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Kreistag soll Geld für Gutachten abnicken

Wernitz/Markee/Etzin Kreistag soll Geld für Gutachten abnicken

Der Kreistag Havelland wird am Montag mit der Entscheidung über den Haushalt 2017 auch über die Mittelfreigabe für Verkehrsgutachten in Wernitz, Markee und Etzin befinden. Deren Ergebnisse sollen dazu beitragen, das Land Brandenburg zum Bau einer Umgehungsstraße bei Wernitz zu bewegen. Befürchtet wird ein enormer Anstieg des Fahrzeugverkehrs.

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Tobias Bank (Mitte) übergab das Umgehungsstraßenmodell an Landrat Roger Lewandowski (2.v.l.) beim Neujahrsempfang.

Quelle: Heike Wilisch

Wernitz/Markee/Etzin. Obwohl über den Antrag der Linken zur möglichen Ortsumgehung für Wernitz und Markee am Montagabend im Kreisausschuss gar nicht abgestimmt wurde, kann der Wustermarker Linken-Politiker Tobias Bank damit gut leben: „Unser Ziel, die Sache ins Rollen zu bringen und für die Interessen der Bewohner der vom starken Verkehr betroffenen Orte zu kämpfen, haben wir erreicht“, sagte er am Dienstag der MAZ. Er hoffe, dass der Kreistag am kommenden Montag das Geld für die vom Landrat angekündigte verkehrstechnische Untersuchung für Wernitz, Markee und Etzin freigibt.

Das ginge über den Antrag der Linken hinaus. Die wollten ursprünglich, dass der Landkreis 5000 Euro für die Planung einer Umgehungsstraße bereitstellt. „Uns war natürlich klar, dass diese Summe nicht ausreicht und eine Gesamtplanung etwa 25 000 Euro kosten wird“, so Bank. Parallel dazu hatten die Linken bereits zum Neujahrsempfang des Landrates ein Modell einer Umgehungsstraße an Roger Lewandowski (CDU) übergeben und zwei mögliche Trassenvarianten vorgeschlagen.

Hintergrund ist der Bau des neuen Logistikzentrums der Firma Hermes im Gewerbegebiet Etzin. Nach der geplanten Eröffnung im Herbst dieses Jahres werden von dort täglich bis zu 220 000 Paketsendungen mit Kleintransportern und Lkw auf die Reise gehen. Für Wernitz, Markee und Etzin (und in der Folge auch für Falkenrehde) bedeutet das eine enorme Zunahme des Verkehrs.

Deshalb machten sich in den letzten Wochen die Bürgermeistern Detlef Fleischmann (Nauen), Holger Schreiber (Wustermark) und Bernd Lück (Ketzin/Havel) für eine Umgehungsstraße stark. Jedoch erhörte man die Hilferufe beim Land, das diese Straße finanzieren müsste, bisher nicht. Mit der vor wenigen Tagen vom Landrat angekündigten verkehrstechnischen Untersuchung für die drei Orte erhofft man sich Fakten, die den Druck auf das Land verstärken. „Der Landrat hat jetzt die von uns geforderte Koordinierungsfunktion zwischen Kommunen, Kreis und Land übernommen. Das ist zu begrüßen“, so Tobias Bank.

Als Sofortmaßnahme zur Gefahrenminderung in Wernitz will der Landkreis das Aufstellen eines Blitzers finanzieren. So ist es im Haushaltsentwurf vorgesehen, über den am Montag entschieden wird. Das jedoch reicht den Wernitzern nicht, so Tobias Bank. Es müsse einen zweiten Blitzer geben, so dass die Verkehrsteilnehmer gezwungen seien, in der Ortsdurchfahrt Tempo 30 einzuhalten.

Von Jens Wegener

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