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Havelland Kopfüber in die Kunst
Lokales Havelland Kopfüber in die Kunst
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06:00 18.02.2016
Adelheid Fuss zeigt in der Dallgower Werkgalerie ihre Ausstellung „Zwischen Raum“. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Dallgow-Döberitz

Die Welt steht schon mal Kopf bei Adelheid Fuss. Aber es könnte auch alles ganz anders sein in der Kunst-Welt der Potsdamer Künstlerin. Ihre Figuren lassen sich ebenso gut anders herum hinstellen. „Instabil“ heißt die große Arbeit, die den Ausstellungsraum der Werkgalerie Hentzsch von Dallgow-Döberitz auf so einnehmende Weise füllt.

Instabil ist manches gewesen im Leben der Künstlerin. Geboren wurde sie 1977 im rumänischen Sibiu, als sie zehn Jahre alt war, zog die Familie nach Hessen. Zwischen den Welten wuchs das Mädchen auf, das in der Kunst eine Form fand, sich auszudrücken. Sie begann in Tübingen Romanistik und Slawistik zu studieren, gab das aber schnell zugunsten eines anderes Weges auf. Sie erlernte den Beruf einer Holzbildhauerin, studierte Bildhauerei an der Hochschule für Kunst und Design Halle/Burg Giebichenstein, erhielt ein Erasmusstipendium für die Akademie der Schönen Künste Athen, ehe sie 2009 ihr Diplom erwarb.

Inzwischen lebt sie in der Nähe von Potsdam und ist Mitglied im Verband Bildender Künstler. Auf der Art Brandenburg und beim Brandenburgischen Kunstpreis auf Schloss Neuhardenberg hat sie mit ihren Skulpturen für Aufsehen gesorgt. „Wir sind froh, sie im Havelland zeigen zu können“, sagte die Dallgower Galeristin Maren Marzilger.

Eine ganze Reihe von kleinen Bronzen greift das große Thema „Fallen“ und „Taumel“ von Adelheid Fuss auf. „Ich sehe den Menschen als Wesen, das keinen festen Ort in der Welt hat, sondern seinen Platz immer neu finden muss“, hat die Künstlerin über ihre Intention bei der Arbeit einmal gesagt, „seine Suche nach Beständigkeit muss scheitern, da weder Instinkte noch Vorstellungen von stabilen Gesellschaftssystemen sein Handeln in feste Bahnen lenken können.“

Ob in Epodixharz, in Bronze oder in den Grafiken – das Schwebende, das Unsichere, das Bodenlose hält die Künstlerin immer fest. Die Figuren scheinen schwerelos und suchen doch nach Orientierung und Halt.

Mit den Arbeiten von Adelheid Fuss startet die Dallgower Galerie in die neue Jahressaison. Acht Ausstellungen sind geplant. Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie, Film – sind zu sehen, vor allem Frauen stellen in diesem Jahr aus. So im Juni die Leipzigerin Mandy Kunze, einst Meisterschülerin bei Neo Rauch, und im Herbst das Kleinmachnower Künstlerinnengespann Corinne Holzhuizen-Habermann und Bettina Lehfeldt. Neben Einzelschauen wird es unter den Titeln „Sommer-Werk“ und „Winter-Werk“ wieder Gruppenausstellungen in Dallgow geben. „Im Mai laden wir zu einem Grafikmarkt ein“, blickt Maren Marzilger voraus. An der großen Dallgower Kunstmeile Ende Mai beteiligt sich die Galerie. Manchmal mischen sich Kunst und Unterhaltung, so wie im vergangenen Jahr bei dem Abend „Feuerzangenbowle“. Im Juni wird es einen Workshop im Zigarrendrehen geben.

Von Marlies Schnaibel

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