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Kraniche zählen und Trappen suchen

Bundesfreiwilligendienst Kraniche zählen und Trappen suchen

An der staatlichen Vogelschutzwarte in Buckow (Havelland) arbeiten derzeit gleich drei junge ehrenamtliche Helfer. Sie haben sich dazu entschlossen, zunächst im Bundesfreiwilligendienst zu arbeiten. Der MAZ haben die jungen Menschen erzählt, was sie an ihrer Arbeit in der Natur schätzen.

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Die jungen Leute orientieren sich an der Vogelschutzwarte auch für ihr Berufsleben.

Quelle: Ralf Stork

Buckow. Die Sonne scheint, aber es ist kühl und ein kräftiger Wind weht von Osten. Einer der ersten richtigen Herbsttage in der Region. Immer wieder ziehen kleine und große Kranichtrupps vorüber. „Das geht jetzt die kommenden Wochen so“, sagt der Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Torsten Langgemach. Nach Möglichkeit werden die ziehenden Vögel in der Schutzwarte auch gezählt. Das ist eine der Aufgaben, die die ehrenamtlichen Helfer übernehmen können: In Buckow arbeiten zurzeit zwei sogenannte „Bufdies“ oder BFDler und eine Studentin im Fachpraktikum.

Bewusst nach Buckow

Ruth Schmidt ist schon am längsten dabei. Die 31-Jährige aus Minden in Westfalen hat ihren Bundesfreiwilligendienst bereits im Herbst vergangenen Jahres angetreten und gerade um ein halbes Jahr verlängert. Für sie ist die Arbeit in Buckow ein Zwischenschritt auf dem Weg an die Uni. „Ich habe mich in meiner Freizeit schon immer im Natur- und Tierschutz engagiert. Jetzt will ich mich auch beruflich in die Richtung weiterentwickeln“, sagt Schmidt. Im kommenden Jahr will sie an der Fachhochschule in Eberswalde ihr Studium beginnen. Sie hat sich gezielt in Buckow beworben, weil sie die praktische Arbeit in der Station spannend findet und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten schätzt: Sie hilft als „Trappenmutter“ mit bei der Aufzucht der Küken, sucht aber auch regelmäßig unter Hochspannungsleitungen nach toten Vögeln. „Mit den Trappen unterwegs zu sein, das ist schon toll. Aber ich genieße auch die Touren an den Hochspannungsleitungen. Hauptsache draußen“, sagt Schmidt.

Lust auf gesellschaftliches Engagement

Merlin Rowold ist seit Anfang September in Buckow. Der Abiturient aus Nordrhein-Westfalen hat sich ganz bewusst für den Bundesfreiwilligendienst entschieden: „Bevor ich mit dem Studium anfange, wollte ich mich noch mal gesellschaftlich engagieren“, sagt Rowold. Auch er ist schon lange im Naturschutz aktiv und hat sich ganz bewusst bei der Vogelschutzwarte beworben. Auf der Seite der Internationalen Jugendgemeinschftsdienste (IJGD) kann man sich durch die Angebote klicken und auch ein eigenes Profil anlegen. „Ich wollte was mit Naturschutz und mit Ornithologie machen. Da war die Vogelschutzwarte mein Erstwunsch“, sagt Rowold. Besonders gut gefällt ihm, dass die Arbeitsabläufe nicht schon Wochen im Voraus feststehen, sondern dass sich die Aufgaben jeden Tag aufs Neue auch spontan ergeben. Neulich zum Besispiel wurden mal sieben Jungtrappen von einem Hubschrauber aufgeschreckt und flogen in Panik davon. Alle verfügbaren Kräfte der Station waren dann eben damit beschäftigt, die Trappen wieder zu finden und sicher nach Hause zu bringen.

Tabea macht ein Praktikum

Tabea Seeler studiert in Göttingen Biodiversität und absolviert ein achtwöchiges Pflichtpraktikum in der Vogelschutzwarte. „Hier kann ich super lernen, wie der ganze Naturschutz aufgebaut ist, was alles dazu gehört“, sagt sie. Zum Beispiel, dass es auch in einer Vogelschutzstation wichtig ist, Botaniker und Insektenkundler mit im Boot zu haben. Oder das Naturschutz eben auch viel mit Datenanalyse, Anträgen und Stellungnahmen zu tun hat. Neulich konnten die drei beim Vogelberingen zuschauen. Auch da ist die praktische Erfahrung nützlich: „In Büchern hatte ich schon oft Schilfrohrsänger und Teichrohrsänger gesehen und konnte sie nur mit Schwierigkeiten auseinanderhalten. Aber wenn man beide mal in den Händen halten konnte, vergisst man die Unterschiede nicht mehr“, sagt Tabeas Seeler. Sie selbst pendelt zwischen Buckow und Berlin, wo ihre Eltern leben. Ruth Schmidt und Merlin Rowold wohnen in den ehemaligen Zivi-Zimmern der Vogelschutzwarte. Ist das nicht manchmal ein bisschen einsam? „Also einsam habe ich mich hier noch nie gefühlt“ sagt Ruth Schmidt. Die Entscheidung für die Natur sei schließlich eine ganz bewusste gewesen. Außerdem gebe es ja die Arbeit mit den Tieren und mit dem tollen Team der Vogelschutzwarte. Die anderen beiden nicken zustimmend. Dann machen sie sich auf den Weg, die Kraniche zu zählen.

Von Ralf Stork

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