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Havelland Kreuz und quer gedacht in Schönwalde
Lokales Havelland Kreuz und quer gedacht in Schönwalde
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14:07 29.02.2016
Joachim Hoffmann Quelle: Tanja M. Marotzke
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Schönwalde-Glien

Paul ist Student. Er kommt aus Indonesien. Neugierig erkundet er die Stadt. Vor einem Bestattungsinstitut bleibt er stehen. Im Schaufenster ein schwarzes Kreuz. „Was macht das Kreuz hier?“ fragt er. „Was bedeutet es für euch überhaupt? Ich schlage die Zeitung auf und finde bei vielen Todesanzeigen Kreuze. Ich gucke in ein Lexikon und finde beim Geburtsdatum berühmter Leute einen Stern und bei ihrem Todesdatum ein Kreuz. Ihr habt aus dem Kreuz ein Todeszeichen gemacht. Bei uns ist es ein Siegeszeichen.“

Ein Siegeszeichen? Kreuze kommen nicht nur auf Friedhöfen und Todesanzeigen vor, vor allem doch in und auf Kirchen. Man sieht sie auf Rettungswagen, auf den Flaggen vieler Staaten, aber auch auf Verkehrsschildern. Ein uraltes Symbol, älter als das Christentum. Eine Figur aus zwei Linien, die sich kreuzen. Sie verbinden oben und unten, Himmel und Erde; und sie verbinden rechts und links, all das, was auf der gleichen Ebene existiert, Menschen jeder Herkunft. Das Kreuz verbindet Zahlen, dann ist es ein Plus. Aber die Linien stören einander auch, sie stoßen aufeinander; das merkt man an jeder Kreuzung – und deshalb baut man ja in Stadt und Land Kreisel.

Aber ein Siegeszeichen? In der Passionszeit erinnert das Kreuz an die Hinrichtung von Jesus Christus durch römische Machthaber. Die Kreuzigung an einem Pfahl war – und ist – eine besonders grausame Art der Hinrichtung. Ausgerechnet das Kreuz ist Markenzeichen des Christentums geworden, aber nicht als Zeichen des Todes, sondern als Protest gegen den Tod, gegen seine Endgültigkeit, gegen seine Trostlosigkeit. Auch nach dem Tod bleibt der Schöpfer zuständig. Also ist es ein Hoffnungszeichen. Ein Zeichen für die Zuversicht, dass Leid, Gewalt und Tod nicht das letzte Wort haben. Dass wir den Karfreitag nicht ohne Ostern denken wollen. Auch in diesen Zeiten nicht, in denen Terror und Krieg die Welt zerrreißen und Millionen Menschen auf der Flucht sind. Hass und Menschenfeindlichkeit dürfen und werden nicht das Letzte sein, auch bei uns nicht!

Man muss sich das immer wieder bewusst machen.

Louisa ist Rumänin. Sie will ihre deutsche Partnergemeinde besuchen. Sie nimmt neben mir im Auto Platz – und dann bekreuzigt sie sich: mit drei Fingern berührt das Mädchen die Stirn, die Brust, dann die linke Seite und die rechte. „Warum machst du das?“ frage ich. „Ich mach mir klar, dass ich mit Gott verbunden bin auf dieser weiten Reise“, sagt sie.

Louisa ist wieder gut in Rumänien gelandet und Paul in Indonesien. Die Haltung dieser jungen Leute steht quer zur Stimmung vieler anderer. Wo sie ein Kreuz sehen, bürgt es für Geborgenheit. Erde und Himmel sind verbunden, und wir miteinander auch: das Kreuz ist ein Plus im Leben.

Und ich, der Fahrer von damals, denke gerade in der Passionszeit mal wieder: eigentlich ist das Kreuz etwas Schönes und ein Bekreuzigen eine gute Geste. Passion – das heißt Leiden, aber auch Leidenschaft.

Von Joachim Hoffmann, Pfarrer

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