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Havelland Kreis gibt mehr Geld für Streetworker
Lokales Havelland Kreis gibt mehr Geld für Streetworker
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17:31 24.11.2017
Das Rathenower Kulturzentrum ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendgruppen. Das Problem: Die Kids sind oft laut, hinterlassen Müll, beschmieren die Wände und nehmen zum Teil Drogen. Ein Fall für die Streetworker. Quelle: Privat
Rathenow

Städte und Gemeinden im Landkreis, die noch keine Jugendarbeiter haben, können jetzt auf Unterstützung vom Landkreis hoffen. Und die Kommunen, die gerne zusätzliche Streetworker einstellen würden, dürfen ebenfalls auf Hilfe vom Landkreis hoffen. Das zeichnet sich nach den Sitzungen des Jugendhilfeausschusses und des Finanzausschusses des Kreistages ab. Mit dem Haushalt 2018 sollen insgesamt 221 000 Euro mehr für so genannte „Offene Jugendarbeit“ zur Verfügung stehen.

Michael Koch ist mit dem Ergebnis zufrieden. Quelle: Maz

Der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses und CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Michael Koch (CDU), ist froh, dass dieses Programm auf dem Weg ist. „Den Städten und Gemeinden steht nun Geld für zehn zusätzliche sozialpädagogische Fachkräfte zur Verfügung.“ Die Kommunen, so Koch, müssen einen Anteil des Betrages, der für den Jugendarbeiter aufzubringen ist, kofinanzieren. Koch weiter: „Die Städte und Gemeinden können sich um die Kofinanzierung beim Landkreis bis Mitte Januar 2018 bewerben und steuern dann jeweils die Hälfte der Personalkosten für die Arbeit in Jugendclubs oder für das Streetworking bei.“

Großer Sprung

Dem Landkreis gelinge nun ein großer Sprung nach vorne. Es sei jetzt möglich, dort zu reagieren, wo mehr offene Jugendarbeit dringend nötig ist. Eine Mitglied des Jugendhilfeausschusses bezeichnete das Treffen gar als „historische Sitzung“. Für den CDU-Fraktionschef ist das Zeichen wichtig – das Bekenntnis für die Jugendarbeit.

Initiative von Gall

Auf Initiative von Sozialdezernent Wolfgang Gall hatte der Landkreis bereits Mitte des Jahres den Städten und Gemeinden dieses Programm vorgeschlagen, das auf äußerst gute Resonanz stieß und vom Jugendamt dann entschlossen vorangetrieben wurde. Positiv bewertet auch der Rathenower Stadtverordnete und Kreistagsabgeordnete Corrado Gursch (CDU) die Initiative des Landkreises.

Corrado Gursch fordert, dass Rathenow von dem Programm profitiert. Quelle: Kniebeler, Markus

Denn gerade in Rathenow ist die Situation der Streetworker angespannt: „Nachdem im Mai die Streetworkerin Kathrin Wittek die angespannte Situation in der Jugendarbeit in Rathenow öffentlich gemacht hat, bin ich froh, dass der Landkreis mit diesem Programm den Städten und Gemeinden unter die Arme greift. Die Stadt Rathenow müsse sich nun an dem Programm beteiligen forderte Gursch.

Noch mehr Entscheidungen

Doch die Entscheidungen zur Jugendarbeit im Kreis gehen noch über die 221 000 Euro für offene Jugendarbeit hinaus. Die Inhaber von PKR-Stellen im Havelland dürfen sich freuen. Nachdem das Land seit über zehn Jahren seinen Anteil von ursprünglich 25 Prozent der Personalkosten eingefroren hatte, wird nun der Landkreis die Zuwendung um zehn Prozent anheben – finanziert mit Geld aus der Kreiskasse. Zur Erinnerung: Michael Koch hatte sich im vergangenen Jahr an Bildungsminister Baaske (SPD) gewandt, um für eine Aufstockung des Landesanteils bei den 35 sogenannten PKR-Stellen im Havelland zu werben. Mit den PKR-Stellen wird vor Ort auch die Schulsozialarbeit abgesichert. Für die Träger war es zuletzt immer schwieriger, zu den alten Bedingungen gutes Personal zu finden. Michael Koch: „Auch wenn ich es sehr bedauere, dass sich das Land aus der Verantwortung stiehlt, können wir diesen Streit nicht auf dem Rücken der Pädagogen austragen. Von daher war dieser Schritt mehr als geboten. Dennoch werden wir nicht nachlassen auch das Land auf seinen angemessenen Beitrag immer wieder hinzuweisen.“

Gute Nachricht für Kia-Beschäftigte

Fortgesetzt werden kann nach den Beschlüssen im Ausschuss auch die Arbeit der Beratungsstellen, angefangen von der Jugendsuchtberatung über die frühkindliche Elternberatung bis hin zu den Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Angehoben wurde auch der Zuschuss, den die Städte und Gemeinden für die in den Kindertagesstätten beschäftigten Erzieherinnen und Erzieher erhalten.

Von Joachim Wilisch

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