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Kopfzerbrechen vor laufenden Kameras

Rathenower Gedächtnissportler am Donnerstag in ARD-Show Kopfzerbrechen vor laufenden Kameras

Gerade einmal 15 Minuten braucht Johannes Mallow, um sich eine Zahl mit mehr als 900 Stellen einzuprägen. Der Rathenower ist der beste Gedächtnissportler der Welt. Am Donnerstag tritt der 32-Jährige in der ARD-Sendung „Die Deutschen Meister 2013“ auf. Dort will er bis ins Finale kommen. 

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Johannes Mallow ist Gedächtnisweltmeister.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Wenn Johannes Mallow sich konzentriert, dann hat das wenig zu tun mit dem, was man im herkömmlichen Sinne unter konzentrieren versteht. Konzentration ist für den gebürtigen Rathenower ein Hochleistungssport. Und das, was er kraft seines Geistes zustande bringt, lässt Beobachtern den Atem stocken: Er schafft es, sich in 15 Minuten eine Ziffer mit über 900 Stellen einzuprägen. Und um sich die Reihenfolge von 52 Spielkarten zu merken, benötigt er weniger als 40 Sekunden. Johannes Mallow ist der beste Gedächtnissportler der Welt. Und das ist nicht so dahergesagt: Im Dezember des vergangenen Jahres holte er sich bei der Gedächtnis-WM in London souverän den Titel.

Mehrmaliger Deutscher Meister, Weltranglistenerster, Inhaber etlicher Weltrekorde: Johannes Mallow hat in seiner Disziplin alles erreicht, was man erreichen kann. Dennoch herrscht an neuen Herausforderungen kein Mangel. Einer Herausforderung der besonderen Art stellt er sich am Donnerstag. Dann tritt Mallow in der ARD-Sendung „Die Deutschen Meister 2013“ auf. Mallow wird sich in der von Kai Pflaume moderierten Show mit einem anderen Gedächtnisspezialisten messen. Und bei diesem handelt es sich wahrlich um kein Leichtgewicht: Der Deutsche Simon Reinhard, der bei der WM in London den zweiten Platz belegte, ist seit Jahren Mallows schärfster Konkurrent.

Die Show, die am Donnerstagabend zur besten Sendezeit ausgestrahlt wird, läuft seit Mitte Oktober. In den vier Folgen messen sich laut ARD die „schlausten, stärksten und schnellsten Wettkämpfer des Landes“. Wer in den ersten drei Ausgaben weiterkommt, der kann es in die finale Show schaffen, die am Samstag, den 2. November, ausgestrahlt wird. Bei den Ausscheidungswettkämpfen – die Folge am Donnerstag ist die letzte von drei Vorrunden – hat am Ende jeder Show das Studio-Publikum die Wahl: Die drei Deutschen Meister, die in den drei Vorrunden die meisten Stimmen auf sich vereinen, ziehen in das Finale von „Die Deutschen Meister 2013“ ein. In der großen Liveshow treten am Samstag, den 2. November, um 20.15 Uhr die neun Finalisten gegen einen europäischen Herausforderer an. Hier bestimmt das Fernsehpublikum den Gewinner: Und der erhält 100 000 Euro Preisgeld.

Zur Person

  • Johannes Mallow ist 32 Jahre alt, stammt aus Rathenow und ist gegenwärtig wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Medizinischen Fakultät der Uni Magdeburg. Daneben arbeitet er als Trainer für hochbegabte Kinder und ist für die Volkshochschule Magdeburg als Gedächtnistrainer tätig.
  • Im Dezember 2012 wurde er in London erstmals Gedächtnisweltmeister, nachdem er in den Jahren 2010 und 2011 den Titel knapp verpasst hatte.
  • Am Donnerstagabend tritt er in der Fernsehshow „Die deutschen Meister 2013“ auf, die von Kai Pflaume moderiert wird. Die Sendung in der ARD beginnt um 20.15 Uhr.

So weit möchte Mallow noch gar nicht vorausschauen. „Ich will erst einmal die Vorrunde überstehen“, sagte Mallow am Montag im MAZ-Gespräch. Und das werde schwer genug. Was genau er machen muss, das konnte er gestern noch nicht sagen. In jedem Falle werde es ein spannendes Duell. „Es wird darauf ankommen, wer von uns beiden auf den Punkt genau fit ist“, so Mallow. Bei einer Weltmeisterschaft, die über zwei Tage und zehn Disziplinen gehe, sei es möglich, einen Patzer in einer Disziplin durch gute Leistungen in anderen wieder auszugleichen. In einer Fernsehshow werde das nicht möglich sein.

Eine besondere Herausforderung werden die Wettkampfbedingungen sein: Sich vor einem Publikum zu konzentrieren, von zig Fernsehkameras ins Visier genommen und von Scheinwerfern angestrahlt, dazu ein bekannter Moderator und jede Menge Prominenz auf dem Podium – das sei schon was anderes, als sich in einem mucksmäuschenstillen Saal auf seine Aufgaben zu konzentrieren, sagt Mallow. Aber er sehe der Sache gelassen entgegen. „Das wird bestimmt ein Spaß. Und mit ein bisschen Glück kann ich es in die Finalrunde schaffen“, sagt der 32-Jährige, der an der Uni Magdeburg als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist.

Wenn sich der Fernsehtrubel gelegt hat, dann beginnt für Johannes Mallow die richtig harte Kopfarbeit. Dann startet er in die heiße Phase der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft. Diese findet Ende November in London statt. Und dort will Mallow bestätigen, dass er der beste Gedächtnissportler der Welt ist.

Von Markus Kniebeler

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