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Havelland Kreativer Unterricht: Schulreporter debattieren
Lokales Havelland Kreativer Unterricht: Schulreporter debattieren
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16:53 22.11.2016
Besprechung auf der Themencouch bei Lehrerin Winnie-Karen Giera. Quelle: Jens Wegener
Ketzin/Havel

Es ist laut im Klassenzimmer der Klasse 8.2 der Ketziner Fontane-Oberschule am Dienstagmorgen. Jeder redet mit jedem, es gibt kleiner und größere Gruppen, die diskutieren. Der Deutsch-Unterricht verläuft seit gut zwei Wochen etwas anders als gewöhnlich, denn es dreht sich alles um die Zeitung.

Überall im Raum und auf den Tischen sind die Ausgaben der Märkischen Allgemeinen verteilt, weil die Schule sich am vierwöchigen Projekt MAZ-Schulreporter 2.0 beteiligt. Dem einen gefällt das gut, „weil es eine Abwechslung im Unterricht ist“, eine andere Schülerin weist darauf hin, dass „das jetzt ganz schon stressig ist“. Lehrerin Winnie-Karen Giera klärt auf: „Am Ende dieses Projektunterrichtes folgt eine Klassenarbeit zum Thema lineare Erörterung.“ Am Nikolaustag ist die Stunde der Wahrheit.

Zuvor hatten sich die Schüler ein Thema ausgewählt, zu dem sie aus der Zeitung verschiedene Artikel sammeln, ausschneiden und analysieren. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um die große Weltpolitik wie die US-Wahl oder um lokale Ereignisse wie die Flüchtlinge im Havelland oder Handwerk in der Region handelt.

Gleich nach dem Unterrichtsbeginn stürmen die ersten Schüler in Richtung ihrer Themencouch – ein richtiges Zweiersofa, auf dem ihre Lehrerin Platz nimmt und nach und nach die Fragen der Schüler zum jeweiligen Thema beantwortet. Anstehen ist angesagt. Dennis ist dran. Er hat sich für die US-Politik entschieden und schon drei Artikel ausgeschnitten. „Ich muss jetzt die Texte auf eine bestimmte Fragestellung hin untersuchen. Dazu haben wir uns jeweils einen Leselosten erarbeitet. Das ist eine Art Fächer, auf dem Kriterien zum Text aufgeschrieben sind“ , versucht der Achtklässler zu erklären.

Im folgt Vincent auf die Couch. Sein Thema sind Drogen. Im Gespräch mit Lehrerin Winnie-Karen Giera einigt man sich auf die Fragestellung: „Sind Drogen schlimm?“ „Unter diesem Aspekt soll er nun seine Texte betrachten“, sagt die Lehrerin. Markus hat ein anders Problem: „Zu meinem Thema Unterhaltungselektronik finde sich ich nicht drei Artikel in der MAZ“, sagt der Schüler. Im bleiben zwei Möglichkeiten: Weitersuchen und hoffen, dass noch Artikel dazu erscheinen, oder ein neues Thema.

Die meisten der 23 Schüler der 8.2. müssen drei Artikel analysieren, die sechs Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche und die drei Integrationsschüler nur zwei. „Sie werden aber ansonsten voll mit eingebunden, aber etwas abgeschwächter Stufe“, sagt die Lehrerin.

In der Deutschstunde am Dienstag ist von unterschiedlichen Lernstärken oder Schwächen nichts zu merken. Wer nicht auf der Couch sitzt, arbeitet allein oder in einer Gruppe an den Texten. „Zur Analyse gehört auch, dass wir die für uns unverständlichen Wörter in den Artikeln herausschreiben und nachschauen, was sie bedeuten“, berichtet Domenique. Einige hat sie schon auf ihrem Zettel.

Ob alle Ketziner Schulreporter das lineare Erörtern von Texten richtig gelernt haben, wird sich erst in zwei Wochen zeigen. Auf jeden Fall, so Winnie-Karen Giera, sei diese MAZ-Aktion eine Bereicherung für den Unterricht.

Am Ende der 45 Minuten löchern die Schüler den MAZ-Redakteur noch mit Fragen: Wie gefällt der Beruf eines Journalisten? Woher kommen die Ideen für die Texte? Wer schreibt jeden Tag die Zeitung voll? Und sie haben aufgeschrieben, was ihnen an der Zeitung gefällt (vor allem die Rätsel) oder nicht gefällt. Bei Letzterem geht es vor allem um zu lange Texte und zu wenig Berichterstattung über jugendliche Themen. „Sie könnten jeder Woche über die Band One Direction berichten. Dann würden alle die MAZ lesen“, sagt Niki und erntet dafür Protest aus der Ecken der Jungen.

Von Jens Wegener

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