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Havelland Konzertbesucher bleiben im Regen stehen
Lokales Havelland Konzertbesucher bleiben im Regen stehen
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15:23 17.06.2015
Das Treppenhaus der Mühle wurde mit Verzögerung zum Schutzraum. Quelle: privat
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Rathenow

Die Zustände auf dem Mühlenhof, wo Tausende voller Vorfreude auf das Konzert von Popstar Andreas Bourani gewartet hatten, waren Augenzeugenberichten zufolge chaotisch. Alle Türen der umliegenden Gebäude – also von Schwedendammmühle, Café im Speicher und dem Neuen Zellenspeicher – seien verschlossen gewesen, sagt Fanny Nitsche.

Rathenow, 13. Juni 2015: Über die Buga-Stadt Rathenow (Havelland) zieht ein schweres Unwetter hinweg. Es hinterlässt nicht nur eine Spur der Verwüstung, sondern fordert auch ein Todesopfer. Die beiden Buga-Kulissen müssen eine Woche lang geschlossen bleiben, um die schweren Schäden zu beheben.

„Warum hat man nicht kurzerhand die Türen geöffnet, um den Menschen Unterschlupf zu gewähren?“, fragt sie. Vor allem die Tür zur Mühle, wo alle hingeströmten, sei anfangs nicht geöffnet worden. Besonders befremdet äußern sich Besucher darüber, dass im Innern des Konzertsaals ein Empfang der Mittelbrandenburgischen Sparkasse offenbar unbeeindruckt über die Bühne ging, während draußen Weltuntergangsstimmung herrschte.

Widersprüchliche Aussagen

Kevin Kama, Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, das an dem Nachmittag das Konzert mit zehn Mitarbeitern begleitete, kann die Kritik der Besucher nachvollziehen. Tatsächlich habe anfangs ein Sicherheitsmann im Auftrag der MBS die Eingangstür zur Mühle dicht gehalten mit der Begründung, im Saal finde eine geschlossene Veranstaltung statt. Erst auf massives Drängen der Sanitäter habe der Wärter die Tür geöffnet, so die Version Kamas. MBS-Sprecher Robert Heiduck stellt die Sache anders dar. „Als erkennbar war, dass ein Unwetter niedergeht, haben wir sofort die Anweisung gegeben, die Tür zum Mühlenflur zu öffnen.“

Konzertbesucher im Regen. Quelle: P. Rißling

So jedenfalls geschah es. Hunderte Menschen suchten Zuflucht im Treppenhaus und in den Fluren. Die Erleicherung der Menschen sei spürbar gewesen, so Kama. Der Zugang zum Saal, in dem der Empfang stattfand, blieb den Schutzsuchenden allerdings verwehrt, obwohl Kama zufolge durch Öffnung der Fenstertüren zum Hof die Lage schneller hätte beruhigt werden können. „Wir hatten eine geschlossene Veranstaltung“, so Heiduck. Nach Öffnung der Tür zur Mühle habe der Platz im Treppenhaus und in den Fluren für die Schutzsuchenden ausgereicht.

Den Vorwurf, die Party im Saal sei unbeeindruckt von den Ereignissen weitergegangen, weist Heiduck scharf zurück. „Glauben Sie mir: Zum unbeschwerten Feiern war nach Ausbruch des Unwetters niemandem mehr zumute“, sagt er. Seit Wochenbeginn sehen sich zudem auch die Buga-Organisatoren diversen Vorwürfen ausgesetzt.

Zellenspeicher kam nicht infrage

Auf die Frage, warum der Neue Zellenspeicher für schutzsuchende Konzertgäste nicht geöffnet wurde, hat Joachim Muus eine klare Antwort. Der Zellenspeicher, der während der Buga geschlossen sei, werde vom Optikpark derzeit als Lagerraum genutzt. Die Räume stünden voller Sachen, unten gebe es außerdem ein kleines Büro der Buga. Der Platz sei so knapp, dass eine Öffnung eher eine zusätzliche Gefahr bedeutet hätte als einen Schutz. Für das Speichercafé nebenan sei der Buga-Caterer zuständig, so Muus. Dort hätten seiner Kenntnis nach Menschen Unterschlupf gefunden, was der MAZ von Besuchern bestätigt wurde.

Übrigens gibt es im Netz, wo die Debatte über vermeintliche Versäumnisse bei der Veranstaltung heftig tobt, auch Nutzer, die nach dem Verantwortungsbewusstsein der Konzertbesucher fragen. Den ganzen Tag lang sei in den Medien auf die Unwettergefahr hingewiesen worden, heißt es des Öfteren. Aber offenbar habe niemand, der zur Mühle gekommen sei, das ernst genommen.

Von Markus Kniebeler

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