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Kommune geht für die Viskose in Vorleistung

Premnitz Kommune geht für die Viskose in Vorleistung

Die Revitalisierung der Viskosefläche strebt einem dramatischen Finale entgegen. Weil die LEG Ende 2017 ihre Existenz beendet, kann sie 90 000 Euro ihres Eigenanteils nicht mehr aufbringen. Das übernimmt nun die Stadt. Die LEG wird auch nicht mehr für Rechnungen in Vorleistung gehen. Hier können bis zu 500 000 Euro anfallen. Auch dafür will die Stadt nun einspringen.

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Alle großen Gebäude auf der Viskosefläche sind abgerissen.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Die Revitalisierung der alten Viskosefläche im Industriepark Premnitz erlebt ein Finale, das es an Dramatik und überraschenden Wendungen mit manchem Fußballspiel aufnehmen könnte. Vor einigen Monaten erst war die Botschaft umgegangen, dass die 2014 kalkulierte Bausumme von 10 Millionen auf 14 Millionen Euro steigen könnte. Wichtigster Grund: In den Kellerbereichen der großen Produktionshalle Nr. 405, die aus Gründen der Statik erst spät geöffnet wurden, waren gewaltige zusätzliche Schuttmengen aus früheren Bauepochen gefunden worden.

Eine gewisse Entspannung konnte die stellvertretende Bürgermeisterin Carola Kapitza nun in den Ausschüssen für Wirtschaft/Stadtentwicklung und Soziales/Finanzen verkünden. Die genaue Untersuchung der Schuttmengen hatte ergeben, dass die Kosten „nur“ bei 12,9 Millionen Euro liegen. Das ist auch wichtig für die Stadt, die sich mit zehn Prozent der gesamten Baukosten, nun also 1,29 statt vermutet 1,4 Millionen Euro, beteiligen muss. So konnte Carola Kapitza die angenehme Entwicklung verkünden, dass die letzte von drei aufzunehmenden Kreditraten für die Viskose „nur“ 440 000 Euro statt der zunächst vorgesehenen 537 000 Euro hoch sein muss. Damit ist das Projekt aber noch nicht abnickt.

Für 80 Prozent gibt es Fördermittel vom Land

Für 80 Prozent der Bausumme gibt es Fördermittel vom Land. Zur Übernahme der verbleibenden zehn Prozent hatte sich die Landesentwicklungsgesellschaft (kurz LEG) verpflichtet. Diese befindet sich aber schon seit vielen Jahren in einem Liquidationsverfahren und wird aufgrund langfristiger Planungen ihre Existenz zum Jahresende 2017 beenden. Weil deren Finanzmittel deshalb sehr genau bemessen werden, kann die LEG als Eigenanteil nur noch 1,2 Millionen Euro aufbringen. Fehlen 90 000.

„Die LEG hängt mit 90 000 Euro in der Luft“, brachte es die Premnitzer Kämmerin Regine Peters auf den Punkt. Um die Gesamtfinanzierung zu sichern, so teilte sie mit, müsse nun die Stadt selbst den fehlenden Betrag noch mit übernehmen. Das sei nicht weiter schwierig, erklärte sie, die Stadt müsse sowieso einen Kredit aufnehmen und die genannten 90 000 mit hinzufügen. Das war aber nicht alles. Weil die LEG bald ihre Existenz beendet, wird sie demnächst nicht mehr die Vorfinanzierung von anfallenden Viskose-Rechnungen übernehmen können.

Die letzte große Brache im Industriepark

Die Viskose-Fläche war die letzte große Industriebrache von Premnitz.

Ihre Größe beträgt zehn Hektar.

Beseitigt werden muss ein umbauter Raum von 540 000 Kubikmetern.

Die Revitalisierungsmaßnahme läuft in den Jahren 2015 bis 2017.

Der Rückbau soll Ende Juni 2017 beendet sein.

Die Revitalisierung ist voraussichtlich Ende 2017 abgeschlossen.

Auftakt der Maßnahme war im September 2015 mit dem damaligen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

60 Prozent der Viskose-Fläche sind schon an einen Investor verkauft.

Darum bleibe der Stadt nur die Möglichkeit, so die Kämmerin, künftig für anfallende Rechnungen die Vorleistungen zu übernehmen. Bis zu 500 000 Euro könne es da gehen, verriet Regine Peters und versicherte: „Wir kriegen das hin, das ist im Rahmen unserer Haushaltsansätze, die Maßnahme muss zu Ende gebracht werden.“ Die Vorleistungen würden von der Investitionsbank ILB ja zurück erstattet, wenn diese die Rechnungen geprüft habe. Das könne im Einzelfall aber bis zu zehn Wochen dauern.

Noch einen drauf gab es dann: Die Kämmerin bat um einen „Vorratsbeschluss“. Die Stadtverordneten mögen der Verwaltung genehmigen, sofort den genannten Kredit aufzunehmen, wenn von der Kommunalaufsicht die Kreditgenehmigung eingegangen ist. „Es drängelt ein bisschen“, verriet Regine Peters. Die Zinsen der KfW-Bank seien im Steigen begriffen. Vor einer Woche hatten sie bei 0,47 Prozent gelegen, nun seien sie schon auf 0,55 Prozent gestiegen. Es sieht so aus, als würden die Stadtverordneten der Verwaltung keine Steine in den Weg legen. In den beiden Ausschüssen sind die Viskose-Vorlagen alle einstimmig befürwortet worden.

Von Bernd Geske

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