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Havelland Kreistagsvorsitzende verlässt die politische Bühne
Lokales Havelland Kreistagsvorsitzende verlässt die politische Bühne
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16:29 12.03.2019
Manuela Vollbrecht (rechts) in der Dorfkirche Priort (rechts). Im Förderverein bleibt sie aktiv. Quelle: Tanja M. Marotzke
Ribbeck

Manuela Vollbrecht hat diese Bühne gemocht. Als Kreistagsvorsitzende gehörte sie nicht mehr – wie in den Jahren davor als Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion – zu den politischen Kämpfern in der ersten Reihe. Zusammen mit dem Landrat war es an ihr, den Landkreis zu präsentieren. Und das hat sie gerne getan.

Mit Rührung

Dass sie sich dabei dem ehemaligen Landrat Burkhard Schröder eng verbunden fühlte – daraus hat die Sozialdemokratin und Parteifreundin von Schröder keinen Hehl gemacht. Als Schröder sich aus dem Kreistag verabschiedete und er seine Entlassungsurkunde aus den Händen der Kreistagsvorsitzenden erhielt, da konnte Manuela Vollbrecht ihre Rührung nicht mehr ganz verbergen.

Ihre Loyalität zum CDU-Nachfolger von Burkhard SchröderRoger Lewandowski – war allerdings ebenso fest und absolut zuverlässig.

Zur letzten Kreistagssitzung vor den Kommunalwahlen am 26. Mai wurde Manuel Vollbrecht (links) von Landrat Roger Lewandowski verabschiedet. Quelle: Uwe Hoffmann

Der ehemalige Landrat wurde im Festsaal von Schloss Ribbeck verabschiedet – ebenda, wo nun am Montag die letzte Sitzung des Kreistages in dieser Sitzungsperiode angesetzt war. Einen würdigen Rahmen hatten sich die Vorsitzende des Kreistages und auch Landrat Roger Lewandowski, der Nachfolger von Burkhard Schröder, ausgesucht.

Und diesmal war es Manuela Vollbrecht selbst, die Abschied von der kreispolitischen Bühne nahm. Sie absolvierte das mit einem Lächeln und mit Geschenken – Schokolade gab es für die Anwesenden. Als Dank und als Gruß für kommende kommunalpolitische Auseinandersetzungen.

Gute Streitkultur

Ein bisschen offiziell wurde es auch. Das übernahm der Landrat selber. Er erinnerte an die politische Arbeit von Manuela Vollbrecht. Die SPD-Abgeordnete vertrat seit dem 6. Mai 1990 die Interessen der Havelländer. Zuerst im Kreistag Nauen und nach Fusion mit dem Altkreis Rathenow im neuen großen Kreistag Havelland. In der nun zu Ende gehenden Wahlperiode war sie Vorsitzende des Kreistages. „Ich habe die zielführende Streitkultur im Kreistag immer als positiv empfunden“, sagte Manuela Vollbrecht. „Jeder Abgeordnete hat sich, trotz seiner regionalen Interessen, für die Interessen aller Havelländer eingesetzt.“

Das hat Manuela Vollbrecht auch getan. Als Vorsitzende des Kreistages war sie auch in Verantwortung für die Partnerschaften. in Rendsburg und Siegen-Wittgenstein freute sie sich über viele Freundschaften und Kontakte, ebenso wie in Spandau.

Auch Felix Doepner hat nun Zeit für Bücher. Quelle: Uwe Hoffmann

Zum Ende der Kreistagssitzung hatten der Landrat und die Kreistagsvorsitzende zu einem parlamentarischen Abend eingeladen. Nicht nur Manuela Vollbrecht verabschiedet sich vom Kreistag. Felix Doepner von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ebenso. Ihm wurde noch einmal lang anhaltender Applaus zuteil, als seine beharrlichen Anträge und Nachfragen zum öffentlichen Personennahverkehr gewürdigt wurden. Die stete Ungeduld des Felix Doepner war eine erfolgreiche Strategie.

Reisen an die Ostsee

Es werden noch mehr Abgeordnete Abschied nehmen. Einige möglicherweise nicht freiwillig. Am 26. Mai werden zur Kreistagswahl die Karten neu gemischt. Kein Fraktionsvertreter möchte jetzt bereits vorhersagen, dass es wieder für eine große Zählgemeinschaft mit SPD, CDU und einigen kleinen Gruppen reichen wird. So ist zum Beispiel nach wie vor nicht sicher, ob der Bauernverband wieder mit einer Liste antritt.

Felix Doepner hat nun mehr Zeit für Lektüre. Und für sein Engagement bei den „Freunden für Europa“ – was ihm sehr am Herzen liegt. Manuela Vollbrecht wird sich weiter im Förderverein Dorkirche Priort engagieren – und sie hat nun endlich mehr Zeit, um an ihren Ostsee-Sehnsuchtsort zu reisen: Warnemünde.

Von Joachim Wilisch

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