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Kreativ und ohne Kommerz

Erste Weihnachtsmärkte im Osthavelland Kreativ und ohne Kommerz

Die Besucher der Falkenseer Angerweihnacht taten gut daran nicht allzu ausgiebig zu frühstücken. „Frische Waffeln“, hieß es von rechts, „lecker gebrannte Mandeln“ von links, und in der Ferne dufteten Bratwurst und Asienpfanne. Auch in anderen Orten des Osthavellandes ging es vorweihnachtlich zu, so in Ketzin und Wansdorf.

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Der Weihnachtsmann (Achim Gärtner) mit Amanda bei der Angerweihnacht in Falkensee

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee/Ketzin/Wansdorf. Die Besucher der Falkenseer Angerweihnacht taten am Sonnabend gut daran nicht allzu ausgiebig zu frühstücken. „Frische Waffeln“, hieß es von rechts, „lecker gebrannte Mandeln“ von links, und in der Ferne dufteten Bratwurst und Asienpfanne. Zwischen all den kulinarischen Köstlichkeiten präsentierten sich etliche Falkenseer Vereine und Einrichtungen und verkauften Handgemachtes zum kleinen Preis.

Beim Kirchbauverein Sankt Konrad etwa gab es Wellnessprodukte. Auf den ersten Blick konnte man denken, dass damit die leckere Rüblitorte und der Bienenstich gemeint waren, die dort ebenfalls verkauft wurden, doch weit gefehlt. Tatsächlich ging es um Badekugeln und Duftsäckchen. „Es ist einfach ein schöner Weihnachtsmarkt, nicht so kommerziell, sondern richtig gemütlich“, sagte Elena Weyand vom Kirchbauverein. Bianca Reim, die erst seit kurzem in Falkensee wohnt, war ebenfalls begeistert: „Ich finde es schön, dass hier so viel Kreatives angeboten wird.“

Am Vormittag hatte es geschneit, so dass sich der Anger weiß gepudert präsentierte. „Das hatten wir in 17 Jahren erst zwei Mal“, sagte Emanuel Knöfel vom Jugendklub „Saftladen“. Er hatte Holzhandwerk und einen selbst gestrickten Brotkorb mitgebracht, „den man auch prima als Straußeneiwärmer benutzen kann.“

Die Kita „Sonnenstrahl“, die immer noch mit den Folgen eines Brandes zu kämpfen hat, ließ es sich trotzdem nicht nehmen mit einem Stand dabei zu sein. „In den vergangenen Wochen ging es bei uns ganz schön drunter und drüber. Mein großer Respekt an die Kinder, dass wir es trotzdem geschafft haben“, sagte Christian Gust, der Vorsitzende des Fördervereins. Das Backen der Kekse war an die Eltern ausgelagert worden, die offenbar gute Arbeit geleistet hatten, denn schon mittags war alles ausverkauft.

Am Stand der Willkommensinitiative kochten syrische Flüchtlinge Gerichte aus der Heimat mit Bulgur und Blätterteig – beides nicht unbedingt das, was man mit dem Weihnachtsfest in Verbindung bringt. Wobei: „Es war hervorragend gewürzt, und Gewürze gehören doch zu Weihnachten dazu“, so eine Besucherin.

Smarties und bunte Streusel, Mandeln, Krokant und etwas Zuckerguss: Mehr braucht es nicht für den perfekten Lebkuchenstiefel. Stolz zeigte Lilly ihrer Mutter, was sie am Stand der Klasse 10.1 der Theodor-Fontane-Oberschule gestaltet hat. Selber aufessen wollte sie ihr Werk allerdings nicht, höchstens probieren. „Der ist für Oma und Opa“, so die Neunjährige.

Lebkuchenstiefel konnte man beim Weihnachtsmarkt in Ketzin dekorieren

Lebkuchenstiefel konnte man beim Weihnachtsmarkt in Ketzin dekorieren.

Quelle: Philip Häfner

Auch in diesem Jahr war der Ketziner Weihnachtsmarkt rund um das Haus der Begegnung wieder ein Erlebnis für alle Generationen. Die Großen erfreuten sich an Glühwein und Gulaschkanone und den geschlechtsspezifischen Spezialitäten des Heimatvereins: Omis Suppe und Opis Walnüsse. Für die Kinder gab es ein Karussell und die Tiere des Alpakahofs im Ruppiner Land, die extra vorbeigeschaut hatten, „um den Rentieren des Weihnachtsmanns ein bisschen zu helfen“, wie ein Mann bemerkte.

Es waren nicht die einzigen tierischen Besucher an diesem Tag. Becksi und Bobo, zwei französische Bulldoggen, kamen kostümiert als Weihnachtsmann und Elch mit Geweih. „Wir machen das jedes Jahr. Wenn Weihnachtsmarkt ist, dann sollen sie auch etwas davon haben“, sagte ihr Besitzer Florian Moock von der Bullyzucht vom Kiekelberg. „Das ist ein echter Hingucker. Wenn sie die Kostüme anhaben, dann werden sie auch öfter gestreichelt.“

Waltraut Nitschke kommt jedes Jahr zum Weihnachtsmarkt. Die Ketzinerin schätzt die familiäre Atmosphäre, „da komme ich so richtig in Adventsstimmung.“ Auch Ursula Radke, ebenfalls aus Ketzin, war gerne dabei: „Die Wurst schmeckt, der Kuchen schmeckt, was will man mehr?“ Dass der Markt nicht so groß ist wie die Berliner oder Potsdamer Exemplare, stört sie nicht – im Gegenteil: „Da würde ich sowieso nicht hingehen, wegen der Anschläge.“

Höhepunkt des Weihnachtsmarktes Wansdorf, der erstmals im Kleintierzüchterverein stattfand, war das abendliche Benefiz-Kirchenkonzert mit Bläsern aus Oberkrämer und dem Kirchenchor Bötzow. „Machet die Tore weit“ erklang es eindrucksvoll von Trompeten und Posaunen. „Joy to the World“ – Freude der Welt – las Kantorin Sylvia Ohse den Text des bekannten Weihnachtsliedes vor. Adventlich Vorfreude kam auch bei den Zuhörern auf, wenn auch nicht alle Plätze besetzt waren.

Festliches Bläserkonzert in der Wansdorfer Kirche

Festliches Bläserkonzert in der Wansdorfer Kirche

Quelle: Ulrike Gawande

Von Philip Häfner und Ulrike Gawande

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