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Havelland Kostbare Kuhlake wird untersucht
Lokales Havelland Kostbare Kuhlake wird untersucht
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15:43 28.03.2018
Christoph Buhr zeigt ein Bild der Sibirischen Schwertlilie. Sie wurde früher in der Kuhlake regelrecht geerntet und auf Märkten verkauft. Quelle: Carsten Scheibe
Falkensee

Die Falkenseer Kuhlake ist ein einzigartiges Biotop mit Waldbestand, hohen Wiesen und sogar mit Wanderdünen, das an Falkensees Pestalozzistraße angrenzt und sogar den ehemaligen Grenzstreifen mit einschließt. Das Gelände im Norden der Stadt wird von vielen Falkenseern zur Naherholung genutzt, also für lange Spaziergänge mit der Familie oder mit dem Hund. Viele Anwohner wissen dabei gar nicht so recht, welche biologischen Besonderheiten rechts und links der Wege auf Entdeckung warten.

Umso größer war das Interesse der Menschen, als sie jüngst zu einer außergewöhnlichen Führung durch das Gelände eingeladen wurden. Rund 30 Falkenseer folgten der Einladung von Frank Berhorn. Er ist Koordinator in der Stiftung Natur-Schutz-Fonds Brandenburg, und dafür verantwortlich, Managementpläne für Natura-2000-Habitate zu erstellen. Die Natura-2000-Areale sind Teil eines europaweiten Schutzgebietnetzes, das besondere Fauna- und Flora-Habitate erfasst und erhalten möchte.

Federführend bei der biologischen Wanderung war das Planungsbüro IUS - Weibel & Ness aus Potsdam, dessen kundige Mitarbeiter das Gelände vor Ort umfassend untersucht hatten. Karl Scheurlen: „In der Falkenseer Kuhlake finden wir gefährdete Lebensräume wie etwa Pfeifengraswiesen oder bodensaure Eichenwälder vor, die äußerst erhaltenswert sind. Unsere Aufgabe ist es nun, einen Managementplan zu erarbeiten, der aufzeigt, wie das Areal in Zusammenarbeit mit den Nutzern – hier die Fortwirtschaft – so erhalten werden kann, dass die Lebensräume bestehen bleiben. Wichtig ist uns dabei, ein Konzept zu finden, das die Menschen mit einbezieht. Unsere Kinder müssen die Möglichkeit haben, sich in der Natur aufzuhalten, damit sie lernen, warum Natur schützenswert ist.“ Beispiele für kleine Maßnahmen gab es unterwegs genügend. So plädieren die Biologen dafür, dass Totholz auch einmal liegen bleibt, damit seltene Käfer wie der Eremit sich wieder vermehren können. Christoph Buhr vom Planungsbüro: „Wir finden in der Kuhlake auch noch kleine Inseln mit Pfeifengras vor. Hier fanden sich früher, so haben wir erfahren, auch noch so große Bestände an der Sibirischen Schwertlilie, dass die Anwohner früher mit dem Handkarren gekommen sind, um die blaue Blume zu ernten und auf den Märkten zu verkaufen. Inzwischen gibt es nur noch kleine Bestände der Schwertlilie, die aber in einem schlechten Zustand sind – sie kommen nicht nur Blüte und bleiben steril. Das liegt daran, dass die Lebensbedingungen für das Pfeifengras und die Schwertlinie nicht mehr stimmen – es ist nicht mehr feucht genug und die aufgeforsteten Nadelhölzer stören. Ob wir an den Lebensbedingungen etwas ändern können, wissen wir noch nicht.“

Frank Berhorn weist darauf hin, dass der Stiftung das Durchsetzungsvermögen fehlt, um angedachte Ideen für die Erhaltung der Biotope direkt in die Tat umzusetzen: „Wir geben unseren Managementplan an die Untere Naturschutzbehörde weiter. Die müssen diesen Plan nicht umsetzen, ihn aber zumindest beachten. Sollte der Revierförster demnach Veränderungen im Gelände vornehmen wollen, so sollte das im Einklang mit unseren Empfehlungen passieren. Wir setzen außerdem sehr auf einen ehrenamtlichen Naturschutz, also auf Hilfe aus der Bevölkerung.“

Das Planungsbüro hat in der Kuhlake aber inzwischen seltene Tiere wie etwa den Großen Abendsegler entdeckt – und diese großen Fledermaus mit Aufnahmegeräten, Netzen und am Ende sogar mit Sendern nachgespürt. Das öffnet vielleicht wieder neue Geldtöpfe.

Von Carsten Scheibe

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