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Kreispolitik nimmt sich des Grundwassers an

Bürgerinitiative Grundwasser Kreispolitik nimmt sich des Grundwassers an

2009 und 2010 fiel in der Region um Rathenow mehr Regen als üblich. Nachdem etwa 240 Häuser unter Wasser standen, bildeten verärgerte Hausbesitzer eine Bürgerinitiative. Noch immer warnt die Bürgerinitiative: Die Ursachen für sind nicht beseitigt. Bei neuen Niederschlägen laufen die Keller wieder voll. Und ausgerechnet die Biber sollen eine Mitschuld tragen.

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Quelle: Archiv

Rathenow . Gut eine Stunde referierten Manfred Loew und andere Mitglieder der Bürgerinitiative Grundwasser vor dem Umweltausschuss des Kreistages, am Ende stand eine vorsichtige Annäherung zwischen Mitgliedern der Bürgerinitiative und dem Ausschuss.. Doch vorher sparten Loew und seine Freunde nicht mit Kritik. Falsche Entscheidungen von Umweltschutzbehörden und Naturschützern seien der Hauptgrund, weshalb das Grundwasser in Rathenow in die Keller eindringen konnte, nachdem es 2009 und 2010 besonders viel geregnet hatte.

Dafür kann Manfred Loew Belege anführen und die breitete er vor den Mitgliedern des Umweltausschusses aus. Die Bürgerinitiative befasst sich seit Jahren mit dem Thema Grundwasser und hat sich – das wird anerkannt – Fachwissen erarbeitet. „Warum hört denn dann keiner auf uns“, beklagte sich Manfred Loew am Mittwoch. Er hatte eine große Zahl Unterstützer mitgebracht, mitten unter ihnen saß auch der Beigeordnete der Stadt Rathenow, Hans-Jürgen Lemle.

Nachdem die Mitglieder der Bürgerinitiative ihre Anliegen noch einmal vorgetragen hatten – insgesamt wurden acht eng beschriebene Seiten vorgelesen – waren die Ausschussmitglieder dran. Bei der Fülle an Informationen – Entscheidungszuständigkeiten, Regenwassermengen, Grabenbewirtschaftung, vorsorgende Projekte und die Stauhaltung an der Unteren Havel – war es schwierig, einen roten Faden zu finden.

Immerhin wollen jetzt Mitglieder des Ausschusses, der Bürgerinitiative, der Verwaltung, der Umweltverbände und anderer Gruppen in einer Art Arbeitsgemeinschaft erläutern, wie es weiter geht. Letztendlich wird das nicht immer in der Hand der Kreisverwaltung liegen. Das macht Umweltdezernent Henning Kellner deutlich: „Die meisten Vorwürfe, die hier geäußert werden, treffen Landesministerien und oberste Landesbehörden. Da sind dem Umweltdezernenten des Kreises die Hände gebunden.“ Und zu weit will sich Kellner auch nicht mehr aus dem Fenster lehnen. Noch gut in Erinnerung hat er eine Strafanzeige, die auf seinem Schreibtisch landete, nachdem er angewiesen hatte, bestimmte Gebiete nicht mehr so nass zu halten, wie es obere Behörden wollten

In dem komplizierten Geflecht von Grabenreinigung, Wasserabflüssen und Stauhaltung an der Havel spielt auch der Biber eine Rolle. Nur 50 Biber gebe es im Kreis, hat der Landesbiberbeauftragte gesagt. „2500 sind es“, sagte der Ausschussabgeordnete Gerhard Stackebrandt. Die Biber bauen Dämme und verschließen Gräbenabflüsse, die mühevoll gereinigt wurden. Einen Biberdamm darf man aber nicht einfach entfernen, denn das Tier steht unter Naturschutz. „Da hat der Gesetzgeber vergessen, diesen Schutzstatus so einzugrenzen, dass ab einer gewissen Population dieser Schutz entfällt“, sagte Henning Kellner.

Nun tagt also wieder ein Gremium, in dem die Grundwasserprobleme erörtert werden. Es ist nicht das erste. Für die Hausbesitzer ist das nur ein kleiner Trost:Wenn ihre Keller nach einem niederschlagsreichen Jahr wieder voll Wasser sind, werden sie die Politiker fragen, was in den vergangenen Monaten geschehen ist.

Von Joachim Wilisch

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