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Havelland Krach in der Heidesiedlung
Lokales Havelland Krach in der Heidesiedlung
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00:21 07.10.2017
Unweit der Wohnhäuser (hinten) steht die Brechermaschine in der Heidesiedlung. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Elstal

Als richtig wohltuend hat Rentner Rainer Vollbrecht die Feiertagsruhe am Dienstag empfunden. Gemeinsam mit seiner Frau konnte er den Tag auf seinem Grundstück im Ernst-Walter-Weg in Elstal genießen. Aber Mittwochmorgen war es vorbei mit Ruhe und Gemütlichkeit, als auf der gegenüber liegenden Großbaustelle Heidesiedlung wieder die Schreddermaschine in Gang gesetzt wurde. „Obwohl sie jetzt nur die kleine Maschine angeschaltet haben, ist das so laut, dass wir im Garten unser eigenes Wort kaum verstehen“, schimpfte Vollbrecht.

Die Lautstärke der Arbeiten allein wäre ja noch auszuhalten, sagt er. Aber die Erschütterungen würden dafür sorgen, dass die Gläser wackeln, sie im Haus ein Vibrieren verspüren. „Das ist nicht zu ertragen.“

Im Februar dieses Jahres begann die Firma Schielicke-Bau aus Beelitz im Auftrag des Investors DKB-Wohnen mit den Erschließungsarbeiten in dem 17 Hektar großen Gelände. Zwischen Hauptstraße, Rosa-Luxemburg-Allee und B 5 entstehen 300 Wohnungen für etwa 700 Menschen. Es ist die Mischung aus Ein- und Zweifamilienhäusern, Stadtvillen und Geschossbauten.

Rainer Vollbrecht ist längst nicht der einzige Anwohner, der sich beklagt. Auch sein (Fast)Nachbar Horst Kummer ärgerte sich wiederholt über die störenden Geräusche, die von der Baustelle kommen. „Als Rentner sind wir meist den ganzen Tag zu Hause und müssen dann diese Belästigungen hinnehmen“, sagte er und ergänzte: „Alles auf meinem Schreibtisch wackelt, wenn die schreddern. Am Haus eines Nachbarn sind schon Risse in der Fassade aufgetreten.“ Er versteht genauso wie Rainer Vollbrecht nicht, waren die Baufirma die Steine und Betonteile nicht „weiter hinten auf dem riesigen Gelände zerkleinert.“

Die Beschwerden haben auch Elstals Ortsvorsteher Matthias Kunze erreicht. „Ende vergangener Woche hatte eine Anwohnerin bei mir angerufen und das Problem beschrieben. Daraufhin habe ich im Wustermarker Bauamt angerufen. Zwei Stunden später waren zwei Mitarbeiter auf der Baustelle und haben zumindest dafür gesorgt, dass die Schreddermaschine gedreht wurde, so dass es jetzt nicht mehr ganz so laut sein dürfte“, erklärte Kunze gegenüber der MAZ.

Bereits im Sommer hatten Anwohner des Ernst-Walter-Weges auf die große Staubentwicklung im Zuge der Erdarbeiten hingewiesen. Mehrfach sei die Baufirma daraufhin aufgefordert worden, die Flächen zu besprühen, um weniger Staub zu erzeugen, so Kunze.

Jetzt scheint sich auch im Fall der Schredderarbeiten eine Lösung anzudeuten: Auf die Anfrage der MAZ beim Geschäftsführer der Beelitzer Baufirma Benjamin Schielicke sagte der: „Natürlich sind die Lagerflächen für die Steine und Betonteile im Vorfeld mit dem Eigentümer abgesprochen worden. Und natürlich können wir die Brechermaschine nicht irgendwo auf einem Baufeld abstellen. Ich werde aber jetzt noch mal prüfen, ob die Maschine weiter weg von den Wohnhäusern eingesetzt werden kann.“ Von Schäden an Häusern sei ihm nichts bekannt. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Schredderarbeiten Ende dieser Woche „sowieso erledigt sein werden“. Die Anwohner würde es freuen, wenn es denn so kommt.

Von Jens Wegener

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