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Havelland Konzept zur Schulrettung
Lokales Havelland Konzept zur Schulrettung
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00:21 25.09.2017
Die Schollschule sollte geschlossen werden. Mittlerweile will die Stadt alle vier Grundschulstandorte erhalten. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Vier Grundschulen gibt es in der Stadt Rathenow. Und nach jahrelangen Debatten über die Schließung von Grundschulen herrscht in der Verwaltung und den politischen Gremien der Stadt mittlerweile Einigkeit darüber, dass alle vier Grundschulen erhalten bleiben sollen.

Allerdings weiß niemand so genau, wie sich die Schülerzahlen in den kommenden Jahren entwickeln werden. Momentan reichen die Schulanmeldungen, um acht Züge zu bilden. Das genügt, um alle vier Schulen am Netz zu halten. Allerdings wird das nach aktuellen Bevölkerungsprognosen nicht so bleiben. Im Jahr 2030 kann den vorliegenden Statistiken zufolge nur noch mit 140 Einschülern gerechnet. Das entspricht sechs Zügen und würde eine der vier Schulen überflüssig machen.

In der Verwaltung hat man nun eine Strategie entwickelt, wie die Schulstandorte trotz dieser Prognose gehalten werden können. Mehrzwecknutzung lautet die Devise, die im jüngst vorgestellten Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek) ausführlich erläutert wird.

Im Kern geht es darum, die Schulen so auszustatten, dass sie auch für außerschulische Aktivitäten genutzt werden können. Wie das funktionieren kann, wird am Beispiel der Otto-Seeger-Grundschule erläutert. Aus der Schule soll ein Quartierszentrum werden, von dem Impulse für den Stadtteil Rathenow-West ausgehen. „Ziel der Stadtentwicklung ist es, ein Quartierszentrum zu etablieren, das sowohl eine zentrale Kita, einen Quartierstreff mit Mittagstisch, Begegnungsstätte und Mehrzweckräumen sowie einen Pflegestützpunkt, eine Beratungsstelle und ähnliche Angebote vereint“, heißt es in dem Strategiepapier. Ähnliches soll in der Schollschule passieren.

„In diesen beiden Schulen sind Investitionen dringend nötig“, sagt Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus. Wegen der seit Jahren andauernden Debatte über die Grundschullandschaft und wechselnder Schließungsszenarien sei in diesen beiden Schulen in punkto Modernisierung nichts Nennenswertes mehr geschehen. Nun sei es höchste Zeit, den Sanierungsstau abzubauen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Investitionen zukunftsfähig sind. „Es wäre töricht, Geld in die Sanierung einer Schule zu stecken, die in ein paar Jahren geschlossen werden muss“, sagt Remus.

Um derartigen Fehlinvestitionen vorzubeugen, müssten jetzt schon andere Nutzungen mitgedacht werden, so Remus. Der Ausbau der Schulen zu Nachbarschaftzentren soll sicher stellen, dass die Gebäude auch im Falle eines Schülerrückgangs genutzt werden können – als Veranstaltungsorte, Treffpunkte, Vereinsdomizile und ähnliches, so Remus. Dabei gehe es nicht um ein Entweder – Oder. Es sei durchaus vorstellbar, dass Räume, in denen tagsüber Schüler unterrichtet werden, in der schulfreien Zeit anderen Nutzern zur Verfügung stehen.

Um zu verhindern, dass die Mehrfachnutzung den Schulbetrieb beeinträchtigt, sind der multifunktionalen Nutzung allerdings Grenzen gesteckt. „Selbstverständlich wird es auch weiterhin geschützte Bereiche geben, die ausschließlich dem Schulbetrieb zugänglich sind“, heißt es im Insek. „Lediglich für einen funktional und pädagogisch sinnvollen Teil werden die offenen und halboffenen Angebote konzipiert.“

Wie konkret das offene Schulkonzept aussehen könnte, soll ein Wettbewerb zeigen, der im kommenden Jahr gestartet wird. Planungsbüros werden dann aufgerufen, Konzepte für die Grundschulen „Geschwister Scholl“ und „Otto Seeger“ zu entwerfen. Geklärt werden soll, wie die unterschiedlichen Nutzungspläne unter einen Hut zu bringen sind, welche Räume benötigt werden und wie diese möglicherweise ausgestattet werden müssen. „Auf Grundlage dieser Konzepte werden wir nach Finanzierungsmöglichkeiten suchen“, sagt Remus. Die Chancen, dass es für diese Pläne Fördergeld gibt, stehen nach Einschätzung des Bauamtsleiters nicht so schlecht.

Von Markus Kniebeler

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