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Havelland Kreisverkehre sollen entschärft werden
Lokales Havelland Kreisverkehre sollen entschärft werden
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20:20 05.03.2018
Seit es sie gibt, häufen sich hier die Unfälle: Die Verkehrskreisel in der Berliner Straße (im Bild die ehemalige Hauptkreuzung). Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Die drei Kreisverkehre, die im Zuge des Umbaus der Berliner Straße entstanden sind, sollen sicherer werden. Wie Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus am Dienstagabend im Bauausschuss bekannt gab, sind bauliche Veränderungen geplant, mit denen die Durchfahrtgeschwindigkeit des motorisierten Verkehrs reduziert werden soll.

Hintergrund dieser Operation sind gehäufte Unfallzahlen. Vor allem am Kreisverkehr auf der ehemaligen Hauptkreuzung kommt es zu überdurchschnittlich vielen Kollisionen. „Bau- und sicherheitstechnisch entsprechen die Kreisverkehre den gängigen Vorschriften“, schickte Remus seinen Ausführungen vorweg. Dennoch hätten sich die Stadt, die für die Kreisel Mittelstraße und Puschkinstraße zuständig ist, und der Landesbetrieb Straßenwesen, dem die ehemalige Hauptkreuzung obliegt, auf Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit geeinigt.

Das Problem an allen drei genannten Verkehrsbauwerken ist, dass sie die Autofahrer dazu einladen, möglichst gerade über sie hinwegzufahren. Der gepflasterte innere Kreis, der eigentlich nur von großen Fahrzeugen wie Lastern oder Bussen überfahren werden darf, wird von den meisten Autofahrern als Fahrbahn genutzt. Luftaufnahmen hätten gezeigt, dass die Kreisel fast wie Kreuzungen befahren werden, sagte Remus.

Am Kreisverkehr Puschkinstraße ist das Problem besonders gut sichtbar: Weil die Mittelinsel frei ist, entsteht der Eindruck, man könne geradeaus durchfahren. Quelle: Markus Kniebeler

Um dies künftig zu verhindern, sind zwei bauliche Veränderungen geplant. Zum einen sollen die Mittelpunkte der Kreisel so gestaltet werden, dass der Autofahrer dazu animiert wird, um den Kreisel herumzusteuern. Momentan verleitet die freie Sicht dazu, geradeaus zu fahren. Mit einer höheren Bepflanzung etwa könnte dies unterbunden werden.

Mit der zweiten Veränderung soll das Befahren der gepflasterten Innenkreise unterbunden werden. Vom Mittelpunkt der Kreise könnten zu diesem Zweck sternförmig angeordnete Schwellen auf dem gepflasterten Bereich installiert werden. „Mit dem Pkw darüber zu hoppeln, ist nicht angenehm“, so Remus. Gleichwohl sei es großen Fahrzeugen trotz dieser Schwellen möglich, den Innenkreis zu befahren.

Die genannten Schwellen sollen die Pkw-Fahrer also dazu verleiten, den Kreis auszufahren. Dazu müsse die Geschwindigkeit gedrosselt werden, was wiederum die Gefahr von Kollisionen reduziere, so Remus. Die endgültige Entscheidung, ob und wann die Schwellen installiert werden, soll bald fallen.

Das Fehlverhalten vieler Radfahrer, die statt auf der Straße zu fahren über die Fußgängerüberwege brettern und dabei sich und andere in Gefahr bringen, wird durch diese baulichen Veränderungen freilich nicht unterbunden. „Es gibt nur eine Möglichkeit, dieses Problem in den Griff zu bekommen“, sagt Ausschussmitglied Karl-Reinhold Granzow (Linke). „Verstärkte Polizeikontrollen.“ Jeder Radfahrer wisse, dass man bei der Benutzung eines Zebrastreifens abzusteigen habe. Wer sich an diese Regel nicht halte, der müsse dann eben für sein Fehlverhalten bestraft werden.

Ob die Polizei personell in der Lage ist, die Kontrollen an den Kreiseln zu verschärfen, darf indes bezweifelt werden. Die Antwort auf ähnliche Anfragen fällt immer gleich aus: Zu wenig Leute.

Von Markus Kniebeler

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