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Kowalski: „Im Havelland fing alles an“

Rathenow Kowalski: „Im Havelland fing alles an“

Am Sonntag, dem 9. Oktober, gibt der bekannte Countertenor/Altist Jochen Kowalski in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche Rathenow um 17 Uhr ein Konzert. Zusammen mit dem Il Concertino Virtuoso bringt er Orchestermusiken und Arien aus dem Barock zu Gehör. Er wurde im heutigen Nauener Ortsteil Wachow geboren und sagt im Interview: „Im Havelland fing alles an.“

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Jochen Kowalski singt am Sonntag in Rathenow.

Quelle: Brigitte Dummer

Rathenow. Der bekannte Altist Jochen Kowalski (62 Jahre) gibt am Sonntag, dem 9. Oktober, ab 17 Uhr in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche von Rathenow ein Konzert. Zusammen mit vier Spitzenmusikern der Staatskapelle Berlin, dem Ensemble Il Concertino Virtuoso, bringt er Orchestermusiken und Arien aus dem Barock zu Gehör. Jochen Kowalski wurde im heutigen Nauener Ortsteil Wachow geboren und seine Mutter stammt aus Rathenow. An der Abendkasse, die um 15 Uhr öffnet, sind noch einige wenige Tickets zu haben.

Sehr geehrter Herr Kowalski, wo sind Sie dieses Jahr schon aufgetreten?

Jochen Kowalski: Ich war gerade zwei Monate in Wien und bin erst Ende September zurückgekommen. Dort habe ich im Theater an der Wien in der Uraufführung einer neuen Hamlet-Oper - passend zum Shakespeare Jahr -den toten Hamlet gespielt. Eine ganz neue Erfahrung und besondere Herausforderung für mich. Diese aktuelle Hamlet-Oper hatte einen großen Erfolg bei Publikum und Presse. Das ist sehr selten.

Wo werden Sie nach Rathenow singen?

Kowalski: Ich bin inzwischen nicht mehr so gern lange Zeit von zu Hause (Berlin und Havelland) weg. In Wien hatte ich Heimweh. Wenn man älter wird, schätzt man die Orte seiner Kindheit immer mehr. Konzerte in und um Berlin sind mir die liebsten. Da kann ich dann abends in meinem eigenen Bett schlafen. Deshalb freue ich mich auf die nächsten Konzerte in Berlin, im Schlosspark-Theater, in der Staatsoper und im Konzerthaus.

Warum singen Sie in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche?

Kowalski: Man hatte mich vor ein paar Jahren gefragt, ob ich in dieser Kirche ein Konzert geben könnte und da habe ich mit Freuden zugesagt. Das kam so: Ich habe vor einiger Zeit eine Sendereihe über Kirchen in der Mark Brandenburg für den RBB gemacht. Da waren wir natürlich auch in Rathenow. Dieses schöne Gotteshaus ist mir seit meiner Kindheit vertraut. Ein Bild mit der Darstellung der unzerstörten Kirche hing im Wohnzimmer meiner Eltern. Meine Mutter ist außerdem in Rathenow im Schatten der Sankt-Marien-Andreas-Kirche geboren und aufgewachsen. Sie wurde in ihr getauft, konfirmiert und getraut... Wenn das keine Verpflichtung für mich ist!

Wie ist die Akustik dort?

Kowalski: Die Akustik ist – wie in den meisten Kirchen – nicht unkompliziert. Man muss aber nur das Programm darauf ausrichten. Dann ist es kein Problem. Das haben die Musiker der Staatskapelle und ich getan. Musik des Barock ist perfekt für diesen einzigartigen Kirchenraum.

Sind Sie woanders im Havelland auch schon aufgetreten?

Kowalski: Im Havelland habe ich schon als elfjähriger Junge in der Kirche meines Heimatortes Wachow als Joseph im Krippenspiel debütiert. Sie sehen: Im Havelland stand auch meine „musikalische Wiege“. Ob im Chor an der Goethe-EOS Nauen (jetzt Gymnasium) - dort habe ich mit Inbrunst und Begeisterung die Partisanen vom Amur gesungen - oder im Krippenspiel der evangelischen Heimatgemeinde – im Havelland fing alles an. Dafür bin ich heute noch dankbar! Ganz wunderbare Erinnerungen habe ich an diverse Konzerte im Dom zu Brandenburg, an Konzerte für meine Wachower Heimatgemeinde, an Ribbeck und viele andere Orte unserer schönen Heimat.

Warum fanden Sie Zeit für Rathenow – wo Sie doch so viele Verpflichtungen haben?

Kowalski: Ich habe ja schon einige Konzerte in Rathenow gegeben und es war immer eine Freude, hier zu sein. Das ganze Umfeld stimmt einfach. Man hat das nicht oft. Alles ist mit Herzblut vorbereitet und organisiert. Das Publikum ist außerdem ganz wunderbar. Was will man als Sänger mehr! Da sucht man gern im Kalender nach einem Rathenower Konzerttermin.

Was sollten die Leute darüber wissen, warum Sie gerade als Altist singen?

Kowalski: Die Leute – ich spreche lieber von Konzertbesuchern – wissen ja, wer kommt. Sie wissen: Kowalski ist Altist und singt auch so, und das schon seit über 30 Jahren! Viele kennen mich noch aus meinen Anfängen aus der DDR und haben mich über meine ganze Laufbahn begleitet. Das ist ein ganz großes Geschenk und nicht selbstverständlich. Für all diese Menschen ist es ganz natürlich, dass ich singe, wie ich nun mal singe: nämlich als Altist!

Von Bernd Geske

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