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Kreis sucht Wohnungen für Flüchtlinge

Landrat bittet an den runden Tisch Kreis sucht Wohnungen für Flüchtlinge

Rund 452 anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber sind zurzeit im Jobcenter Havelland (Hartz IV) gemeldet. Sie benötigen Arbeit und sie benötigen eine Wohnung, denn in den Übergangsheimen dürfen sie nicht länger bleiben. Das ist vor allem im Osthavelland schwierig. Wohnungen gibt es nur im Westhavelland.

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Hartmut Fellenberg von der Rathenower Wohnungsbaugesellschaft.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Hartmut Fellenberg und die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow planen einige interessante Bau- und Sanierungsprojekte, mit denen Wohnungen zur Verfügung gestellt werden, die auch für Flüchtlinge zur Verfügung stehen. Untergebracht werden hier Flüchtlinge und Asylbewerber, die anerkannt sind und nicht in den Übergangsheimen bleiben dürfen. „Hier gibt es einen riesigen Bedarf“, sagt Landrat Burkhard Schröder.

Die wichtigste und zentrale Aufgabe

Eigentlich sei das die wichtige und zentrale Aufgabe des Kreises, wenn es um Flüchtlinge geht. „Wohnung, Arbeit und Integration greifen ineinander“, erklärt Schröder. Die Finanzierung sei zwar schwierig, stehe aber nicht vorne an. Um zu erfahren, wie man genügend Wohnraum findet, hatte der Landrat die Geschäftsführer von Wohnungsunternehmen, Bürgermeister und Amtsdirektoren zusammengeholt, um mit ihnen über die Lage zu reden. „Zwischen Berlin und Nauen ist der Wohnungsmarkt leer gefegt, besser sieht es im Westhavelland aus“, sagt der Landrat.

Ab 4000 Flüchtlingen wird es eng

Derzeit befinden sich rund 1600 bis 1700 Flüchtlinge und Asylsuchende im Kreis. Dazu kommen die 450 anerkannten Neuankömmlinge. Insgesamt, so schätzt Landrat Schröder wäre der Kreis ab einer Zahl von 4000 Flüchtlingen am Rande dessen, was er leisten kann.

Stagnierend ist die Zahl der Neuankömmlinge. Man könne aber nicht verlässlich sagen, wie viele Flüchtlinge 2016 kommen. Daher sei es besser, wenn man genügend Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung hat. Derzeit sind nicht alle Übergangs- und Notunterkünfte voll belegt.

Schwierig sei auch die Anforderung, die Leute in der Nähe der Arbeitsstelle unterzubringen, wenn es denn diese Arbeitsstelle gibt. Und es ist nicht möglich, Wohnblöcke ausschließlich mit Flüchtlingen zu belegen. „Wir können das nur in einem gut gemischten Verhältnis mit Einheimischen machen“, sagt der Landrat. Auch das sei ein richtiger Weg zur Integration.

Es gibt ein paar gute Projekte

Es gehe nun darum, die Wohnungsbauförderung anzukurbeln. „Wir haben hier eineinhalb Jahre versäumt“, glaubt Burkhard Schröder. Vor Mitte des Jahres 2017 würden kaum Wohnungen in nennenswertem Umfang am Markt sein. In der Gesprächsrunde waren auch Vertreter des Landesbauministeriums dabei. In dieser Runde wurde deutlich, dass die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Rathenow einige Projekte plant. „Diese sollen dem städtischen Gesicht in Rathenow weiter helfen, es sind gute Pläne für sanierte und neue Wohnungen, insgesamt drei bis vier.“

Der Landrat knüpft Kontakt zur ILB

Während die Rathenower Gesellschaft schon auf dem Weg ist, befindet sich ein Projekt in Friesack in der Startphase. „Aber immerhin“, sagt Landrat Schröder. Die Kreisverwaltung wird nun in Friesack und Rathenow helfen, Kontakte zu knüpfen und sich für die Projekte stark machen, zum Beispiel bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg.

In einigen osthavelländischen Gemeinden sei es schwierig, neuen Wohnraum zu errichten. Und dann gebe es andere Kommunen – der Landrat nennt das Beispiel Brieselang – die sich ganz verweigern. Schröder:“In Brieselang hat man sich da sehr defensiv geäußert.“

Selbstverpflichtung der Wirtschaft gefordert

Um den anerkannten Flüchtlingen Arbeitsplätze zu bieten, fordert Landrat Schröder eine „Selbstverpflichtung der Wirtschaft“. Es könne nicht sein, dass Arbeitsförderprogramme im großen Stil aufgelegt werden. Engpässe gibt es auch bei den Deutsch-Kursen. „Wir stoßen beim Raumangebot und bei den Lehrkräften, die zur Verfügung stehen, an Grenzen“, so der Landrat.

Von Joachim Wilisch

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