität anders, als sie uns vorgegaukelt wird.“ An der AfD mit ihren Wahlsprüchen „Washington spioniert, Brüssel diktiert, Berlin pariert“ gefällt ihr, dass „sie den Mund aufmachen, Klartext reden“. Ihre Wahl soll die Etablierten „endlich mal wachrütteln“. Und vielleicht steuere die AfD ja auch neue Blickwinkel bei und bringe Bewegung in den eingefahrenen Politbetrieb. Dass die Partei ein Konzept hat, das alles besser macht, glaube sie allerdings nicht.

Von Jana Einecke

Kommunalwahl 2014 Donner in Wiesenaue und Rehder in Mühlenberge gewählt - Zwei neue Bürgermeister

Nicht nur die Stadt Friesack hat mit Klaus Gottschalk einen neuen ehrenamtlichen Bürgermeister. Auch in zwei der fünf anderen amtsangehörigen Kommunen gibt es ein neues Gemeindeoberhaupt. Frank Donner wurde in Wiesenaue gewählt, Matthias Rehder in Mühlenberge.

27.05.2014
Kommunalwahl 2014 Drei Rathenower Volksvertreter sind in der neuen SVV auf sich allein gestellt - Einzelkämpfer zwischen den Fraktionen

Wenn am 11. Juni die frisch gewählten Rathenower Stadtverordneten zur konstituierenden Sitzung zusammenkommen, dann gibt es neben den Fraktionen – Linke (9 Abgeordnete), CDU (8), SPD (6) und FDP (2) – drei Einzelkämpfer: Klaus Reimann (Pro Rathenow), Jean-Luc Meier (Bündnis 90/Die Grünen) und Michel Müller (NPD).

27.05.2014
Kommunalwahl 2014 FWG erleidet bei Ortsbeiratswahlen Verluste in Seeburg - Freie Wähler behalten Oberhand

Im Seeburger Ortsbeirat behalten die Freien Wähler ihre Mehrheit und besetzen auch künftig drei der fünf Sitze. Allerdings fiel das Ergebnis am Sonntag nicht mehr ganz so deutlich aus wie bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren.

27.05.2014
Anzeige