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Havelland Neue Uferwand, neues Abwasserrohr
Lokales Havelland Neue Uferwand, neues Abwasserrohr
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00:18 29.04.2016
Die marode Uferwand nahe der Jederitzer Brücke. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Man muss kein Baufachmann sein, um zu erkennen, dass die nördliche Uferwand des Rathenower Stadtkanals im Bereich der Jederitzer Brücke ihre beste Zeit hinter sich hat. Die Betonelemente sind rissig, die stählerne Verankerung ist rostig und verbogen, die Wand macht alles andere als einen stabilen Eindruck. „Die Stadt als Eigentümerin der Wand kommt an einer Erneuerung nicht vorbei“, sagt Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus. Die Stadtverordneten gaben am vergangenen Mittwoch das Geld für die Planung – 90 000 Euro – frei. Aller Voraussicht nach werden der Abriss der alten Uferwand und der Bau einer neuen Befestigung aber erst im kommenden Jahr erfolgen.

Doch mit der Erneuerung der Wand ist es nicht getan. An besagter Stelle unterquert ein Abwasserrohr den Stadtkanal, über welches das gesamte Abwasser der Altstadtinsel Richtung Klärwerk in der Rhinower Straße geführt wird. Dieser gusseiserne Abwasserkanal ist über 100 Jahre alt. Die Gefahr, dass er bei den Rammarbeiten, mit denen die Erneuerung der Uferwand einhergeht, beschädigt wird, ist groß. Deshalb wird der Wasser- und Abwasserverband Rathenow diese Leitung gleich mit erneuern lassen.

André Ehrhardt, Leiter Abwasser des Wasser- und Abwasserverbandes, erklärte auf MAZ-Anfrage, dass man vor der Erneuerung der Uferwand eine neue Abwasserleitung unter dem Schleusenkanal verlegen werde, um danach das alte Kanalstück vom Netz nehmen zu können. Die Gefahr, dass das alte gusseiserne Rohr durch die unvermeidbaren Erschütterungen beim Bau einer neuen Wand Schaden nehme, sei zu groß. Und die Kosten, ein leckgeschlagenes Rohr mit einem aufwändigen Pumpbetrieb zu überbrücken, wären Ehrhardt zufolge immens.

Weil die Verlegung des Abwasserkanals und der Neubau der Uferwand eng miteinander verbunden sind, haben sich die Stadt Rathenow und der Wasser- und Abwasserverband für eine gemeinsame Planung des Gesamtvorhabens entschlossen. So können die zeitlichen Abläufe bestmöglich aufeinander abgestimmt werden. Was die Kosten angeht, sind noch keine detaillierten Angaben möglich. Derzeit liege noch keine belastbare Kostenschätzung für die Erneuerung des Abwasserkanals vor, so Ehrhardt. Für den Bau einer neuen Uferwand gibt einen ersten Überschlag. Nach Auskunft von Matthias Remus wird man rund eine Viertelmillion Euro investieren müssen. Im Vergleich zu ähnlichen Vorhaben ist das noch günstig: Die Erneuerung der maroden Spundwand des Stadtkanals nahe der Schleusenbrücke im Jahr 2009 schlug mit 800000 Euro zu Buche.

Von Markus Kniebeler

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